Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.
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Claudia Hinz
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von Claudia Hinz » 28. Jan 2007, 13:29
Hallo,
wir haben gerade von Stefan Rubach ein Bild mit einer farbigen Erscheinung zugeschickt bekommen, die er gestern morgen gegen 10.00 Uhr auf dem großen Arber im Bayrischen Wald aufgenommen hat. Die Sonne stand etwas rechts im Rücken und der farbige Stratocumulus war unterhalb des Beobachters.
Bei einer Temperatur von -12°C fielen aus dem Sc Schneeflocken.
Bild mit USM (da man da die Schatten so gut sieht)
Die erste Idee wäre natürlich Irisieren. Aber dies entsteht an nur sehr kleinen Wassertröpfchen (in der Mitte von Stratocumulus eher unwahrscheinlich) und meist nur in Sonnennähe. Es gibt kaum Beobachtungen, an denen Irisieren weiter als 40° von der Sonne weg war.
Für den Teil einer Glorie würden die Farben ganz gut passen, jedoch ist die Anordnung der Farben eher willkürlich und nicht kranzförmig.
Halo würde ich ganz ausschließen, da passen zum einen die Farben nicht und zum anderen ist in dieser Region auch nix passendes...
Was meint ihr???
Herzliche Grüße
Claudia
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RolfK
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von RolfK » 28. Jan 2007, 15:40
Hallo Claudia , das ist ja wieder mal was Interessantes !
Wo die Sonne steht sieht man ja auf Bild 2 sehr deutlich anhand der Schatten,die die Wolke wirft.Aber die Helligkeitverläufe allein sind schon unnatürlich,die Wolke ist unten ja heller.Ich stelle mir eine Optische Täuschung vor,wo das farbige Segment weit im Vordergund sich befindet und es nur so aussieht als ob es unter der Wolke heller sei.Was die Lichtbrechung bewirkt weiss ich natürlich auch nicht ... Gruss Rolf
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Reinhard Nitze
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von Reinhard Nitze » 28. Jan 2007, 19:25
Hallo Claudia!
Zunächst dachte ich auch an sowas wie eine "Gegeniris", also sozusagen eine irisierende Wolke der "Glorie".
Siehe zum Vergleich hier:
http://www.epod.usra.edu/archive/epodvi ... oid=274688
Aber da die Schattenstrahlen ja auf den Sonnengegenpunkt zeigen, kann das eigentlich nicht sein. Die Distanz zum Sonnengegenpunkt kommt mir zu groß vor.
Mir kam nun der Gedanke, ob es vielleicht einen See gibt, der das Sonnenlicht in die Wolke hineinreflektiert? Eine glänzende Eisfläche ist da ja kein Wiederspruch, allerdings ist Schnee erkennbar, der dürfte dann dieses wieder zu nichte machen.
Also: ich hab auch keine wirkliche Ahnung, wie das zu Stande kommt.
Viele Grüße, Reinhard
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Claudia Hinz
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von Claudia Hinz » 28. Jan 2007, 19:51
Hallo Reinhard,
die Idee ist super, da unten ist der kleine Arbersee. Muß gleichmal meine Bilder checken, ob die Richtung hinkommt.
Viele Grüße
Claudia
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von Claudia Hinz » 28. Jan 2007, 20:32
Ich hab ein Bild vom gleichen Standort gefunden. Die Position des Arbersees kommt ganz gut hin.
Also könnte man das Ganze als Irisieren im gespiegelten Sonnenlicht sehen?
Viele Grüße
Claudia
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Christian Fenn
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von Christian Fenn » 29. Jan 2007, 07:11
Die Idee mit dem See finde ich ganz gut. Aber haben wir dan nicht genau das selbe Problem. Wären das Sonnenlicht gespiegelt, dann käme es immer noch nicht für Irisieren in Frage. Es sei denn natürlich, euer See liegt hochkannt in den Bergen

Ist mir aber noch nie untergekommen, die laufen dann nämlich immer aus.
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Claudia Hinz
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von Claudia Hinz » 29. Jan 2007, 17:13
Hmmm ... also so weit ich mich erinnern kann, liegt der See dann doch eher waagerecht ... wobei mit einem senkrechten See würde es ja auch nicht klappen, dann bräuchte man noch einen zweiten schrägen See, der das Licht dann letztendlich nach oben in die Wolke reinspiegelt. Ich glaub, das gibt es nicht mal im bayrischen Wald
Das war ein Denkfehler, denn die Sonne ist ja im Rücken. Hatte es mir halt so gedacht, daß es Irisieren mit der im See gespiegelten Sonne als Lichtquelle ist. Dann hätte die Beleuchtung von unten gepaßt und auch der Abstand, nicht aber die Wolkendicke ... wenn ich mir die betrachte, würde ich Irisieren nach wie vor ausschließen.
Aber irgendjemand hatte hier im Forum mal eine Glorie veröffentlicht, die so groß war, daß sie nach außen hin in den Nebelbogen überging. Kann das Bild leider nicht mehr finden... das wäre jetzt so meine letzte Idee...
Grüßle
Claudia
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André.Müller
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von André.Müller » 29. Jan 2007, 17:26
Ich hab da gerade spontan an einen Regenbogen gedacht, wo man halt nur ein kleines Segment in der Wolke sehen kann. Bei den Temperaturn müssten das aber schon ziemlich unterkülte Tropfen sein.
Würde denn die Position passen?
MfG
André
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Christian Fenn
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von Christian Fenn » 29. Jan 2007, 18:18
Hallo Andre, das habe ich auch überlegt, aber findest Du nicht, dass der Farbsaum dazu zu unrund und viel zu sehr an der Wolke orientiert ist?
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Reinhard Nitze
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von Reinhard Nitze » 29. Jan 2007, 18:37
Hallo allezusammen!
Gilt für eine Glorie nicht - theoretisch - dasselbe Prinzip wie für einen gespiegelten Regenbogen?
Der See müßte sich hinter dem Rücken des Fotografen befinden, er brauch also meines Erachtens nicht senkrecht stehen
Hier mal ein Link auf ein Bild (gespiegelter Regenbogen) unserer Vereinsseite:
http://www.meteoros.de/spiegel/spiegel4.gif
Die Glorie(n) müßte man sich also im Mittelpunkt des Regenbogens/Spiegelbogens(Sonnengegenpunkte) vorstellen. Je höher die Sonne steht, desto höher steht also auch der gespiegelte Sonnengegenpunkt und damit der optisch wirksame Bereich der (gespiegelten)Glorie. Ob dieses allerdings auf diesen Fall zutrifft, vermag ich nicht zu sagen.
Nebenbei bemerkt, gibt es eigentlich Bilder einer "gespiegelten Glorie"? Wäre eventuell mal eine neue Herausforderung...
Viele Grüße, Reinhard!
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Christian Fenn
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von Christian Fenn » 29. Jan 2007, 18:41
Hallo Reinhard, in unserer Diskussion oben ging es ja nicht um Glorien, sondern um irisierende Wolken (daher hatte ich das mit dem senkrechten See geschrieben).
Deine Idee mit der Glorie paßt da schon mehr, aber dann bleibt der Winkel ziemlich ungünstig. Ob das Licht nun von 20° oben oder von 20° von unten kommt, das dürfte von der aktuellen Position aus gesehen keine Rolle spielen. Was meinst Du?
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Reinhard Nitze
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von Reinhard Nitze » 29. Jan 2007, 19:26
Hallo Christian!
Richtig, die Diskussion geht über irisierende Wolken. Nach meinen Verständnis der Materie lassen sich irisierende Wolken entweder in "aureolische Iriswolken" (eigene Wortschöpfung, ich meine jene, welche sich nach eigener Beobachtung innerhalb eines Kreises von maximal ca 25° um die Sonne befinden) bzw. "Glorieniriswolken" ( auch eine eigene Wortschöpfung, ich meine die irisierenden Wolken im entsprechenden Sonnengegenpunkt, habe ich selber allerdings noch nie gesehen, daher hatte ich den Link auf das "Epod"-Bild gesetzt). Also, was ich natürlich meinte, war die dementsprechende Iriswolke
Viele Grüße, Reinhard!
P.S.: Kommst du auch zum AKM - Frühjahrsseminar?
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Reinhard Nitze
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von Reinhard Nitze » 29. Jan 2007, 19:36
Hallo noch mal, hab ja die Hälfte unbeantwortet gelassen...
Christian Fenn hat geschrieben:Hallo Reinhard, in unserer Diskussion oben ging es ja nicht um Glorien, sondern um irisierende Wolken (daher hatte ich das mit dem senkrechten See geschrieben).
Deine Idee mit der Glorie paßt da schon mehr, aber dann bleibt der Winkel ziemlich ungünstig. Ob das Licht nun von 20° oben oder von 20° von unten kommt, das dürfte von der aktuellen Position aus gesehen keine Rolle spielen. Was meinst Du?
Also, ich muß natürlich sagen, das Du da recht hast. Der Winkel erscheint mir ebenfalls ungünstig. Das ganze ist auch mehr als eine "Bauchherausvermutung" zu verstehen und meine Erklärungsversuche haben da auch ihre Grenzen. Man hätte es vielleicht selbst erleben müssen, dann wäre man vielleicht schlauer.
Um' s kurz zu sagen, mir fällt zur Zeit leider nichts vernünftiges mehr ein. Aber vielleicht hat ja noch jemand anders eine zündende Idee
Viele Grüße, Reinhard!
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Richard Löwenherz
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von Richard Löwenherz » 29. Jan 2007, 19:41
Hallo allerseits...
Der Sc sieht ja insgesamt grau aus und wurde anscheinend nur am unteren Rand angeleuchtet (ob gespiegelt oder nicht, soll da erstmal egal sein). Die Verfärbung befindet sich also genau an der Grenze zum beschatteten Teil. Mal angenommen, der Rand einer Wolke wirkt lichtbeugend oder -streuend, könnte es dann nicht sein, dass diese Wolkenrand-Lichtbeugung wie der Wolkenschatten auf den Sc projeziert wird? Da die Farbe Rot relativ dominant ist, käme vielleicht auch eine Analogie zum Alpenglühen/Gegenrot in Frage, wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, dass diffus verteilte Wassertröpfchen am Wolkenrand (sowohl an der schattenwerfenden Wolke, als auch am beleuchteten Sc) bevorzugt rotes Licht streuen... Ist nur so eine Idee. So richtig überzeugt bin ich davon auch nicht. Aber vielleicht kann das ja jemand in Bezug auf die Atmosphärenphysik bestätigen bzw. widerlegen (vor allem was die Streuung bei solch vordämmerlichen Lichtverhältnissen angeht).
Richard
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André.Müller
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von André.Müller » 30. Jan 2007, 07:37
Christian Fenn hat geschrieben:Hallo Andre, das habe ich auch überlegt, aber findest Du nicht, dass der Farbsaum dazu zu unrund und viel zu sehr an der Wolke orientiert ist?
Da bin ich mir eben nicht so sicher. Haben wir denn Informationen über die Kamera und die Aufnahmebrennweite? Dann könnte man die Dimensionen eines Regenbogens da mal vergleichen. Wenn er die Wolke gerade so ünglücklich "streift" könnte miener Ansicht nach durchaus der Effekt entstehen, dass er sich der Wolke anpasst.
MfG
André
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Claudia Hinz
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von Claudia Hinz » 30. Jan 2007, 08:19
Da kann ich weiterhelfen, hab gestern die Originalbilder geschickt bekommen. Die die Exif-Datein:
Kamera: Nikon D200
Brennweite: 90mm
Aufnahmedatum: 26.01.2007, 09.52 Uhr
1/205sec, f/8
Leider siehr man auch bei den Folgebildern keine richtige Entwicklung, nur, daß die Farben schwächer werden.
Viele Grüße
Claudia
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André.Müller
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von André.Müller » 31. Jan 2007, 21:41
Wenn mich nicht alles täuscht, hat die D200 genau wie die D70 einen APSC Chip, also entspricht das Bildfeld bei 90mm Brennweite dem eines 135mm Objektivs auf Kleinbildfilm. Damit ergibt sich ein Bildfeld von etwa 10°x15°. Ein Regenbogen mit einem Durchmesser von 84° erscheint da wohl mehr oder weniger als Linie. Wenn ich mir also den oberen Teil eines Regenbogens so vorstelle, kann das schon stimmen.
Allerdings würde das ganze eine Sonnenhöhe von etwa 45° voraussetzen, was wohl kaum der Fall ist.
Damit ist meine Regenbogenthese gestorben. Naja ... auch so führt mal Beweise.
André
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RolfK
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von RolfK » 2. Feb 2007, 09:28
Also für mich könnte das mit dem See doch vieleicht hinkommen,wenn die Position der Wolke nicht ganz genau bekannt ist könnte sie sich doch weit hinter dem See befinden,sodass der See dann zwischen Beobachter und Wolke liegt.Dann wäre der See doch wieder im Gespräch,oder ? ( Einfallswinkel = Ausfallswinkel ) . Gruss Rolf
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Christian Fenn
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von Christian Fenn » 2. Feb 2007, 11:52
Meines Erachtens eben nicht. Die Wolke liegt auf grob null Grad aus Sicht des Betrachters. Wenn sich das Licht im See spiegelt, dann fällt es folglich im selben Winkel auf die Wolke, wie ohne Spiegelung. Statt beispielsweise 30 Grad von oben kommt es dann eben 30 Grad von unten. Das ist bezogen auf das Irisieren oder auf den Regenbogen Katz wie Minz.
Mich kann der See (noch) nicht überzeugen.
Und ja, Reinhard. Ich habe mich für das AKM-Seminar angemeldet. Aber vermutlich hätte ich es verschlafen, wenn Du es nicht nochmal geschrieben hättest. Danke also.
Christain
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RolfK
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von RolfK » 2. Feb 2007, 12:05
Mir fällt da etwas seltsames auf.Die Wolkenstrahlen zeigen schräg nach links unten,aber wenn man den Schatten am Berg links im Hintergrund mit der Wolke in einer Linie betrachtet müsste die Sonne wesentlich niedriger stehen,bzw.die Wolkenstrahlen müssten viel flacher sein,oder sehe ich das falsch.Ist schon ein merkwürdiges Foto
Mir kommt da aber noch eine Idee , wir erwarten ja einen Regenbogen immer über uns.Ist das Gelände aber abfallend und der Winkel der Sonne entsprechend gering müsste doch ein Regenbogen bzw. jede andere Lichbrechung auch "bergab" möglich sein.Es sieht dann nur äusserst ungewöhnlich aus. Sehe ich das richtig ?
Gruss Rolf
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