Hallo allerseits,
noch keinen ganzen Tag zuhause nach einer dreiwöchigen Fahrradtour erwischte ich heute einen Gespaltenen Regenbogen, und konnte Entstehung und Verschwinden komplett beobachten. Hier zuerst einmal die vollständige Ausprägung um 17:51:19 MESZ:
und mit USM gefiltert:
Also der typische Fall mit zwei Zweigen im Hauptbogen und einem nichtgespaltenen Nebenbogen.
Begonnen hatte ich die Beobachtung etwa 10 min eher, als noch ein moderater Regenschauer niederging (1,1 mm von 17:40-45). Die Sonne kam hinter der Wolkenkante hervor, aber noch zeigte sich kein Regenbogen. Dafür glitzerten große Tropfen innerhalb des Regenbogenkegels, manche der Streifen zeigten auch Farbverläufe. Hier um 17:41:11 (dieses und die folgenden Bilder stelle ich gleich mal als USM rein, damit man besser sieht was gemeint ist):
Etwas später tauchten der Nebenbogen und ein einzelner Hauptbogen auf - 17:45:49:
Visuell schien der Hauptbogen dann zunächst breiter zu werden, bis mir dann ab einem bestimmten Punkt klar wurde: Spaltung. Interessant ist, dass die Fotos zeigen, dass nun der obere Zweig dazukam, also der durch die kleineren, weniger abgeplatteten Tropfen verursachte. Bis dahin waren also nur größere Tropfen "aktiv" (d.h. in der richtigen Richtung vorhanden und auch von der Sonne beleuchtet), und der Hauptbogenscheitel "runtergedrückt". Hier der Zwischenstand um 17:47:18:
Dann begann die Intensität von rechts her abzunehmen, wobei sich der Hauptbogen immer mehr in seine klassische Gestalt mit Interferenzbögen verwandelte. Ich hatte mir inzwischen auch Polarisationsfilter auf den Dachboden geholt. Außer der typischen starken azimutalen Polarisation war nichts Besonderes feststellbar, d.h. der ganze Komplex konnte durch Drehen gleichmäßig verstärkt und ausgelöscht werden. Hier noch eine polfilterverstärkte Version von 17:55:47:
Nach und nach verschwand dann der Regenbogen, wobei sich der linke Fuß noch am längsten hielt. Gegen 18:11 war dann alles weg.
Ein schöner Empfang in der Heimat, die ich kurz nach meiner allerersten Beobachtung eines Mondregenbogens am 01.07. verlassen hatte.
Unterwegs passierte auch noch viel Atmosphärisches, das muss ich aber erstmal in Ruhe abarbeiten...
Viele Grüße,
Alex
Gespaltener Regenbogen 2020-07-25, Hörlitz
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Alexander Haußmann
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Re: Gespaltener Regenbogen 2020-07-25, Hörlitz
Des gipt's doch goahr nö!
Okay, merke also: erst kein Bogen (warum: Tropfen zu groß = irregulär bzw. verschattet?), dann der "anomale" ("große" abgeplattete Tropfen) und zum Schluß (oberhalb) der "normale" (kleine runde Tropfen) und den anomalen zunehmend ablösend.
Das Erscheinen der Interferenzbögen ordnet sich dem nachvollziehbar zu, nur sieht es für mich so aus, daß sie eine Weile eher dem anomalen Bogen "zugeordnet" sind, wiewohl der die ersten überzähligen Bögen doch überlagern müßte. Kann man das mal nachrechnen?
Im übrigen sollten dann viele gewöhnliche Regenbögen nur von abgeplatteten Tropfen herrühren, das müßte man dann am Winkel sehen (schwierig...).
Gruß, Elmar
Okay, merke also: erst kein Bogen (warum: Tropfen zu groß = irregulär bzw. verschattet?), dann der "anomale" ("große" abgeplattete Tropfen) und zum Schluß (oberhalb) der "normale" (kleine runde Tropfen) und den anomalen zunehmend ablösend.
Das Erscheinen der Interferenzbögen ordnet sich dem nachvollziehbar zu, nur sieht es für mich so aus, daß sie eine Weile eher dem anomalen Bogen "zugeordnet" sind, wiewohl der die ersten überzähligen Bögen doch überlagern müßte. Kann man das mal nachrechnen?
Im übrigen sollten dann viele gewöhnliche Regenbögen nur von abgeplatteten Tropfen herrühren, das müßte man dann am Winkel sehen (schwierig...).
Gruß, Elmar
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Alexander Haußmann
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Re: Gespaltener Regenbogen 2020-07-25, Hörlitz
Ich denke auch, dass am Anfang nur die nahen Tropfen beleuchtet wurden, denn die Sonne kam hinter einer recht klaren Kante hervor. Und das waren (zufällig) eben erstmal die großen.
Dass die Interferenzbögen parallel bzw. konzentrisch zum unteren Zweig ausschauen, ist in der Tat etwas überraschend. Sie sollten ja zum oberen Zweig gehören, wo Tropfen der "magischen" Größe von 0,25 mm Radius ihren Regenbogen produzieren (s. Fraser J. Opt. Soc. Am. 73, 1626-1628 (1983)). Der untere Zweig sollte nach meinen Rechnungen von Tropfen um 0,5-0,6 mm stammen, da gibt es eigentlich kaum sichtbare Interferenzbögen mehr (schon allein wegen des Sonnendurchmessers).
Ich werd mich wohl nach Wochen mal wieder in die Simulationen eindenken müssen...
Dass die Interferenzbögen parallel bzw. konzentrisch zum unteren Zweig ausschauen, ist in der Tat etwas überraschend. Sie sollten ja zum oberen Zweig gehören, wo Tropfen der "magischen" Größe von 0,25 mm Radius ihren Regenbogen produzieren (s. Fraser J. Opt. Soc. Am. 73, 1626-1628 (1983)). Der untere Zweig sollte nach meinen Rechnungen von Tropfen um 0,5-0,6 mm stammen, da gibt es eigentlich kaum sichtbare Interferenzbögen mehr (schon allein wegen des Sonnendurchmessers).
Ich werd mich wohl nach Wochen mal wieder in die Simulationen eindenken müssen...
- Claudia Hinz
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Re: Gespaltener Regenbogen 2020-07-25, Hörlitz
Klasse Beobachtung und Erklärung! LG Claudia
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