Sehr cooles aktuelles Video vom CCOR 1 (verfällt), mit Merkur, dem Mond (16.10 gegen 10 Uhr), sowie auch den Plejaden, und Ceres + Uranus sind wohl auch im Sichtfeld:
https://ccor.nrl.navy.mil/ccor_realtime ... Bckgnd.mp4
Ob die Monddetails (Mare) real oder virtuell eingeblendet wurden, wäre die Frage.
VG, Carl
CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Moderator: StefanK
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Carl Herzog
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Re: CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Hallo Carl,
ja, ich wundere mich auch über den Mond in diesen Videos. Der solte nur noch das Erdlicht zeigen, für das man aber auch einen Oppositionseffekt erwarten kann. (Die integrale Helligkeit sollte bei -3 mag liegen.) Trotzdem wird er in Nächststellung zur Sonne in den Clips dunkler und sogar kurz schattiert. Ob zur besseren Abbildung der Sonnenkorona ein Filter mit radialem Gradienten vor der Kamera steht oder eine entsprechende Bildmaskierung erfolgt?
Gruß, Elmar
ja, ich wundere mich auch über den Mond in diesen Videos. Der solte nur noch das Erdlicht zeigen, für das man aber auch einen Oppositionseffekt erwarten kann. (Die integrale Helligkeit sollte bei -3 mag liegen.) Trotzdem wird er in Nächststellung zur Sonne in den Clips dunkler und sogar kurz schattiert. Ob zur besseren Abbildung der Sonnenkorona ein Filter mit radialem Gradienten vor der Kamera steht oder eine entsprechende Bildmaskierung erfolgt?
Gruß, Elmar
- Christoph Gerber
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Re: CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Hallo Carl und Elmar,
danke Carl für den link und den Hinweis auf Ceres: Ich habe die Planeten hier markiert – mit ihren Helligkeiten (nach stellarium):
Beim Mond fällt zunächst mal die Schleife seiner Bahn auf: sie ist bedingt durch die Satellitenbewegung um die Erde (sonst wäre der Mond ja nicht sichtbar): da bewegt sich der Satellit schneller nach Osten als der Mond, weshalb es zu der "Rückläufigkeit" kommt.
Dann die "Finsternis", die Elmar angesprochen hat: Im Gegensatz zu LASCO ist hier der Halterarm der Sonnenblende (im Bild nach oben gerichtet) so gut wie nicht zu erkennen – daher verschwindet der Mond dahinter (und Sterne auch, aber das fällt nicht so auf).
Und schließlich: Schon bei den ersten CCOR-Bildern war der Neumond so zu sehen: Da ist sicherlich nichts hereingeblendet. Ich gehe davon aus, dass es tatsächlich der Erdschein ist, der den Mond so aufhellt. Wenn ich mir die Helligkeit des Merkur (-1.8m) und der Ceres (+8.7m) anschaue, sehe ich keinen Widerspruch zu einer Integralhelligkeit des Mondes von etwa -3 mag. Die Strukturen auf dem Mond erscheinen nur während der Teil-Abschattung durch den Halterarm, ansonsten ist er stark überbelichtet (aber nicht übersättigt wie der "überlaufende" Merkur mit -2.0 mag).
Gruß aus HD,
Christoph
danke Carl für den link und den Hinweis auf Ceres: Ich habe die Planeten hier markiert – mit ihren Helligkeiten (nach stellarium):
Beim Mond fällt zunächst mal die Schleife seiner Bahn auf: sie ist bedingt durch die Satellitenbewegung um die Erde (sonst wäre der Mond ja nicht sichtbar): da bewegt sich der Satellit schneller nach Osten als der Mond, weshalb es zu der "Rückläufigkeit" kommt.
Dann die "Finsternis", die Elmar angesprochen hat: Im Gegensatz zu LASCO ist hier der Halterarm der Sonnenblende (im Bild nach oben gerichtet) so gut wie nicht zu erkennen – daher verschwindet der Mond dahinter (und Sterne auch, aber das fällt nicht so auf).
Und schließlich: Schon bei den ersten CCOR-Bildern war der Neumond so zu sehen: Da ist sicherlich nichts hereingeblendet. Ich gehe davon aus, dass es tatsächlich der Erdschein ist, der den Mond so aufhellt. Wenn ich mir die Helligkeit des Merkur (-1.8m) und der Ceres (+8.7m) anschaue, sehe ich keinen Widerspruch zu einer Integralhelligkeit des Mondes von etwa -3 mag. Die Strukturen auf dem Mond erscheinen nur während der Teil-Abschattung durch den Halterarm, ansonsten ist er stark überbelichtet (aber nicht übersättigt wie der "überlaufende" Merkur mit -2.0 mag).
Gruß aus HD,
Christoph
- Elmar Schmidt
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Re: CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Danke Christoph,
so ist es plausibel, und man sieht in dem Standbild auch den Halterarm besser. Offenbar reicht schon dessen Halbschatten (oder eine weitere Struktur), um die Überbelichtung des Neumonds zu verhindern. Irgendwann müßte er aber vielleicht mal unten durchlaufen? Die Helligkeit -3 mag ist übrigens ziemlich gesichert.
Gruß, Elmar
so ist es plausibel, und man sieht in dem Standbild auch den Halterarm besser. Offenbar reicht schon dessen Halbschatten (oder eine weitere Struktur), um die Überbelichtung des Neumonds zu verhindern. Irgendwann müßte er aber vielleicht mal unten durchlaufen? Die Helligkeit -3 mag ist übrigens ziemlich gesichert.
Gruß, Elmar
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Carl Herzog
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Re: CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Hallo Elmar und Christoph,
vielen Dank für die Einordnung und die Erläurungen.
Wenn man unbedacht auf das Bild blickt könnte man meinen der Mond sei hinter der Sonne und vom Sonnenlicht angestrahlt. Eine schöne optische Täuschung!
Die Teilverschattung von Objekten nahe dem Haltearm kenne ich aus meinen selbstgemachten Sonnenblenden für Haloaufzeichnungen. In meinem Fall ist die Blende selbst leicht durchsichtig (Sonnenfilterfolie mit ND 3,8), so dass ich auch die Sonne und den Mond mitfotografieren kann. Wenn man nicht gerade mit dem Fischauge unterwegs ist, sind dann auch Details am Mond zu erkennen. Zu einer Verschattung kommt es auch an der Kante der Sonnenblende, obwohl diese sich 1 Meter vor dem Objektiv befindet. Das hilft dann woanders: bei der Aufzeichnung von Pollencoronas, da die Helligkeit des ersten Ringes sehr hoch ist, und die äußeren Ringe schnell dunkler werden. Ideal wäre freilich eine radial schwächer werdende ND-Folie.
Im Falle des CCOR1 würde ich vermuten, dass die Blende drinnen im Stahlengang platziert und damit die Verschattung nicht wahrnehmbar ist.
Was ich eigentlich mit CCOR2, der am L1 platziert werden soll: ist er noch nicht in Betrieb?
VG, Carl
vielen Dank für die Einordnung und die Erläurungen.
Wenn man unbedacht auf das Bild blickt könnte man meinen der Mond sei hinter der Sonne und vom Sonnenlicht angestrahlt. Eine schöne optische Täuschung!
Die Teilverschattung von Objekten nahe dem Haltearm kenne ich aus meinen selbstgemachten Sonnenblenden für Haloaufzeichnungen. In meinem Fall ist die Blende selbst leicht durchsichtig (Sonnenfilterfolie mit ND 3,8), so dass ich auch die Sonne und den Mond mitfotografieren kann. Wenn man nicht gerade mit dem Fischauge unterwegs ist, sind dann auch Details am Mond zu erkennen. Zu einer Verschattung kommt es auch an der Kante der Sonnenblende, obwohl diese sich 1 Meter vor dem Objektiv befindet. Das hilft dann woanders: bei der Aufzeichnung von Pollencoronas, da die Helligkeit des ersten Ringes sehr hoch ist, und die äußeren Ringe schnell dunkler werden. Ideal wäre freilich eine radial schwächer werdende ND-Folie.
Im Falle des CCOR1 würde ich vermuten, dass die Blende drinnen im Stahlengang platziert und damit die Verschattung nicht wahrnehmbar ist.
Was ich eigentlich mit CCOR2, der am L1 platziert werden soll: ist er noch nicht in Betrieb?
VG, Carl
- Elmar Schmidt
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Re: CCOR1 mit Mond, Merkur und Plejaden
Hallo nochmals,
laut dem diesbezüglich bis auf Mars bei Planetenhelligkeiten sehr zuverlässigen skycalc.com hatte Merkur am 16.05.(nicht 10.) diesen Jahres -2,1 mag. Er hat ja einen ähnlich hohen Oppositionseffekt wie der Mond.
Das paßt für mich aber nicht zum CCOR-Film. Da sieht der Neumond (zumal nahe dem Perigäum) abseits der Haltestreben doch ggü. Merkur deutlich heller aus als nur um eine Größenklasse? Ob es noch einen Filter mit radialem Gradienten gibt, um die Sonnenkorona besser abzulichten?
Gruß, Elmar
PS: auf das integrale Erdlicht von -3 mag kommt man durch die einfache Überlegung, daß die Sonne mit knapp -27 mag den Vollmond auf -13 mag bringt, während die Vollerde etwa -17 mag hell ist, und der nur von ihr beleuchtete Neumond daher auch 10 Größenklassen schwächer sein sollte, also bei -3 mag liegen müßte. Hier wird übrigens die Vollerdhelligkeit diskutiert und mit -16 bis -17 mag angegeben (wovon ich den helleren Wert für zutreffender halte):
https://astronomy.stackexchange.com/que ... r-midnight
Die Abschätzung der Neumondhelligkeit ist sicher mit einem Fehler von gut 0,5 mag behaftet. Eine ältere Arbeit [VAN LIEMPT, J.: Brightness of the New Moon. Nature 161, 27 (1948)] setzte ihn mit nur -2,4 mag an, und hält das für 10 Tsd. mal schwächer als den Vollmond, geht aber von einer zu geringen Vollmondhelligkeit bei -12,5 mag aus, vgl.
https://doi.org/10.1038/161027a0)
Nach der anderen Seite kann man die Neumondhelligkeit etwa aus den Messungen des Earthshine-Projekts abschätzen. Mit der hier daraus zitierten Grafik
https://www.johncbarentine.com/earthshine.html
kann man die Flächenhelligkeit des Erdscheins zur Neumondphase hin auf etwa 12 mag/arcsec^2 extrapolieren, und das ergäbe auf dem Durchmesser von 1860 arcsec insgesamt sogar -4 mag.
In der Totalität der Sonnenfinsternis vom 8.4.2024 versuchte ich in Mexiko, die Leuchtdichte des Neumondes in einer Blende von 1/3 Grad Durchmesser zu bestimmen. Zu erwarten gewesen wären etwa 1 cd/m^2. Die "ersoffen" aber in der Lichteinstreuung vom (Dunkelblau-)Himmel, welcher selbst weit weg von der Sonne noch 40 cd/m^2 hatte, und in Richtung der Sonnenkorona durch Vorwärtsstreuung bei vielen 100 cd/m^2 lag.
laut dem diesbezüglich bis auf Mars bei Planetenhelligkeiten sehr zuverlässigen skycalc.com hatte Merkur am 16.05.(nicht 10.) diesen Jahres -2,1 mag. Er hat ja einen ähnlich hohen Oppositionseffekt wie der Mond.
Das paßt für mich aber nicht zum CCOR-Film. Da sieht der Neumond (zumal nahe dem Perigäum) abseits der Haltestreben doch ggü. Merkur deutlich heller aus als nur um eine Größenklasse? Ob es noch einen Filter mit radialem Gradienten gibt, um die Sonnenkorona besser abzulichten?
Gruß, Elmar
PS: auf das integrale Erdlicht von -3 mag kommt man durch die einfache Überlegung, daß die Sonne mit knapp -27 mag den Vollmond auf -13 mag bringt, während die Vollerde etwa -17 mag hell ist, und der nur von ihr beleuchtete Neumond daher auch 10 Größenklassen schwächer sein sollte, also bei -3 mag liegen müßte. Hier wird übrigens die Vollerdhelligkeit diskutiert und mit -16 bis -17 mag angegeben (wovon ich den helleren Wert für zutreffender halte):
https://astronomy.stackexchange.com/que ... r-midnight
Die Abschätzung der Neumondhelligkeit ist sicher mit einem Fehler von gut 0,5 mag behaftet. Eine ältere Arbeit [VAN LIEMPT, J.: Brightness of the New Moon. Nature 161, 27 (1948)] setzte ihn mit nur -2,4 mag an, und hält das für 10 Tsd. mal schwächer als den Vollmond, geht aber von einer zu geringen Vollmondhelligkeit bei -12,5 mag aus, vgl.
https://doi.org/10.1038/161027a0)
Nach der anderen Seite kann man die Neumondhelligkeit etwa aus den Messungen des Earthshine-Projekts abschätzen. Mit der hier daraus zitierten Grafik
https://www.johncbarentine.com/earthshine.html
kann man die Flächenhelligkeit des Erdscheins zur Neumondphase hin auf etwa 12 mag/arcsec^2 extrapolieren, und das ergäbe auf dem Durchmesser von 1860 arcsec insgesamt sogar -4 mag.
In der Totalität der Sonnenfinsternis vom 8.4.2024 versuchte ich in Mexiko, die Leuchtdichte des Neumondes in einer Blende von 1/3 Grad Durchmesser zu bestimmen. Zu erwarten gewesen wären etwa 1 cd/m^2. Die "ersoffen" aber in der Lichteinstreuung vom (Dunkelblau-)Himmel, welcher selbst weit weg von der Sonne noch 40 cd/m^2 hatte, und in Richtung der Sonnenkorona durch Vorwärtsstreuung bei vielen 100 cd/m^2 lag.
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