ein kleiner Nachtrag zum Nachtrag bzgl. der goldenen Stunde: auch wenn die von meiner Allsky-Kamera gemittelte Himmelfarbe beim normalen Blauton lag, kann es glaube ich theoretisch so gewesen sein, dass das Verhältnis zwischen direkter und gestreuter Sonnenstrahlung sich während der Finsternis (zugunsten der direkten Strahlung) verschoben hat. Das könnte dann erklären, warum die Landschaft den goldenen Touch hatte.
Da die SQM-Messung eigentlich für die Nacht gedacht ist und auf Magnituden basiert, entsprechen höhere Werte einer zunehmenden Dunkelheit. Vom Tag bzw. der Leuchtdichte aus betrachtet stehts natürlich auf den Kopf. Ich mach da noch eine Grafik mit cd/m², damit es schöner aussieht.
Mein Profi-Luxmeter mit Linsenaufsatz zur Leuchtdichtemessung hat glaube ich ein Sichtfeld von 10°, und der SQM-Meter mittenbetonte 40°. Mit denen habe ich die Formel zur Umrechnung hergleitet. Die Ungenauigkeit von 15 % in dem Beispiel rührt aber glaube ich hauptsächtlich vom Meßfehler des SQM-Messgeräts im Bereich von 6 bis 8 MPSAS. Erst wenn es dunkler wird, wird das Gerät hinreichend genau. Insofern war es ein Glücksfall, dass die Finsternis so kurz vor Sonnenuntergang lag.
zum goldenen Ton der Landschaft am Finsternismaximum ist zu bedenken, daß die Helligkeit halt binnen zehn Minuten in sonst ungewohnter Weise um den Faktor 5 herunter ging, während zugleich die ohnedies langen Schatten von der schmalen Sichel "härter" wurden. Dadurch mag tatsächlich das sowieso schon ins Gelbe verfärbte Sonnenlicht auf rauhen Böden stärker ins Gewicht gefallen sein. Die Helligkeitsaufteilung zwischen gelblichem Sonnen- und bläulichem Himmelsstreulicht wiederum könnte durch die "Halbschattenzunge" gegenüber unverfinsterten Verhältnissen zu Ungunsten des letzteren geändert worden sein. Ich erinnere eine ähnliche und leicht gespenstische Beleuchtung im übrigen von vor der Totalität in Durango/Mexiko am 8.4.2024.
Gruß, Elmar
PS: mein Leuchtdichtemeßgerät Konica LS-150 ist enorm zuverlässig und linear über acht Größenordnungen. Wegen des kleinen Raumwinkels ist es allerdings am unteren Ende bei 0,001 cd/m^2 begrenzt. Gelegentlich gibt es an wirklich dunklen Himmeln nur noch eine blinkende Anzeige "0,001" oder "0,000", die man mit 0,0005 cd/m^2 gleich setzen könnte. Das wären nominell 20,75 mag/(")^2. Kleinere Werte kann ich mit dem Gerät nicht mehr erfassen.
Größte Phase um 20:11 Uhr MESZ mit 88% Bedeckungsgrad, aufgenommen auf dem Landberg bei Herzogswalde in Sachsen am Rand des Tharandter Waldes mit einem umgebauten 70/700 mm-Refraktor. Einige Leute fanden sich ein und eine sehr junge Lady namens Lea, 12 Jahre alt, die mit ihrem Vati kam, war überglücklich, als ich ihr meine Sofibrille überreichte. Richtung Sonne standen etliche Cirren, die sich gern mal über dem Erzgebirge bei Hochdruckwetterlagen bilden. Anfangs empfand ich diese als ziemlich störend, entdeckte aber später ihren äußerst dekorativen Wert als Hintergrund für die Sonnensichel.
Refraktor 70/700 + Canon EOS 6D + Baader Solarfolie ND 3.8 (fotografisch), ISO 200, 1/20s
Söh, nachdem es gestern (13.8.) noch perfekter war als am Finsternistag, habe ich vom Balkon eine weitere Serie gemacht und mit der Finsternisserie ohne irgendwelche Angleichungen zusammen aufgetragen.
Es bestätigt sich, daß die Himmelsleuchtdichte an wolkenlos klaren Tagen und gegebenem Ort (vor allem bestimmer Höhe) hochgradig determiniert und gleichbleibend ist.
Gruß, Elmar
Ja, Jan! Insbesondere das 4. Bild von Gerrit finde ich irre: da zaubern die Sicheln eine Plastizität der Baumäste an die Wand des Hauses, so als ob diese dreidimensional "verputzt" wäre. Eine der schönsten optischen Täuschungen, die mir bisher begegnet sind! Danke Gerrit!
anbei ein paar Schnappschüsse aus Großkoschen am Senftenberger See. Der Sonnenuntergang hat fast den Aussichtsturm Hörlitz bei mir zuhause erreicht. Schön war auch der Moment mit abgelösten Segmenten an der unteren Sichelspitze. Leider kam da nicht mehr viel in Sachen Grünem Strahl. Helligkeitsmessungen mit einem einfachen Sensor hab ich auch, da muss ich aber noch reinschauen.
Moin!
Hier im Norden war es nicht ganz so wolkenlos wie im Rest der Republik. Trotzdem reichte es für eine ansehliche Fotostrecke. Zum Höhepunkt der Verfinsterung war es deutlich dunkler. Vergleichbar mit stark bewölktem Himmel bei normaler Sonne und vergleichbarer Sonnenhöhe.
Anbei habe ich eine Kollage der Sonne in 5 Minuten Abständen erstellt (300mm) und eine Übersichtsaufnahme des Sonnenuntergangs als digitale Mehrfachbelichtung.
7 der Sonnenscheiben wurden von einem Ac str tr Feld verdeckt, das sich kaum verlagerte. Zum Höhepunkt der Finsternis stand die Sonne wieder frei am Himmel, bevor sie zum Sonnenuntergang in ein Ci Feld geriet.
Beobachtungsort: Helvesiek (53,2N, 9,5E)
was ein Spektakel, auch wenn es in Meppen "nur" für 87 % Verfinsterung gereicht hat.
Ich habe den Verlauf der Sonnenfinsternis mit meiner Canon EOS 6D in Verbindung mit einem alten Meade ETX90 festgehalten. Für das Nachführen habe ich mir eine Skywatcher EQ5 Pro SynScan von einem Astrofotografie Kollegen ausgeliehen.
Aus den über 600 Aufnahmen ist folgender Zeitraffer entstanden:
Zusätzlich noch eine Übersicht vom Verlauf der Sonnenfinsternis: