Purpurschnee

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Peter Krämer
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Purpurschnee

Beitrag von Peter Krämer » 25. Nov 2008, 14:40

Es scheinen immer noch Reste von Kasatochi-Asche in der Stratosphäre herumzugeistern.
Gestern abend klarte es hier in Bochum zum Sonnenuntergang auf, und so war wieder ein schönes Purpurlicht zu sehen. Es war so intensiv, daß es sogar einen Widerschein auf dem frisch gefallenen Schnee erzeugte. Besonders gut zu sehen war dieser an Bäumen, die quer zur Dämmerung standen und deswegen von dem Lichtschein voll getroffen wurden:
Bild

Grüße
Peter

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 25. Nov 2008, 15:40

Hallo Peter,

schönes Bild, ich habe auch den Eindruck, dass noch genügend Asche in der Stratosphäre sein muss. Am vergangenen Wochenende hatten wir hier auch wieder Purpurlicht kurz nach Sonnenuntergang, da machte sich grad ne Wolkenlücke ganz breit, zuvor hatte es bei uns geschneit...

Viele Grüße
Michael

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 25. Nov 2008, 20:53

Hallo!

@ Peter: Tolles Bild, gefällt mir. Die "blaue Stunde" mal in Purpur. Gibt's ja auch nicht oft.

Auch in unserer Region gab es an den letzten beiden Abenden recht intensives, strukturloses Purpurlicht. Schon vor Sonnenuntergang machte sich heute der Venusgürtel bemerkbar. Er war deutlich stärker als gewöhnlich ausgeprägt. Nach Sonnenuntergang sah die Situation hier so aus:

Bild 1: Purpurlicht über dem Deister.
Bild

Es folgte noch ein schwaches Nachpurpurlicht, in dessem Randbereich sich diese beiden "Burschen" herumtrieben:

Bild 2: Nachpurpurlicht über dem Deister mit Jupiter und Venus:
Bild

Aufnahmeort: Gehrdener Berg bei Hannover, Blickrichtung Wennigsen und Barsinghausen, Niedersachsen. Bild 1 ist ein Panorama, zusammengesetzt aus 6 Einzelaufnahmen.

Viele Grüße, Reinhard

uwe radtke
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Beitrag von uwe radtke » 25. Nov 2008, 21:55

Hallo zusammen,

Also ich hab ja jetzt noch nicht sooo die riesen Ahnung von allem, deshalb hier die Frage wegen dem Purpur und so in letzter Zeit.
Wäre es eigentlich auch möglich dass der "Staub" in den letzten Wochen/Tagen, etwas Ruß von den Waldbränden in Kalifornien zu uns rüberkam???
Freu mich auf Antworten.

Viele Grüße und Gute Nacht
Uwe

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 26. Nov 2008, 10:20

Hallo Uwe,

die Ausdehnung der Verbreitung von Staub in der Atmosphäre ist immer eine Frage der Höhe. Am höchsten kann Vulkanasche in die Atmosphäre geschleudert werden. Die von Kasatochi lagert lt. Messungen in einer Höhe zwischen 15 und 20km und verteilt sich nur sehr langsam, da sie nicht herausgewaschen wird.

Asche von Waldbränden ist dagegen (wie übrigens auch Saharasand) in sehr viel tieferen Luftschichten unterwegs und sollte beim ersten Regen ausgewaschen werden. Deshalb glaube ich nicht wirklich, daß es die Asche von Kanada bis zu uns schafft. Den Messungen zu Folge ist es noch immer Kasatochistaub, der das Licht zum zarten Purpur beugt.

LG Claudia

uwe radtke
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Beitrag von uwe radtke » 26. Nov 2008, 16:02

Hallo Claudia,

das hätte Ich nicht gedacht.
Danke für die Antwort, jetzt hab Ich wieder mal etwas dazu gelernt :)

Viele Grüße
Uwe

Karl Kaiser
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Beitrag von Karl Kaiser » 4. Dez 2008, 05:52

Liebe LeserInnen!

Ich greife noch einmal die Möglichkeit der Ausbreitung von Staub in der Luft auf - insbesondere die in den unteren Schichten.
Saharastaub kann über 1000e km verfrachtet werden. Es ist ja bekannt, dass riesige Mengen davon bis ins Amazonasbecken verfrachtet werden und dort zur "Düngung" des Regenwaldes beitragen. In Europa wird immer wieder ein Transport bis in den hohen Norden festgestellt. Natürlich wird er relativ rasch ausgewaschen, da er sich im Gegensatz zur Vulkanasche nur in der Troposphäre findet.

Es sollte also durchaus auch möglich (möglich!) sein, dass Asche der Waldbrände in Kalifornien bis zu uns kommt. Ob dem so ist (war), müsste anhand der Windströmungen analysiert werden. Im Vergleich zu den Staubmengen, die bei Wüstenstürmen wegtransportiert werden, dürfte die Aschemenge aber eher gering sein.

Wie weit z. B. Wüstenstaub verfrachtet werden kann, ist in folgendem Bericht der Süddeutschen Zeitung nachzulesen:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/702/177165/

"Im Jahr 2003 machten französische Forscher in den Alpen eine besondere Entdeckung. Staub hatte den Schnee verfärbt - Saharasand, folgerten die Experten. Doch eine Analyse ergab, dass es sich um chinesischen Löss handelte, jene fruchtbare Erde also, die in China dem Gelben Fluss seine Farbe verleiht. Die Rekonstruktion der Wetterverhältnisse ergab, dass der Löss rund 20.000 Kilometer weit geflogen war. In nur zwei Wochen wehte er über Nordamerika und den Atlantik nach Europa - ein Rekord."

Ich wünsche euch allen einen schönen guten Morgen und schicke herzliche Grüße aus Schlägl!

Karl

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