hi Christian,
danke für den Link! Ich muss ihn damals überlesen oder aber inzwischen vergessen haben. Deine Ausführungen sind äusserst aufschlussreich.
Ich bin im Moment noch hin- und hergerissen, ob wirklich 0,5° breite Lichtquellen je nach Spiegelflächengrösse unterschiedlich entfernte Halos vorgaukeln:
a) entweder der Kristall ist breit genug oder nicht. Wenn er es ist, sieht der Bogen x Meter weit entfernt aus, egal wie gross der Kristall ist.
b) waren heute nur äusserst winzige Kristalle in der Luft, keine 2mm gross. Bei dieser Grösse müssten die Kristalle schon ziemlich weit weg sein, um räumliche Bilder zu erzeugen. Waren sie aber nicht, die Untersonne war zum Greifen nahe.
Die Tiefenwahrnehmung ist äusserst surreal - wer das nicht selber gesehen hat, kann das kaum nachvollziehen. Da läuft im Hirn ein Prozess ab, bei dem es etwas verstehen will, was es nicht verstehen kann. Ich habe im Moment den Eindruck, dass wirklich die Grösse der Einzelblitze und nicht die Gesamtmenge oder Helligkeit die scheinbare Entfernung bestimmt.
Es war sehr interessant, Claudias Beobachtungen zu lesen. Mein Halo heute war leider nur ein Standard-Halo, aber trotzdem war ich überrascht, es genau so wie Claudia empfunden zu haben: OBB viel näher als SLB. Andere Bögen waren mit dem Auge nicht zu erkennen, die Sonnenbögen habe ich erst auf den Fotos gesehen.
Bei mir war nur der Moilanenbogen ausgeprägter als bei Claudia, und es ging mir anfänglich wie ihr: Beinahe übersehen, weil er so nahe lag. Nur die Untersonne war näher.
Der Moilanenbogen ist ein rätselhaftes Ding... Zeitweilig waren seine Flügel lang und gerade und reichten bis zum 22°-Kreis. Es wird ja immer über seine Schneekanonen-Herkunft geschrieben, und seit dem Winter haben wir bestimmt 15 weitere in Betrieb, auch letzte Nacht (Gesamtmässig sind wir wohl bald bei 100). Nur:
- Die nächste ist >2 km entfernt
- die Nacht war grossenteils völlig klar und nebelfrei
- der morgendliche Eisnebel war ein reiner kleiner Bachnebel entlang der Landwasser - die nächsten 100 km (oder so...) in jeder Richtung waren völlig nebelfrei. An den Hängen unterhalb der Kanonen waberten nicht die allerkleinsten Wölkchen wie sonst. (Es ist immer wieder überraschend, wie klein solche Eiswolken sein können).
Vom oberen Bild aus musste man nur 30m Richtung Sonne gehen und war in völlig klarer Luft!
10 m weiter in die andere Richtung (also rückwärts in den Fotos) war wiederum nur der 22°-Kreis und der OBB zu sehen, ich war anfänglich enttäuscht.
Ich hatte heute ca. 200 Fotos gemacht, die teure Nikon hat sich völlig verabschiedet und bei ISO 200, 1/800 und F15 fast reinweisse überbelichtete Bilder geliefert (sie hatte im Sommer schon mal so einen Anfall, ging dann aber wieder), und die kleine Backup-Kamera hat zu 95% Nahbilder geschossen... Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mir zuhause zu Mute war.
Aber es war trotzdem sehr schön, mitten im Geschehen zu stehen und ich hoffe, ich komme den Winter noch ein Mal dazu (mit heiler Kamera...

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Bertram