Frage an Denker, Mathematiker und Physiker (Abendrot 031110)

Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.
Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 6. Nov 2010, 17:40

Hallo Zusammen,

nette Thema habt ihr da ;) Mir ist bei meinen Beobachtungen auch schon dieses "Vor- bzw- Nachglühen" aufgefallen, wenn auch nicht so intensiv wie von Claudia beschrieben.
Peters Theorie finde ich in dieser Überlegung am interessantesten, das lange nach dem "normalen" Abendrot (also wenn die Sonne schon weiter im Westen steht) die Landschaft durch reflektiertes Licht der Wolken ebenfalls in Rot getaucht wird und durch nochmalige Reflektion wieder an die Wolken gestrahlt wird, die wir zuvor schon einmal als Abendrot gesehen haben. Klingt für mich sehr plausibel ! Danke Peter für diesen Gedankengang, sofern es so stimmt ;)

Viele Grüße
Micha

PS. Werde in meinem "Archiv" auch mal nach solchen "Afterburnern" suchen.

EDIT: Hier noch was von gestern nachgereicht, extra einen Thread öffnen, wär doof. Weils aber so schön zum Thema paßt....stinknormaler SU ;)

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 7. Nov 2010, 14:42

Claudia Hinz hat geschrieben: Peter, Du hast ja sowas schon öfter beobachtet, weißt Du, ob die Luft da in allen Fällen sehr klar war?
So ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber es kam mir doch immer ziemlich klar vor.
Aber etwas muß doch da gewesen sein, denn bei total klarer Luft geht die Sonne nicht so rot auf und unter, da ist die dann eher gelb. Es war zwar klar, aber doch nicht ganz dunstfrei, also ein wenig Feuchtigkeit, aber eben kein richtiger Dunst.

In der Wetterzentrale ist heute übrigens ein Zeitraffer von dem Abendrot am 4. November, leider steht kein genauer Beobachtungsort dabei, aber es war auch in Süddeutschland:
http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8,2001666
Auch hier sieht man, wie lange die Wolken nach Sonnenuntergang noch "nachglühen".

Grüße
Peter

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 7. Nov 2010, 17:06

Da fällt mir ein: vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Dämmerung, und zusätzlich war der Helldämmerungshimmel leicht gelbgrünlich gefärbt.

Es war ebenfalls war es ungewöhnlich warm, damals m.W. sogar über 20 Grad im November. Hier sind dann wiederum zuerst mal die Wetterfrösche gefragt: was heißt das denn im Winter? Etwa, daß die Tropopause höher liegt o.ä.?

Gruß Elmar

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StefanK
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Ungewöhnliches Abendrot

Beitrag von StefanK » 7. Nov 2010, 20:14

Hallo zusammen,

ich hatte eine ähnliche Beobachtung am 22.06.2010 hier in Bonn gemacht und darüber auch im Forum berichtet: http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?p=32122 . Als Ursache vermute ich inzwischen, dass damals Licht von weiter nordwestlich (= geringere Sonnendepression) stehenden Wolken tiefer in den Erdschatten hinein gestreut wurde. Es gibt in der Literatur ein außerordentlich spektakuläres Beispiel für solch ein Phänomen. Bei diesem "Red Sky Event" (Beschreibung und Fotos unter http://fred.unis.no/6dec2002/Default.htm ) wurde Sonnenlicht über fast 1000 km in den Erdschatten gestreut. Das spielte sich zwar an PSC ab, aber warum sollte gleiches - dann über geringere Entfernungen - nicht auch an troposphärischen Wolken möglich sein?

Viele Grüße aus Bonn!

Stefan
Zuletzt geändert von StefanK am 7. Dez 2016, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
Alles über Leuchtende Nachtwolken: http://www.leuchtende-nachtwolken.info/

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 7. Nov 2010, 21:09

6. Dezember 2002? Und rotes Leuchten? Das kann doch nur der Nikolaus gewesen sein.... :wink:

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 9. Nov 2010, 14:34

Moin moin,
Auch wenn ich nicht zu den Experten gehöre, möchte ich meine Gedanken dazu mitteilen. Als ich deinen Beitrag las und das Wort Föhn auftauchte fiel mir ein, dass es am Freitag auch bei uns ungewöhnlich warm wurde (bis 20°). Es gibt wohl auch im Mittelgebirgsraum den Föhn effekt,aber nicht so ausgeprägt, jedoch denke ich, dass einfach das Tief in Norwesten, die Warme Luft aus Spanien zu uns gezogen hat (sorry, ich bin kein Wetterfrosch, wenn ich Stuss schreiben sollte, dann bitte berichtigen). Wie auch immer, ich dachte sofort an diese warme Luftschicht, welche für mich aus SW kam, und war der Meinung dass diese für die ungewöhnlich Hebung der Sonne bzw. deren Strahlen verantwortlich zu machen ist. Eine ungewöhnliche vertikale Temperaturverteilung kann doch die Refraktion verringern oder verstärken.
vielleicht passiert dies ja auch häufiger, nur merkt es keiner, weil die Projetktionfläche (AC) fehlt.
An eine Relfektion durch die Erdoberfläche mag ich nicht so recht glauben, es sei denn man steht am Meer oder auf dem Land liegt Schnee.
Frage: wie weit im Westen hätte sich Claudia befinden müssen, um diesen SU ohne die zusätzliche Anhebung zu sehen? 200Km, 300km .....?

Viele Grüße aus dem Tal der Saar

Sven

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