Frage zur Sichtbarkeit der ISS

Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt.

Moderator: StefanK

Benutzeravatar
Dennis Hennig
Beiträge: 1070
Registriert: 22. Dez 2007, 00:49
Wohnort: Wohnung in Berlin, zu Hause in der Natur möglichst weit jenseits der Stadt

ISS sehr hell auch am 19.8.

Beitrag von Dennis Hennig » 23. Aug 2011, 00:30

Hallo Bertram & Mitforenten!

Ich verbrachte mein Wochenende auf dem Land. :D
Genoß Tanztheater auf einem Künstlerhof in meiner "alten Heimat" in Mecklenburg-Vorpommern.
(Schloss Bröllin bei Pasewalk, 33km WNW von Szczecin, 113km NNE von Berlin)

Die Tanz-Vorstellung hatte am Freitag 19.8. soeben im Freigelände begonnen, als mir trotz reichlich vorhandener Theaterscheinwerfer (!!) *etwas* unerwartet von oben in die Augen strahlte! Nanu! Natürlich unwillkürlich hingeschaut. Der weitere Bahnverlauf, Geschwindigkeit, "sibrige" Farbe des "Objektes" waren mit meiner bisherigen ISS-Beobachtungserfahrung konsistent.

Es dürfte sich um den ISS-Überflug gegen 21.36Uhr MESZ gehandelt haben.

Vielleicht waren Fluglage, Sonnen- und Beobachterwinkel in den letzten Tagen halt gerad zufällig mehrfach günstig für ausgeprägte Reflexe an der Raumstation.

Gruß
Dennis

Dieter R
Beiträge: 173
Registriert: 12. Jan 2004, 22:04
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Dieter R » 23. Aug 2011, 18:54

Ich hatte auch mal ein hellen Überflug beobachten können, dort war auch ein helles Aufblitzen. Einer hatte damals bei der NASA nachgeschaut und zu diesem Zeitpunkt wurde "Wasser" auf der ISS abgelassen.
@Herrmann ich finde die Strichspuarufnahme gar nicht überbelichtet, sonst solltest Du auch noch die chromatischen Aberrationen erwähnen. Das aber sollte nicht die Aufnahme schmälern :wink:
Dieter
Unser Kopf ist rund,
damit das Denken die Richtung wechseln kann
F.Picabia

Benutzeravatar
Evelyn Günther
Beiträge: 131
Registriert: 5. Apr 2010, 19:41
Wohnort: Arnstadt

Beitrag von Evelyn Günther » 23. Aug 2011, 19:17

Hallo
ich habe am 20.08. einen imposanten Überflug der ISS gesehen. Ich war in Sanssouci und die Wege waren nur leicht erhellt. Sie flog direkt über den Weg wo wir uns befanden. Ich sagte zu meinem Begleiter: "Schau da ist sie". Die Umstehenden schauten natürlich auch nach oben und einer meinte das da ein Stern fliegt. Und wie aus einem Munde sagten wir "Nee das ist kein Stern, das ist die ISS." Wir beide waren schließlich kostümiert. Schade das ich die Gesichter der anderen nicht sehen konnte.
Evelyn

Benutzeravatar
Hermann Koberger
Beiträge: 410
Registriert: 8. Jan 2011, 20:58
Wohnort: Fornach, Österreich
Kontaktdaten:

Beitrag von Hermann Koberger » 23. Aug 2011, 20:52

Hallo Dieter,

danke für den Hinweis ...an das hatte ich ietzt gar nicht gedacht.
Ja, klar kommt das auch noch hinzu, da es kein hochwertiges apochromatisches Objektiv ist.

Grüsse
Hermann

Georg V.
Beiträge: 51
Registriert: 10. Aug 2011, 14:39
Wohnort: München

Beitrag von Georg V. » 24. Aug 2011, 13:30

Hallo Bertram,

lustig, das ging mir im ersten Moment auch so mit der Bewegungsrichtung. Aber wenn die Bewegungsrichtung, von Polaris (oder besser, dem Himmelsnordpol) aus betrachtet, undefiniert wäre... dann wäre sie das doch auch von jedem anderen, beliebigen Punkt aus? Zum Beispiel, von Osten führen alle Wege nach Westen?
es ist ein nettes "philosophisches" (oder auch nur geometrisches) Problem, wohin ein Objekt fliegt, wenn es den Polaris ziemlich genau passiert
Geometrisch ist mir das wohl einigermaßen klar. Wenn die ISS im Südwesten auftaucht und sich "in Richtung Polaris" bewegt, wird sie sich anschließend in die entgegengesetzte Richtung (Nordost) weiterbewegen. Bezogen auf die Bahnpunkte am Horizont allerdings wohl nur näherungsweise (abgesehen für die Flugrichtungen "von Süd nach Nord" und umgekehrt), denn Polaris steht bei uns ja nicht im Zenit.

Was aber, wenn man sich am Nordpol aufhält, die ISS sich am Himmelsnordpol "befindet" und sie sich exakt in Richtung Süden bewegt? - Ich denke, dann ist schnelles Rennen angesagt. Man kann ja nie wissen. :D

Schöne Grüße
Georg

Benutzeravatar
Bertram Radelow
Beiträge: 1187
Registriert: 20. Dez 2005, 12:19
Wohnort: Davos / Graubünden / Schweiz
Kontaktdaten:

Beitrag von Bertram Radelow » 24. Aug 2011, 17:02

hi Georg,

ich glaube, in der von Dir beschriebenen Situation kann die ISS nur nach Süden. Bei allen anderen Richtungen solltest Du laufen...

CALSKY.COM habe ich richtig lieb gewonnen. Ich habe schon meine Assistentinnen "angefixt". Samstag kommt wieder ein kapitaler zenitaler Überflug mit Verlöschen im Zenit - und das ganze noch mit -4,4mag. Wehe die Kaltfront ist dann noch nicht weg!

Bertram

Benutzeravatar
Bertram Radelow
Beiträge: 1187
Registriert: 20. Dez 2005, 12:19
Wohnort: Davos / Graubünden / Schweiz
Kontaktdaten:

Beitrag von Bertram Radelow » 24. Aug 2011, 20:54

Was für ein Zufall, der "Himmel" meint es gut mit uns. Meine Frau und ich sitzen gerade gemütlich auf der Dachterrasse, da blinkt vor unseren Augen ein Iridium auf, und wieder so ein Monster: laut Calsky Helligkeit -6,2mag! (Iridium8, rechte Antenne - gut zu wissen :? )
Der ISS-Flare vom 17.8. war erheblich heller, Hermanns Schätzung mit bis zu -10mag kann gut hinkommen.

Bertram

Benutzeravatar
Dennis Hennig
Beiträge: 1070
Registriert: 22. Dez 2007, 00:49
Wohnort: Wohnung in Berlin, zu Hause in der Natur möglichst weit jenseits der Stadt

Beitrag von Dennis Hennig » 24. Aug 2011, 22:21

Georg V. hat geschrieben: ...
Was aber, wenn man sich am Nordpol aufhält, die ISS sich am Himmelsnordpol "befindet" und sie sich exakt in Richtung Süden bewegt? ...
...
Das wird nie passieren. Bei einer Bahnneigung von 51,6° schafft es die ISS ja nichtmal mehr über Berlin - 53,5° Nord - bis in den Zenit.

Richtung Polarstern ist übrigens auch nicht die Nordrichtung auf der Erde. Dein Nordhorizont ist dort, wo ein gedanklich vom Polarstern gefälltes Lot senkrecht auf den Horizont trifft. Erschwerend kommt mal wieder hinzu, dass die Erde rund ist. Je weiter Du Dich dem Nordpol näherst, umso unmöglicher wird es, wirklich nach Norden voran zu kommen. In der Nähe des Nordpoles gehst Du, in den Himmel hinaus projeziert, immer nach Westen oder Osten. Nach Norden haste praktisch keine Chance, nach Süden ist auch ganz schwierig, denn Du bewegst Dich ja nahe des Nordpoles auf einer Fläche, die leider zur Nord-Süd-Richtung orthogonal steht. :roll:
So, das musste mal gesagt werden :lol: :lol:
Achso, die ISS fällt fast im Kreis um die Erde herum.
Und jetzt hab ich selbst den Faden verloren, was ich eigentlich sagen wollte :wink: :wink:

Georg V.
Beiträge: 51
Registriert: 10. Aug 2011, 14:39
Wohnort: München

Beitrag von Georg V. » 26. Aug 2011, 19:42

Hallo Dennis,
Dennis Hennig hat geschrieben:Das wird nie passieren. Bei einer Bahnneigung von 51,6° schafft es die ISS ja nichtmal mehr über Berlin - 53,5° Nord - bis in den Zenit.
Ja, das ist mir klar. Ich bin schließlich nur in den philosophischen Teil der Diskussion eingestiegen. :) Tatsächlich würde die ISS wegen Impulserhaltung ja auch nicht senkrecht runterfallen können. Weiterhin kann sie von einem Punkt exakt oberhalb des geografischen Südpols mathematisch gesehen zwar nur nach Süden fallen, aber egal welchen der unendlich vielen Südwege sie einschlagen würde (ich hatte deswegen gemeint, "man kann ja nie wissen") - man würde merken, ob sie einem auf den Kopf fallen wird oder nicht. Man kann also natürlich doch wissen.
Was Du weiterhin meinst, verstehe ich leider nicht.

Dennis Hennig hat geschrieben:Richtung Polarstern ist übrigens auch nicht die Nordrichtung auf der Erde.
Unter Nordrichtung auf der Erde (um es genau zu definieren, auf der Erdoberfläche) verstehe ich die Richtung, die entlang eines Meridians in Richtung Nordpol verläuft. Dabei unterscheide ich noch zwischen geografischem und magnetischem Nordpol, letzterer tut für mich hier nichts zur Sache.
Dennis Hennig hat geschrieben:Dein Nordhorizont ist dort, wo ein gedanklich vom Polarstern gefälltes Lot senkrecht auf den Horizont trifft.
Sicher? Ich habe gelernt, dass der Himmelsnordpol dort ist, wo sich der Fluchtpunkt der gegen Norden verlängerten Erdrotationsachse befindet. Rein zufällig befindet sich dort in der Nähe Polaris, wobei Nähe relativ ist. Soweit ich weiß, hat der Kreis, den Polaris bei Rotation um den Himmelsnordpol beschreibt, immerhin etwa die dreifache Fläche der Vollmondscheibe.

Mein Nordhorizont liegt daher in geografischer Nordrichtung. Diese gibt es auf jedem Punkt der Erdoberfläche, mit Ausnahme des geografischen Norpols (von dort gehen alle Richtungen geografisch nach Süden). Ein Lot muss ich dazu nicht fällen (auch nicht korrekterweise vom Himmelsnordpol ausgehend): Zum Glück nicht, denn sonst hätte ich am Südpol arge Navigationsprobleme.
Dennis Hennig hat geschrieben:Erschwerend kommt mal wieder hinzu, dass die Erde rund ist. Je weiter Du Dich dem Nordpol näherst, umso unmöglicher wird es, wirklich nach Norden voran zu kommen. In der Nähe des Nordpoles gehst Du, in den Himmel hinaus projeziert, immer nach Westen oder Osten. Nach Norden haste praktisch keine Chance, ...
Hier steige ich leider komplett aus.
Wenn ich mich auf der Erdoberfläche bewege, habe ich theoretisch absolut kein Problem, solange nach Norden zu laufen, bis ich exakt am Nordpol angekommen bin. Schwierig wird es nur, weil es immer eisiger wird. :)
Wenn ich mich oberhalb der Erdoberfläche auf elliptischen Bahnen bewege, gilt meines Erachtens das Gleiche, mit dem Unterschied, dass alle Meridiane und Pole sich eben auf einer gedachten Schale um die Erde befinden. Auf den Himmel projizieren muss ich doch nichts?
Dennis Hennig hat geschrieben:nach Süden ist auch ganz schwierig, denn Du bewegst Dich ja nahe des Nordpoles auf einer Fläche, die leider zur Nord-Süd-Richtung orthogonal steht.
Du meinst hier vermutlich, "auf einer Fläche, die senkrecht zur Erdrotationsachse steht"? Die Meridiane ("Nord-Süd-Richtungen") liegen in Polnähe natürlich näherungsweise auf einer solchen "Ebene" (mathematisch genaugenommen ein Kleinkreis sehr geringer Krümmung). Entlang eines Meridians bewege ich mich aber auch in Polnähe immer in Nord-Südrichtung (oder zurück).
Dennis Hennig hat geschrieben:Und jetzt hab ich selbst den Faden verloren, was ich eigentlich sagen wollte :wink: :wink:
:D

Belustigte Grüße
Georg :)

Benutzeravatar
Bertram Radelow
Beiträge: 1187
Registriert: 20. Dez 2005, 12:19
Wohnort: Davos / Graubünden / Schweiz
Kontaktdaten:

Beitrag von Bertram Radelow » 26. Aug 2011, 21:35

Liebe Combattanten,

ich habe grundsätzlich Mühe, wenn posts zeilenweise analysiert und "richtig gestellt" werden. So etwas funktioniert m.E.
  • sehr gut: nur im persönlichen Gespräch bei einem Kaffee/Bier
    gut: im Telefonat
    mühselig: im Forum - hier kommt die archaische "Ehre" ins Spiel
Erfahren in einem anderen Forum (Modellflug) deswegen meine Bitte:
  • lasst Euch leben
    korrigiert nicht jede andere Meinung - übrigens völlig egal, ob sie falsch oder richtig ist (!)
Ein Forum ist so eine Art Integral (Summenfunktion). Es ist ähnlich wie in der Forschung - letztendlich wird sich die richtige Meinung durchsetzen. Aber niemals hilft es, explizit einen anderen Forumsteilnehmer zu widerlegen. Beispiel: Im erwähnten Modellbauforum hat mal jemand einen kompletten Sch... (..rott - was dachtet Ihr denn) geschrieben. Ich habe ihn per PN kontaktiert - und er hat dann tatsächlich von sich aus gepostet, dass ich ihn auf einen Irrtum hingewiesen habe. DAS finde ich einen kultivierten Umgang miteinander. Umgekehrt habe ich auch schon "Suboptimales" geschrieben und nach Mitteilungen revidiert.

Es gibt übrigens einen sehr grossen Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland (ich kenne beide Welten) im Umgang miteinander: D ist ehrlicher, direkter, aber auch rechthaberischer und verletzender. CH ist so gesehen wesentlich weniger effektiv, träger, aber man lässt sich gegenseitig leben - man hat mehr Vertrauen darin, dass die Zeit schon zeigen wird, dass der andere sich irrt, und dass man selber nicht verpflichtet ist, jeden (vermuteten oder sicheren) Unsinn aus der Welt zu schaffen.

Geniesst doch bitte das Forum, macht Anmerkungen und dezente Hinweise, aber bitte keine buchstabenmässige Analyse und Gegendarstellung.

Meine Meinung.

Bertram

Georg V.
Beiträge: 51
Registriert: 10. Aug 2011, 14:39
Wohnort: München

Beitrag von Georg V. » 26. Aug 2011, 22:52

Hallo Bertram,

ja, Du hast natürlich recht. Wird nicht wieder vorkommen, entschuldige bitte.

Schöne Grüße
Georg

Benutzeravatar
Heiko Ulbricht
Beiträge: 2221
Registriert: 23. Mär 2009, 14:43
Wohnort: Freital/Sachsen, 50.98839 N, 13.62970 O DL1DWZ
Kontaktdaten:

Beitrag von Heiko Ulbricht » 26. Aug 2011, 23:26

Hallo,

gebe Bertram völlig recht. Das zeilenweise Zitieren ist auch nicht mein Geschmack. Solche Beiträge les ich auch meistens dank der Länge schon nicht. Zu mühselig, zeitraubend und anstrengend. Man kann auch so manches zu sehr analysieren und ausschlachten. Erst kürzlich fielen ja im Forum hier nicht sehr schöne Worte, daher: macht nicht durch gegenseitge Wortschlachten den eigentlichen Sinn des Forums zunichte, sondern habt einfach nur Spaß dran, denn alles ist nur Hobby!

Grüße
Heiko

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 20 Gäste