UARS Deorbit

Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt.

Moderator: StefanK

Antworten
Benutzeravatar
Lutz Schenk
Administrator
Beiträge: 1498
Registriert: 9. Jan 2004, 18:34
Wohnort: Baunatal, Nordhessen 51.25N 9.39E
Kontaktdaten:

UARS Deorbit

Beitrag von Lutz Schenk » 23. Sep 2011, 21:24

Hi Zusammen,

ich bin etwas irritiert über die doch eher sehr magere Datenlage zum Absturz des UARS.

Das letzte Update der NASA ist von irgendwann heute morgen, googelt man nach ECHTEN Neuigkeiten, Nichts Da.

Auch bei ESA oder DLR nichts an echter Info... Sehr seltsam.

Die schießen heutzutage Sateliten und Sonden in die irrsten Umlaufbahnen samt vorberechneten mehrfachen Flyby's, aber mal aktualisierte Daten aufgrund neuester Trackings im erdnahen Orbit geht nicht?

Klar, es ist schwierig den endgültigen Absturzpunkt jetzt schon vorherzusagen, aber es müsste doch mal so alle 1-2h neue Berechnungen auf Grund aktueller Bahndaten geben, die den Zeitpunkt so nach und nach immer mehr eingrenzen.

Ist mir ein Rätsel, dass da nichts zu finden ist. Wohl doch ein zu großes Risiko für US, welches man unter dem Deckmantel halten möchte ?

Gruß Lutz

Benutzeravatar
Andreas Wehrle
Beiträge: 407
Registriert: 9. Jan 2004, 07:32
Wohnort: Kandern Baden N. 47.71 O. 7.65
Kontaktdaten:

Beitrag von Andreas Wehrle » 23. Sep 2011, 21:43

Hallo Lutz
Laut N-TV Nachrichten soll es einen APP geben für das IPhone
angeblich soll es die aktuelle Position des Satelliten übermitteln.
Bei Haevens Above gibt es einen Link zu UARS
Für mich ( Kandern ) sind es 4 durchgänge leider ist er nicht zu sehen weil ja die sonne schon länger untergegangen ist.
Gruß Andreas

Benutzeravatar
Lutz Schenk
Administrator
Beiträge: 1498
Registriert: 9. Jan 2004, 18:34
Wohnort: Baunatal, Nordhessen 51.25N 9.39E
Kontaktdaten:

Beitrag von Lutz Schenk » 23. Sep 2011, 21:59

Hi Andreas,

Heavens-Above ist in diesen Dingen leider unbrauchbar, da zu veraltete Daten verwendet werden.

Unter Calsky.com findet man aktuell einen Zeitpunkzt gegen 7:13 MESZ.

Dort ändern sich die Epochendaten, also die Berechnungsgrundlage der Bahndaten noch halbwegs zeitnah.

Mir fehlt aber das Gefühl dafür, ob man diesen Daten trauen kann.

Ich denke dass als verantwortlicher Betreiber des Teils die NASA da schon mal etwas öfters aktualisieren sollte.

Ich bin mir sicher, dass da etliche technische Eirichtungen aktuell auf das Teil ausgerichtet sind, und die Veränderungen der Bahnhöhe pro Zeiteinheit sehr wohl bekannt sind, und man in der Lage wäre, die Abschätzungen nach und nach zu präzisieren.

Dies wird aber wohl aus Gründen der Vermeidung von Ängsten/Panikmache nicht veröffentlicht.

Bis heute morgen hatte man ja auch noch genug Zeit, sich auf Unschärfe/Unsicherheiten zurückzuziehen, aber nun wird es langsam unglaubwürdig. Wenn die jetzt echt nicht wüssten wo das Ding genau ist, und wie sich die Bahnelemente nach und nach entwickeln, dann sollen die bitteschön nie mehr irgend was nach oben schießen, schon gar nicht Menschen.

Aktuell scheint mal wieder Vertuschung oberste Priorität, da man sich schon der Unsicherheiten bewusst ist, und wenn im Fall des Falles jemand zu Schaden käme, man sich immer auf diese Unschärfe zurückziehen wird, obwohl man es eventuell besser gewusst hat.

So viel zur offenen Datenpolitik. Wenn es drauf ankommt, ist da immer Wüste.

Gruß Lutz

Benutzeravatar
Andreas Wehrle
Beiträge: 407
Registriert: 9. Jan 2004, 07:32
Wohnort: Kandern Baden N. 47.71 O. 7.65
Kontaktdaten:

Beitrag von Andreas Wehrle » 23. Sep 2011, 22:14

Wie währe es mit einem AKW als Aufschlagspunkt :roll:
Das ist es wieder das gewisse Restrisiko.
Gruß Andreas

Benutzeravatar
Lutz Schenk
Administrator
Beiträge: 1498
Registriert: 9. Jan 2004, 18:34
Wohnort: Baunatal, Nordhessen 51.25N 9.39E
Kontaktdaten:

Beitrag von Lutz Schenk » 23. Sep 2011, 22:39

Das wäre aber ein Restrisiko, welches nichtdurchdie AKW getriggert ist, sondern durch mangelhaftes Management des Betriebes von Sateliten.

Es sollten soloche Missionen immer so ausgerichtet sein, dass sie einen planmäßigen Resttreibstoff haben, um sie gezielt abstürzen lassen zu können.

UARS torkelt nun schon seit 2005 mehr oder weniger ohne Steuerung herum, da fragt man sich schon nach verantwortungsvoller Planung.

Hoffentlich landet das Teil bei denen, die es mit dieser Auslegung gestartet haben.

Bei Rosat unter europäischer Obhut sieht es aber wohl ähnlich düster aus :-( Der soll ja im November runter kommen, aber vom Orbit her nicht so weit nach Norden/Süden ausgreifend sein.

Gruß Lutz

Kevin Schmitt
Beiträge: 4
Registriert: 30. Aug 2011, 08:32
Wohnort: Gießen

Beitrag von Kevin Schmitt » 24. Sep 2011, 00:05

Hallo,


ich habe mich vor längeren angemeldet und nun einmal ein Grund für einen Beitrag gefunden...

Die NASA hat eben, zu meinem verwundern, nocheinmal ein Update geschrieben:

http://www.nasa.gov/mission_pages/uars/index.html

In diesem wird angegeben, dass der mögliche Absturz nun zwischen 5-9 Uhr Morgends unserer Zeit statt findet.

Im besagten Zeitraum befindet sich der Satellit über Kanada, Afrika und Australien.

Was mich jedoch wundert:
Die NASA gibt eine Höhe des Satelliten von 150 km - 145 km an...
calsky nach wäre bei dieser Höhe bereits ein Absturz im Gange.

Ich hoffe ich konnte helfen.

Gruß Kevin Schmitt

Benutzeravatar
PeterKuklok
Beiträge: 949
Registriert: 9. Jan 2004, 07:59
Wohnort: Ffm

Beitrag von PeterKuklok » 24. Sep 2011, 00:45

Hallo Lutz,

anbei noch zwei Links:
http://reentrynews.aero.org/1991063b.html
http://twitter.com/#!/UARS_Reentry

Grüße
Peter

Benutzeravatar
Ulrich Rieth
Administrator
Beiträge: 2650
Registriert: 9. Jan 2004, 07:15
Wohnort: Buchholz in der Nordheide
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulrich Rieth » 24. Sep 2011, 13:10

Naja, drüben war auch erstmal Nacht und außerdem noch Wochenende, da gibt es eben weniger Infos.
Und über dem Pazifik haben die vermtulich auch weniger Tracking Stationen und somit weiß einfach keiner, wann das Ding genau runterkam und wo.
Würde mich nicht wundern, wenn es immer bei einer Zeit plus/minus 20 Minuten bleiben würde.
Gruß!

Ulrich

Georg V.
Beiträge: 51
Registriert: 10. Aug 2011, 14:39
Wohnort: München

Beitrag von Georg V. » 25. Sep 2011, 15:25

Hallo,

etwas verspätet... Das deutsche Wiki meinte noch vor ein paar Tagen, "Eine genaue Vorhersage der Absturzzeit und damit des Absturzorts erwies sich zunächst als schwierig, weil die Abbremsung in der Hochatmosphäre auch von der schwankenden Sonnenaktivität beeinflusst wurde." (siehe alte Versionen des Artikels "Upper Atmosphere Research Satellite").

Es führte dazu science@nasa: UARS ( http://science.hq.nasa.gov/missions/satellite_25.htm ) als Quelle an. Leider finde ich das dort nicht mehr.

Ist soetwas realistisch? Macht der variierende Sonnenwind wirklich einen Unterschied aus, der sich innerhalb weniger Tage deutlich auswirkt?

Schöne Grüße
Georg

Benutzeravatar
Ulrich Rieth
Administrator
Beiträge: 2650
Registriert: 9. Jan 2004, 07:15
Wohnort: Buchholz in der Nordheide
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulrich Rieth » 25. Sep 2011, 18:59

Ja, ziemlich sogar.
Einen Tag vor dem Absturz gab es einen X-class Flare und die Bahn ging gleich viel schneller runter. Als das abgeklungen war wurde der Verfall wieder langsamer, was am Ende dazu führte, dass er wieder 4 oder 5 Stunden länger oben blieb, verglichen mit den früheren Prognosen.
Gruß!

Ulrich

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 20 Gäste