Was ist da los?


Das wird die Glatteisdecke für die Schleuderkurse, die Audi während des bevorstehenden WEFs (World Economic Forum) geeigneten potentiellen Kunden anbietet, also vor allem afrikanischen Potentaten... kein Scheiss!
Ein kleinerer Traktor sprüht in ca. -8° kalter Luft Wasser (aus dem See) auf das Eis.
Und das gibt natürlich Wachstum - Kristallwachstum: Beachte das vordergründige Geglitzer im oberen Bild: feinster Diamond Dust.

22°-Kreissegmente "da hinten" und OBB in mittlerer Entfernung.
Der OBB war mit eigenem Auge wesentlich besser zu sehen - mit der Handycam ist leider keine "Langzeitbelichtung" möglich.


Untersonnen ganz nah
Und ich versichere, es war nicht einmal ein Hauch des Der-nicht-genannt-werden-darf-Bogens zu sehen! Was war sonst noch so:
Ich hatte etwa 20 Minuten Zeit, mir Gedanken über die Räumlichkeit der Halos zu machen. Das ist sehr schwer zu sehen und noch schwerer zu verstehen. Man denke immer an bunte Buchstaben vor schwarzem Grund im Kino, die unterschiedlich weit weg zu schweben scheinen.
- die Untersonne war funkelnd ganz nahe, zum Anfassen. Beim Einsteigen ins Auto hatte ich das erste Mal einen Halo IM Auto, so oberhalb meines Schosses funkelten die hereingewehten Kristalle noch eine Weile. Ich nehme an, das Spiegelhalos generell dort gesehen werden wo sie auftreten. Die Untersonne aber nicht als scharfer Fleck sondern als gleichmässig sich in alle drei Richtungen ausdehnende aber begrenzte Punktewolke
- die untere Lichtsäule zog sich von der Untersonne ausgehend nah bei mir nach vorne zur Sonne immer weiter weg. Es war nicht zwingend räumlich, aber doch gut zu erkennen, dass die sonnennäheren Teile der LS immer weiter weg entstanden. Und da dämmerte es mir: Ich habe eine breite untere Bahn der Minnaert-Zigarre gesehen! Auf einer Zeichnung kann man sich sehr wohl verdeutlichen, dass die kippelnden Kristalle etwa auf der Oberfläche der Zigarre liegen (vielleicht ist es nicht genau die Minnaert-Zigarre, die eigentlich nur an Lampenhalos existiert, aber dann wenigstens ein ähnlicher "Körper")
- Die 22°-Kreis-Segmente links und rechts waren am weitesten entfernt, geschätzte mehrere hundert Meter. Zu keiner Zeit hatte ich den Eindruck, dass sie vielleicht auch nur vorübergehend näher waren - sie blieben weit weg und waren fein gezeichnet. Der rote Saum schien am weitesten entfernt, und die sich nach aussen anschliessende weisse Zone schien sich zu mir her nach aussen zu öffnen. Wenn man eine Uhr "unter" den Nebensonnen auf den Boden legt, 6°°-12°° als Pfeil zur Sonne, dann wäre der Öffnungswinkel etwa 7:30 (links) bzw. 4:30 (rechts)
- Der ZZB war als feines Punktewölkchen immer wieder einigermassen gut ausgeprägt und teilweise dicht genug, dass sich ein räumliches Empfinden einstellte. Zunächst die Entfernung - er war ziemlich konstant ca. 30m über mir zu sehen. Ähnlich wie bei den 22°-Segmenten ist es mir völlig unerklärlich, dass dieser Entfernungseindruck nicht ein bisschen schwankte, obwohl Kristalldichte und -formen rapide wechselten.
Auch hier schien der rote Saum am weitesten entfernt. Das restliche Band - wegen seiner Zartheit sah man kaum Blau - war wie ein Vorhangtuch nach unten hinten (hinten bezogen auf meinen Standpunkt) gespannt, etwa im 70°-Winkel
- Der OBB sah praktisch identisch aus, nur der Winkel war flacher: so dass das "weisse Tuch" ebenfalls über meinen Kopf nach hinter mir zielte. Entfernung etc. praktisch gleich.
Beide, OBB- und ZZB-"Tücher" sahen irgendwie nicht flach, sondern gekrümmt aus. Ich meine sozusagen den senkrechten Schnitt durch das "Tuch". Er ähnelte einem Flugzeugprofil (Oberseite) - beim roten Saum war die Krümmung ausgeprägt und gut sichtbar, weiter unten hinten wurde es schnell flacher. Zeitweilig konnte man fast glauben, dass der rote Saum hinter dem "ausgebeulten" Tuch verschwindet.
Diese Aussagen zur Krümmung waren nur ein zarter Eindruck, keine "gesicherte" Beobachtung.
Die Räumlichkeit der Diamond-Dust-Halos ist eh eine extrem schwierige Sache, kein näherer Glitzerpunkt wird ja jemals von beiden Augen gleichzeitig gesehen.
Es wäre möglich, dass das Gehirn die "Entfernung" umgekehrt mit der Grösse korreliert: je feinkörniger, desto weiter weg. Für die grossen Entfernungsunterschiede heute hat das sicher beigetragen, aber ob das auch die Krümmung der Brechungsbögen"tücher" erklären kann?
Vielleicht haben sich auch wirklich in unterschiedlichen Höhen unterschiedliche Kristallformen befunden? Jedenfalls war im Bereich bis wenigstens 30m vor mir nicht ein einziges Glitzerpünktchen im Bereich der 22°-Kreise zu sehen, allerdings gehört der ZZB ja zu den Nebensonnen, und der war deutlich in dieser Entfernung zu verorten, als feiner Kristallschwarm.
