12.12.12. Halos in Davos

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Bertram Radelow
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12.12.12. Halos in Davos

Beitrag von Bertram Radelow » 12. Dez 2012, 12:25

Heute musste ich mitten in der Arbeitszeit ganz dringend zum Arzt, zur von mir entdeckten Halo-Lichttherapie 8)

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Nicht der Hauch eines ZZBs und nur angedeutete NS: keine Plättchen

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zarte Minimal-Untersonne an einem Hauch von Plättchen - oder waren es eher die wenigen doppelt orientierten Säulchen?

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Sonnenbögen angedeutet - kommen die Säulchen langsam zur Ruhe (Parry-Orientierung)?

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Der 46°-Halo war eigentlich immer sichtbar, von schwach bis deutlich. Am Fotostandort ("Islen", SW von Davos) war ich erst das zweite Mal, und auch letztes Mal gab es einen schönen 46°er - den ich sonst in Davos nie sehe. Es ist ein grösserer Kaltluftsee, in dem die Kristalle besonders gut gedeihen können.

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In natura war es mindestens genauso schön!

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Wieder angedeutete Sonnenbögen

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Also, wir hatten da:
22°-Kreis, 46°-Kreis, Nebensonnen (schwach), Horizontalkreis, Lichtsäule, Oberer Berührungsbogen, Moilanenbogen, Sonnenbogen (schwach), Untersonne.

Erstaunlich wieder das völlige Fehlen des ZZB: es waren wohl fast nur Säulchen in der Luft. Diese müssen auch unsauber gewesen sein, denn der OBB war ja nur schlecht gezeichnet, trotzdem aber farblich sehr präsent. Der Moilanenbogen war hingegen ziemlich klar gezeichnet; eine meiner besten Sichtungen. Er ist übrigens wunderbar plastisch: der rote untere Rand ist weiter weg, und er hängt wie so eine schräge V-förmige Schütte in der Luft. Man möchte Bällchen von oben hineinwerfen.

Am besten gefällt mir die Nahaufnahme des Moilanenbogens.

Lufttemperatur war -12°C..-15°C, fast windstill. Gefüttert wurde der Diamond Dust nicht von den in den Bildern sichtbaren Schneekanonen in 2000m Höhe, sondern von einer Mördergruppe (zum Aufbau der Halfpipe) links der Bilder, etwa 3km entfernt = schön Zeit für gutes Kristallwachstum während der Drift. Die Diamantstaubschwaden zogen heute von 8°°-9°° erst nach NO nach Davos hinein (falsche Vorfreude) und waberten dann zurück zum Fotoort.

enjoy!

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Zuletzt geändert von Bertram Radelow am 12. Dez 2012, 13:51, insgesamt 3-mal geändert.

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 12. Dez 2012, 12:48

Einfach nur grandios Bertram :shock:

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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 12. Dez 2012, 13:53

Toll; will auch Bällchen werfen!
„Ob Du denkst, Du kannst es, oder Du kannst es nicht :
Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ www.galerie-art21.de

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 12. Dez 2012, 18:56

Moin Bertram,
Ich bekomme den Mund garnicht mehr zu.
Das übliche Geschmeiß ist ja auch wieder deutlichst zu sehen.
Wahnsinn!
Danke fürs Zeigen.
Gruß
Sven

PS: Dein Favoritenbild ist auch meines.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 12. Dez 2012, 19:35

Ahhh, da ist er wieder, der innig geliebte
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-Bogen.

Und in einer Deutlichkeit und Ausgeprägtheit, daß man nur noch ehrfürchtig gratulieren kann!!!

Aber fällt Euch auf, daß von der Sonne auch was V-förmig weg geht, was viel zu steil für den Sonnenbogen ist? Vielleicht haben wir hier endlich einen echten Radelovv - Bogen (man beachte das Doppel-"V"!).

Ach ja, bitte um Zugabe!!!!

LG Claudia

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 12. Dez 2012, 20:23

hoi Claudia,

es ist ja nett, dass Du mir einen eigenen Bogen gönnst, aber der wird ja nach dem/der Erstbeschreiber/in benannt, und das wärest dann ja Du... :roll:
Also ich kann nix sehen, auch mit extremer Kontrastverstärkung. Da ich kein Fotogeschäft habe (dauert ein bisschen... :wink: ), kann ich nicht unscharf maskieren. Male mal in eines der obigen Fotos einen Strich dort wo Du meinst, dann stelle ich hier mal Links zu den Originalbildern ein, die dazu passen. Dann könnt Ihr unscharf maskieren was das Zeug hält...

LG
Bertram

P.S.:
Heute Abend wollte ich Dir noch eine ordentliche Antwort auf Deine Kampfansage geben: Um 20°° stellte ich die ersten Lichtsäulen Kategorie 2 (= mehr als bemerkenswert) fest und kramte schon mal die Fotoausrüstung zusammen, aber dann kam Dein Schutzengel: Unter -20°C ist wohl nicht so dolle mit Frau Holle* und sie haben die Schneekanonen abgestellt. Innert 10 Minuten war klarste Nacht...
_____________________________
* Tee mit Grand Marniee verleiht (dichterische) Flügel...

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 12. Dez 2012, 20:29

Hallo Bertram,

grandios Davos! Darauf dann einen doppelten Samaani Wodka! Können wir das Phäno noch aufs Meeting anschreiben? :-)

Mir fällt in der Nahaufnahme und einigen anderen Fotos auf, daß der obere Berührungsbogen deutlich in den 22er-Kreis einzudringen scheint, oder ist das nur der "Kristallvereinzelung" geschuldet?

Gruß, Elmar

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 12. Dez 2012, 20:40

Hallo Zusammen,

ich war mal so frei. Hoffe das is in Ordnung Bertram ?!

Meinst Du das Claudia?

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Gruß,
Micha

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 12. Dez 2012, 21:20

@Elmar:
Stimmt, habe ich aber auch bei den NS oft gesehen, eher regelmässig.

@Michael:
Klar ist das in Ordnung. Auch auf Deinem kontrastverstärkten Bild sieht man etwas, was ich nicht verstehe. Ich war selber gerade am "Verstärken", aber den Effekt habe ich schon früher gesehen: Die (rötliche) Innenkante des OBB ist dunkler als der Hintergrund. Wird hier was absorbiert oder "wegflektiert" (geht wohl kaum, und wenn doch: wieso bei gleicher statistischer Kristalldichteverteilung nur in dieser Zone?)

Zu den Strahlen:
Nur auf zwei Bildern von vielen sind sie zu sehen, genau auf den beiden für dieses Pano. An den vielen Kristallpunkten erkennt der Laie, dass ich mich am Aussenrand des Diamond Dust aufhalte (weiter innen wird es dann "schummeriger"). Dann kommt es auch noch zu Strahlenartefakten durch die punktförmige - ähh, Ihr wisst was ich meine - Sonne. Im Bild sind ja noch ein Menge weiterer zu sehen.

Hier noch drei Bilder zum dunkeln Rand. Die ersten beiden sind normal hochgebohrt, beim dritten habe ich den extrem gegaussten Hintergrund abgezogen, um die "echte" Farbe zu erhalten:

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Bertram

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 12. Dez 2012, 22:28

Hallo Bertram!

Echt geniale Aufnahmen. Den Lichttherapeuten könnte ich echt gut gebrauchen...

Ich hätte gern mal die Kristalle gesehen. - Schade, das es sowas bei mir nicht gibt. Hier klappt's ja nicht mal richtig mit dem gewöhnlichen Schnee...
(Gestern erste Aufnahmen gemacht...)

Viele Grüße, Reinhard!
Schnee, der heute fällt, ist morgen der Schnee von gestern...

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 13. Dez 2012, 17:31

Ja genau, Reinhard,

jetzt müssen die Moilanen-Kristalle her! Sind doch bodennah genug aufzusammeln. Oder man setzt eine "Kameralupe" auf einen Quadrocopter...

Gruß, Elmar

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 13. Dez 2012, 17:36

Ich war ja im Prinzip soweit, sie zu sammeln oder wenigstens anzugucken. Das Mikroskop war schon gekühlt. Aber ich hatte nur 10 (zehn) Minuten Zeit zum Fotografieren. Irgendwann klappt es schon.
B.

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 13. Dez 2012, 19:53

Spielen wir mal Sherlock Holmes:

Wir haben ausser dem MB:
- schlechten und links/rechts-schmalen (wichtig!) Oberen Berührungsbogen
- 22°-Kreis
- schwachen 46°-Kreis
- verglichen mit dem anderen Gemurkse relativ deutlichen Horizontalkreis
- keinerlei Supralateralbogen
- sehr schwachen Sonnenbogen
- ein kaum nachweisbarer Parrybogen

Folgende Halos haben Lichtweg 3-7 (identisch mit 3-5; in eine Seite hinein und durch die übernächste wieder heraus):
- OBB
- Parry
- 22°

Lichtweg 3-1 ( oben rein, zur Stirnseite heraus) haben:
- SLB
- 46°

Gespiegelt werden:
- HK (an 1 oder 2)
- Sonnenbogen (an 5 oder 7)

Da es keinen SLB gibt, muss der Lichtweg 3-1 deaktiviert sein. Deswegen dachte ich zunächst an Säulchen mit Einschlüssen, speziell diese kegelförmigen Aushöhlungen von beiden Seiten, die man in Bildern öfter sieht. Aber was hätte das für Auswirkungen auf den OBB?
Wie bei den spektral gefärbten Nebensonnen an Plättchen mit Einschlüssen hätte der OBB dadurch spektral gefärbt werden müssen (Ich habe mal sehr sauber farbige Parrybögen gesehen, wo ich so etwas vermute). War er aber nicht.
Gibt es einen Mechanismus, der die Breite des OBB (ich meine von links nach rechts) reduziert? Ja, so eine Art Scheuklappen: plated columns mit Plättchen an den beiden Enden der Säulchen! Mal sehen, was das für Auswirkungen hat:
- der SLB wird immer noch verhindert, weil das Licht gar nicht erst von oben auf Fläche 3 gelangt
- der OBB wird in seiner links-rechts-Ausdehnung stark eingeschränkt
- der OBB bleibt schmutzig weiss/rötlich, da keine Störung im Innern der Säulchen (Mechanismus ähnlich wie beim 22°-Kreis)
- der 22°-Kreis wird schwächer sein als bei normalen unorientierten Säulchen
- da der Lichtweg zwischen den Endplatten eingeengt ist, werden alle Brechungshalos schwächer sein als angesichts der dicken Suppe zunächst zu erwarten wäre
- das gilt auch für die Sonnenbögen
- aber beim Horizontalkreis ist es anders: an den Endplatten spiegelt er sich recht gut und ist deutlich zu sehen

Jetzt kommen wir zu den doppelt orientierten Säulchen:
- den Parrybogen habe ich nur äusserst schwach als kleine Aufhellung (violetter Punkt im Bild unten, Negativbild - Trick der Astronomen) über dem OBB nachweisen können - auch er in der Breite stark reduziert, passend zur seitlichen Einschränkung des Lichtweges durch die beiden Endplatten
- die nur in einem Bild klarer erkennbare Untersonne passt ebenfalls dazu

Was ist aber mit dem 46°-Kreis? Er hat ja denselben Lichtweg wie der SLB, aber... bei ihm sind die Kristalle unorientiert, d.h. die Sonne kann Fläche 3 beim gekippten Kristall sehr wohl erreichen.
___

Ich habe jetzt alle gesichteten Halos mit plated columns erklärt - ausser den Moilanenbogen. Wie bekannt, lässt er sich mit 30°/34°-Winkeln erklären (je nach Quelle), was an der reinen column nicht möglich ist. Aber die endständigen Platten führen ein neues geometrisches Element ein: den 90°-Winkel! Wir müssen jetzt nur noch einen Lichtweg finden, bei dem es irgendwie zur Subtraktion von 90°-60°=30° kommt. Dieser Lichtweg ist sicher nur in einem stärker eingegrenzten Bereich möglicher Kristallausrichtungen möglich, und was hat das für Folgen? Er wird schärfer definiert sein, und er wird schwächer sein - genau das was in allen meinen wichtigen MB-Bildern zu sehen ist! Eine zusätzliche Spiegelung zur normalen intrakristallären Brechung würde so aus dem Bauch heraus auch zur Erscheinung passen: unten roter Saum, ähnlich wie der OBB. Sogar die beiden räumlichen Anmutungen von MB und OBB korrelieren mehr oder weniger (wobei der MB schärfer definiert erschien).
___

Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der den Lichtweg findet...

Bertram

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Beitrag von Elmar Schmidt » 13. Dez 2012, 22:01

Hallo,

diese Aufwachsung hat die 30-Grad-Eigenschaft, scheint aber von Moilanen selbst bezweifelt zu werden:

http://tinyurl.com/ctewtw9

Und ob es solche Kristalle (für den Doppel-Moilanen) gibt?

http://tinyurl.com/cjew547

Es ist nur so ein Gefühl: aber man sollte vlt. auch an solche Säulendurchdringungen denken, wie in diesem Bild/Modell zum Teil erkennbar:

http://tinyurl.com/ckfpa65

Gruß, Elmar

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 14. Dez 2012, 09:10

Guten Morgen Bertram (oder sollte ich Sherlock sagen) :)

erstmal Danke für Deine ausführliche "Berichterstattung" zu den gezeigten Bildern.

Ich bin nicht grad der Hellste Kopp und mußte Deine Ausführung 3 x lesen, ehe ich sie völlig verstand :)

Das Ausschlussverfahren könnte (!) das Ganze entscheidend einfacher machen, wie den jetzt tatsächlich die Bedingungen der Kristalle zur Entstehung des MB seine müssen/sollten.

Ich bin schon seit einer Woche wieder am testen was den MB angeht, das ja immer noch nicht richtig geklärt werden konnte, wie die Kristalle tatsächlich aussehen. Mein Problem mit Plexiglas sind jetzt weniger die Einschlüsse die ich bohren oder fräsen könnte, sondern der Brechungsindex im Verhältniss zu Wasser/Eis. Da kommt dann ein völlig anderes Ergebiss bei raus.

Übrigens wurde vorgstern in Bernau bei -19°C ebenfalls ein MB abgelichtet, zusammen mit hellen langezogenen Nebensonnen sowie schwachen 22er und OBB.

VG Micha

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 14. Dez 2012, 09:32

hoi Micha,

neulich bin ich auf eine Arbeit zur Minnaert-Zigarre gestossen. Die verwendeten Alaun-Kristalle in einer Flüssigkeit. Evtl. gibt es eine Flüssigkeit, die an Plexiglas den gleichen Brechungskoeffizienten wie Luft/Eis erzeugt?

Bertram

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Beitrag von Michael Großmann » 14. Dez 2012, 09:38

Das könnte hilfreich sein, falls Du nähere weiß laß es mich bitte wissen.

Ich habe jetzt einmal ein Säulenkristall mit einem 30° Kegelsenker an beiden Stirnseiteneiten angebohrt, um die Einschlüsse zu simulieren.

Meine Lichtquelle habe ich "getunt", der Diaprojektor der Schwiegermutter is zwar ne tolle Sache, aber ein Beamer mit schwarzen Hintergrund und 4 Pixelgrößen reines weiß is ja der Hammer !!! :)

Gruß

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 15. Dez 2012, 10:08

Hallo Bertram & alle anderen,

also erstmal: Klasse Bilder! (Aber ich hätte auch nichts anderes aus Davos erwartet!)

...und schon ist die Diskussion wieder in vollem Gange...

Ich wollte nur noch erwähnen, dass es durchaus mehr als eine Kristallsorte in der Luft gegeben haben kann. Das ist ja der übliche Ansatz in derzeitigen Simulationsprogrammen - so eine Mischung wie 30% zufällig, 30% Plättchen, 20% Säulen, 20% Parry, allerdings alles nur simple Formen wie Prismen und Pyramiden. Wenn man nur eine Sorte bzw. Form hat (also z.B. die "Scheuklappensäulen"), ist es schwer zu erklären, warum sie sich zum einen für den OBB ausrichten und zum anderen in zufälliger Orientierung für den 22°-Ring vorliegen sollten.

Die schwache Ausprägung der OBB-Form würde dann "traditionell" daruf zurückgeführt werden, dass die Säulen-Fraktion große Tilts macht. Beeinflusst von dieser "Denkschule" habe ich beim ersten Blick auf die Bilder gedacht: Sieh an, der OBB ist durch die Tilts verwaschen, der Molinanenbogen aber sehr klar und sauber. Daher kommen die sicher von zwei verschiedenen Kristallfraktionen, wie auch immer die Moilanenkristalle nun in echt aussehen mögen. Analog für das Verhältnis Parrybogen/Sonnebogen: Da die Parrykristalle eine eigene Kategorie mit eigener Enstehungshistorie sind, haben vielleicht nur sie bestimmte Einschlüsse. Damit würde die Brechung unterdrückt, Spiegelung an den Grenzflächen bleibt aber weiter möglich, und das alles ohne Auswirkung auf die anderen Halos.

Übrigens sollten wir die Beugung nicht vergessen: Bei kleinen Kristallen werden die Farben zunehmend schwächer und die Halos breiter. Genau wie kompliziertere Kristallformen ist auch dieser Effekt noch nicht in den bekannten Simulationsprogrammen enthalten.

Also ich will hier keineswegs Argumente gegen die "Scheuklappentheorie" sammeln - jedoch darauf hinweisen, dass es noch mehr Unbekannte in dem System gibt, was das Ausschlussverfahren schwierig macht. Wir bräuchten halt wirklich eine Probe der Kristalle, um sicher zu sein.

Was die Halos in Kristallen in Flüssigkeiten angeht, so habe ich dazu auch noch einiges an Literatur, falls Interesse besteht. Ich hab das auch schon mal erfolgreich probiert (http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=6343). Meiner Erfahrung nach funktioniert das aber nur, wenn die Lampe "hinter" der Flüssigkeit steht, d.h. Minnaert-Zigarren-Schnitte nach Art von Schneedeckenhalos hab ich nicht gesehen. Mit Sicherheit liegt das an der zusätzlichen Brechung Licht-Flüssigkeit.

Viele Grüße,
Alex

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 21. Dez 2012, 10:20

Alexander Haußmann hat geschrieben:...ist es schwer zu erklären, warum sie sich zum einen für den OBB ausrichten und zum anderen in zufälliger Orientierung für den 22°-Ring vorliegen sollten.
Viele Deiner Argumente sind schwergewichtig, aber zu dem zitierten und andren kann ich etwas sagen:

Vorweg: keine Plättchen. Nicht der Hauch eines ZZB. Also Säulchen aller Arten, gerne gemischt einfach und doppelt orientiert.

Ich habe schon ein paar Mal zuschauen können, wie die Kristalle wachsen: erst 22°, dann NS+ZZB dazu, dann die ersten Anzeichen von OBB, der immer klarer wird -> die Plättchen werden offenbar dicker zu Säulen und "fallen dann um". Endplatten-Säulchen können ja durchaus ca. kubische Umrisse haben und taumeln, während die längliche Fraktion bereits querliegend schwebt.

Aerodynamik am Rande: Modellraketen aus 2 Cds und einer Klorolle dazwischen fliegen völlig stabil vertikal (ohne zusätzliche Flossen!). Das gilt aber bei hohen Geschwindigkeiten; ich glaube nicht, dass man das auf die kleinen schwebenden Kristalle anwenden kann. Wir hätten dann ja Nebensonnen sehen müssen!

Ein verwaschener OBB ist für mich kein Zeichen für imperfekte Kristalle! Im Gegenteil: massive "gute" Säulchen müssen einen kräftigen OBB mit rotem Saum liefern, wie eine vollfette Nebensonne. Je zarter und klarer ein OBB ist, desto mehr Restriktionen unterliegt das Licht (Einschlüsse?). Der OBB ist nichts anderes als eine NS hochkant, mit Kristallrotation um die Hochachse, deswegen die Flügel.

Dass der MB dagegen so klar ist, passt - für mich :? - sehr gut zum schmutzigen OBB: nur in klaren Kristallen ist offensichtlich irgendwo ein Lichtweg möglich, aber nur ein sehr enger -> fein gezeichneter MB. Jede weiteren Einschlüsse würden den MB unterdrücken, den OBB aber eher klarer machen.
Bei den meisten meiner MB-Sichtungen war ein "bulliger" OBB dabei. Nur 2005 (Davos/Dischma) war der OBB schön geschwungen, aber da war der MB auch ziemlich schwach (an meinem eigenen Standort Davos-Promenade z.B. überhaupt nicht zu sehen)
____

Inzwischen habe ich mir einen Krisa gebaut (Kristallsammler) - ein mit schwarzem Elastan umwickelter Badminton-Schläger. Auch schon an der Schneekanone gestestet ("Was machen Sie da?" "Ich erschlage seltene Schneemücken, die infizieren immer die Eiskristalle."). Aber seit den Bildern war nur bedeckter Himmel und kein Eisnebel. Irgendwann mal...

Jetzt kommt erst mal Regen... (ich sag jetzt nix)

Bertram

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