Spielen wir mal Sherlock Holmes:
Wir haben ausser dem MB:
- schlechten und links/rechts-schmalen (wichtig!) Oberen Berührungsbogen
- 22°-Kreis
- schwachen 46°-Kreis
- verglichen mit dem anderen Gemurkse relativ deutlichen Horizontalkreis
- keinerlei Supralateralbogen
- sehr schwachen Sonnenbogen
- ein kaum nachweisbarer Parrybogen
Folgende Halos haben Lichtweg 3-7 (identisch mit 3-5; in eine Seite hinein und durch die übernächste wieder heraus):
- OBB
- Parry
- 22°
Lichtweg 3-1 ( oben rein, zur Stirnseite heraus) haben:
- SLB
- 46°
Gespiegelt werden:
- HK (an 1 oder 2)
- Sonnenbogen (an 5 oder 7)
Da es keinen SLB gibt, muss der Lichtweg 3-1 deaktiviert sein. Deswegen dachte ich zunächst an Säulchen mit Einschlüssen, speziell diese kegelförmigen Aushöhlungen von beiden Seiten, die man in Bildern öfter sieht. Aber was hätte das für Auswirkungen auf den OBB?
Wie bei den spektral gefärbten Nebensonnen an Plättchen mit Einschlüssen hätte der OBB dadurch spektral gefärbt werden müssen (Ich habe mal sehr sauber farbige Parrybögen gesehen, wo ich so etwas vermute). War er aber nicht.
Gibt es einen Mechanismus, der die Breite des OBB (ich meine von links nach rechts) reduziert? Ja, so eine Art Scheuklappen:
plated columns mit Plättchen an den beiden Enden der Säulchen! Mal sehen, was das für Auswirkungen hat:
- der SLB wird immer noch verhindert, weil das Licht gar nicht erst von oben auf Fläche 3 gelangt
- der OBB wird in seiner links-rechts-Ausdehnung stark eingeschränkt
- der OBB bleibt schmutzig weiss/rötlich, da keine Störung im Innern der Säulchen (Mechanismus ähnlich wie beim 22°-Kreis)
- der 22°-Kreis wird schwächer sein als bei normalen unorientierten Säulchen
- da der Lichtweg zwischen den Endplatten eingeengt ist, werden alle Brechungshalos schwächer sein als angesichts der dicken Suppe zunächst zu erwarten wäre
- das gilt auch für die Sonnenbögen
- aber beim Horizontalkreis ist es anders: an den Endplatten spiegelt er sich recht gut und ist deutlich zu sehen
Jetzt kommen wir zu den doppelt orientierten Säulchen:
- den Parrybogen habe ich nur äusserst schwach als kleine Aufhellung (violetter Punkt im Bild unten, Negativbild - Trick der Astronomen) über dem OBB nachweisen können - auch er in der Breite stark reduziert, passend zur seitlichen Einschränkung des Lichtweges durch die beiden Endplatten
- die nur in einem Bild klarer erkennbare Untersonne passt ebenfalls dazu
Was ist aber mit dem 46°-Kreis? Er hat ja denselben Lichtweg wie der SLB, aber... bei ihm sind die Kristalle unorientiert, d.h. die Sonne kann Fläche 3 beim gekippten Kristall sehr wohl erreichen.
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Ich habe jetzt alle gesichteten Halos mit
plated columns erklärt - ausser den Moilanenbogen. Wie bekannt, lässt er sich mit 30°/34°-Winkeln erklären (je nach Quelle), was an der reinen
column nicht möglich ist. Aber die endständigen Platten führen ein neues geometrisches Element ein: den 90°-Winkel! Wir müssen jetzt nur noch einen Lichtweg finden, bei dem es irgendwie zur Subtraktion von 90°-60°=30° kommt. Dieser Lichtweg ist sicher nur in einem stärker eingegrenzten Bereich möglicher Kristallausrichtungen möglich, und was hat das für Folgen? Er wird schärfer definiert sein, und er wird schwächer sein - genau das was in allen meinen wichtigen MB-Bildern zu sehen ist! Eine zusätzliche Spiegelung zur normalen intrakristallären Brechung würde so aus dem Bauch heraus auch zur Erscheinung passen: unten roter Saum, ähnlich wie der OBB. Sogar die beiden räumlichen Anmutungen von MB und OBB korrelieren mehr oder weniger (wobei der MB schärfer definiert erschien).
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Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der den Lichtweg findet...
Bertram
