Mars am Sonntagmorgen (Teil 4, ZM25-59)

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Ulrich Rieth

Mars am Sonntagmorgen (Teil 4, ZM25-59)

Beitrag von Ulrich Rieth » 13. Jul 2003, 19:08

Hallo!
Diesmal hat es wieder am Sonntag und nicht erst am Montag geklappt. Daher hier die Fortsetzung von "Mars am Sonntagmorgen".
Nachdem ich die leuchtenden Nachtwolken von 22:30 bis 23:45 MESZ noch fast von zu Hause beobachten konnte, bin ich dann gegen 01:15 MESZ zur Sternwarte gefahren.
Ursprünglich wollte ich noch eine zweite Aufnahme der Region machen, in der Pluto zur Zeit steht, aber leider hatten die sich auflösenden Kondensstreifen in Verbindung mit dem Mond etwas dagegen. (2 Stunden später war alles perfekt klar und es hätte funktionieren können.) Naja, vielleicht reicht es ja dann am nächsten Sonntag.
Nachdem das abgehakt war, schaute ich mir erstmal Mars an, aber das Seeing war noch nicht so berauschen, was wohl an den immer noch leicht vorhandenen Kondensstreifen lag.
Also schnell mal auf den Mond geschwenkt, der ja in fast voller Pracht tief im Südwesten stand.
Hier hab ich dann erstmal verschiedene Fotos mit 50 und 100ASA gemacht, bevor es wieder zurück zum Mars ging.
Mittlerweile war er noch etwas höher, die Kondensstreifen waren auch weg und das Seeing wurde so langsam besser.
Als prominenteste Region war die ganze Nacht über der dunkle Bogen des Mare Erythraeum zu sehen. Zu diesem gesellte sich später natürlich noch schön das Auge des Mars Solis Lacus hinzu.
So langsam war es an der Zeit für die Fortsetzung der analogen Reihe von Mars Aufnahmen. Der Provia 400F kam in die Kamera und wie immer, bim Blick durch den Sucher konnte man schon wieder die Strukturen auf Mars erkennen. Mit den in Teil 1 bis Teil 3 gewonnenen Belichtungszeiten, konnte ich mir natürlich die ganze Serie sparen und so hab ich voll auf die optimalen Zeiten gesetzt.
Nach den Bildern habe ich wieder zurück auf visuell geschaltet. Das Seeing wurde immer besser, so dass man auch noch ein dunkles Gebiet in der Nähe des Nordpols erkennen konnte. Mit diversen Farbfiltern, vor allem gelb, hellblau und orange waren teilweise recht viele Details zu erkennen. Vor allem die Wolken oder der Dunst über dem Nordpol, die Polhaube, kam immer wieder ganz gut raus.
Kurz nach 03:30 MESZ habe ich dann nochmals einen Blick an den Nordhorizont geworfen, um zu sehen, ob die NLC's vom Abend noch da waren. Und siehe da, genau im Norden stand noch immer ein kleines Grüppchen NLC, dass sich jedoch recht schnell auflöste.
Jetzt war auch endlich der Monduntergang gekommen, den ich mir dann fotografisch auch nicht entgehen lassen konnte.
Nachdem alles im Kasten war, folgte nochmal ein Blick auf Mars. Und hierbei stellte sich wieder heraus, je später die Nacht oder je früher der Morgen, desto besser das Seeing. Blickweise war wieder das Mare Australe als Begrenzung der südlichen Polkappe zu erkennen.
Da es jetzt so langsam hell wurde, packte ich mal wieder zusammen und beendete Teil 4 der Session.
Nächstes Wochenende gibt es dann hoffentlich die Fortsetzung mit Teil 5, die sich dann nahtlos an Teil 1 mit der großen Syrte und dem Hellas-Becken anschließen kann.
Klaren Himmel!

Ulrich

Ulrich Rieth

Beitrag von Ulrich Rieth » 13. Jul 2003, 21:20

SUBJECT>Ergänzung -> ISS

Hallo nochmal!

Ich hab ja vorhin noch ganz vergessen, meine ISS Beobachtung in den Bericht einzufügen.
Um 03:08 MESZ tauchte sie im SW auf. Ich hatte vorher das Teleskop komplett ausgeschaltet und beide Achsklemmungen geöffnet.
Mit dem 35er Panoptik (86x) in beiden Händen war es dann recht leicht, der Station zu folgen.
Einzig im Zenit bewegt sich das Teil so schnell, dass es keinen echten Sinn macht, sie auch noch zu verfolgen.
Im absteigenden Ast der Bahn wurde es dann wieder besser und wie schon zuvor, konnte man die längliche Anordnung der Module sehr schön sehen. Besonders das Destiny Labor ist extrem weiss leuchtend sichtbar.
Die Solarpanele dagegen waren im absteigenden Ast eher als dunkle Ausleger zu sehen. Beim Anstieg reflektierten sie die Sonne noch viel stärker zur Erde, so dass sie fast so hell erschienen wie das Destiny Modul.
Insgesamt sollte man eigentlich öfter mal versuchen der Station mit dem Teleskop zu folgen.
Klaren Himmel!

Ulrich

Martin Wagner

Mars am Sonntagmorgen mit Videoastronomie *PIC*

Beitrag von Martin Wagner » 13. Jul 2003, 21:23

Hallo,
ich habe Mars auch am Sonntag digital mit Videoastronomie fotografiert. Es war das beste Seeing bisher. Ich habe erstmals mit 1/120s Shutterzeit belichtet. Die Aufnahme ist aus 20% von 850 Frames mit Giotto gewonnen.

Frage: Sind die dunklen Flächen echt oder Artefakte???

Martin Wagner

Ulrich Rieth

Re: Mars am Sonntagmorgen mit Videoastronomie

Beitrag von Ulrich Rieth » 13. Jul 2003, 21:39

Hallo Martin!

Die dunklen Regionen sollten echt sein.
Mit einer Info über die Aufnahmezeit, könnte man sie sogar genauer zuordnen. Irgendwie fehlt mir noch das "Auge des Mars", aber es scheint schwach dazusein.
Ich würde mal auf 03:30 MESZ tippen.
Das Problem ist, wenn Du Dein Video zu lang machst, verschmieren die Gebiete recht schnell. Mehr als 3 oder 4 Minuten am Stück, sind wohl schon zuviel. Dann lieber nochmal neu ansetzen.
Wie auch immer, das Bild ist doch recht gut gelungen.
Gruß

Ulrich

Martin Wagner

Gut geraten! *PIC*

Beitrag von Martin Wagner » 14. Jul 2003, 13:48

Hallo Ulrich,
Du hast gut geraten. Es war ca. 4:30 MESZ. Die Sequenz dauerte 34 Sekunden, keine 3 Minuten.

Martin

> Hallo Martin!

> Die dunklen Regionen sollten echt sein.
> Mit einer Info über die Aufnahmezeit, könnte man sie sogar
> genauer zuordnen. Irgendwie fehlt mir noch das "Auge des
> Mars", aber es scheint schwach dazusein.
> Ich würde mal auf 03:30 MESZ tippen.
> Das Problem ist, wenn Du Dein Video zu lang machst, verschmieren
> die Gebiete recht schnell. Mehr als 3 oder 4 Minuten am Stück,
> sind wohl schon zuviel. Dann lieber nochmal neu ansetzen.
> Wie auch immer, das Bild ist doch recht gut gelungen.
> Gruß

> Ulrich

Martin Wagner

Das Bild vom Antares gehört weg (o.T.)

Beitrag von Martin Wagner » 14. Jul 2003, 13:49

Das Bild vom Antares gehört weg (o.T.)

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