Eigentlich wollte ich bei unserem Sudelfeld-Treffen live vorführen, wie ich meine Schneeflockenaufnahmen herstelle. Nun, das hat aus bekannten Gründen nicht geklappt, es stand schlicht und ergreifend kein geeignetes Material zur Verfügung. Nun, zu Hause angekommen, sorgte "Mutter Natur" dafür, das ich einen Schneekristall aufnehmen konnte, obwohl gar kein Schnee gefallen war - im Gegenteil, bis gestern herrschte Tauwetter und bis auf ein paar klägliche Reste ist sämtlicher Schnee verschwunden. Und das kam so:
Nach dem Tauwetter der letzten Tage klarte es auf und in der Nacht hatte es leichten Frost gegeben. Da die Bedingungen ähnlich waren wie zu der Zeit, als ich meinen "Luftblasenbogen" letztes Jahr beobachten konnte, dachte ich mir, "Schau doch mal nach". Also ging ich zu Maries Muschelsandkasten, welcher im Winter durch Regen und Schnee trotz Deckels regelmäßig absäuft. Ich entfernte den Deckel, doch zunächst konnte ich nichts besonderes entdecken. Wie erwartet, war die Sandmuschel abgesoffen. Im Wasser schwamm die stark angetaute Eisdecke und das einzig auffällige daran war, das deren Oberfläche genauso geriffelt war, wie sandiger Meeresboden. Ich wollte den Deckel schon wieder drauflegen, als mir plötzlich eine schwer erkennbare, sternenförmige Struktur auffiel. Ich dachte mir "Was ist das denn?",schaute nochmal genauer hin - und konnte kaum glauben, was ich sah. Einen Schneestern! Und was für einer! Von längster Spitze zu Spitze gemessen fast 5 cm lang! Es war sofort klar, das Ding musste fotografiert werden, hier ein paar Bilder:
Bild 1:

Bild 2 (das Maßband liegt parallell zur kürzesten Spitzendistanz):

Bild 3, zwei bis drei weitere, etwas kleinere Schneeflockenstrukturen:

Schade, das das ganze schon deutlich angetaut war. Hätte ich es eher entdeckt, wäre das ganze bestimmt noch schöner gewesen.
Doch nun zum eigentlichen Hintergrund der Geschichte, nämlich die farbigen Luftblasen. Die gab es dann doch noch, aber es musste noch ein bischen Zeit vergehen damit die Sonne auch richtig auf die Eisfläche scheinen konnte. Im Gegensatz zum letzten Jahr fiel das Farbenspiel auch deutlich bescheidener aus. Außerdem konnten diesesmal die Farben nicht um den Sonnengegenpunkt beobachtet werden, sondern auf der Sonnenseite. Der hier beobachtete Effekt ist mit dem in einem Glas Mineralwasser zu beobachtenden Farberscheinungen in Luftblasen am Glasrand vergleichbar. Die Ursache dürfte dieselbe sein (Vereinfacht: Das in den Luftblasen gespiegelte Licht erfährt im Glas/Eis eine weitere Brechung und wird erst dann in seine Farben zerlegt). Es dürfte sich daher um eine anderer Erscheinung als im letzten Jahr handeln.
Hier noch ein paar Bilder:
Bild 1:

Bild 2, mit inzwischen weiter getauten Schneekristall:

Bild 3:

Bild 1:

So, genug des Romans.
Viele Grüße, Reinhard!