Sonnenuntergänge 11.02./12.02.

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Alexander Haußmann
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Sonnenuntergänge 11.02./12.02.

Beitrag von Alexander Haußmann » 14. Feb 2012, 22:14

Hallo allerseits,

letztes Wochenende hatte ich die Gelegenheit, am zugefrorenen Senftenberger See die beiden Sonnenuntergänge zu fotografieren. Am Sonnabend habe ich ein automatisches Zeitraffer mit der Russentonne gemacht. Dabei hatte ich nun endlich mal die Gelegenheit, den Sonnenuntergang auch visuell mitzuverfolgen, ohne mich mit einem Handgriff um die Kamera kümmern zu müssen. Schließlich ist der grüne Strahl ja eigentlich ein Phänomen, das man mit bloßem Auge sehen sollte! Im Gegensatz zu den grünen Segmenten auf unseren Fotos ist er aber wirklich selten, und war auch hier nicht zu sehen. Aber - probieren muß man es!

Hier nun das Zeitraffer aus 106 Belichtungs-Dreierreihen (xvid, 5,1 MB):

http://dl.dropbox.com/u/8849406/Forum/2 ... 6_xvid.avi

Der Qualm kommt übrigens vom BASF-Werk Schwarzheide.

Da der Bildwinkel mit der Russentonne doch etwas knapp ist, wollte ich am Sonntag mein Glück mit einem 500-mm-Fernobjektiv (ähnlich der Beroflex-Wundertüte) probieren - aber es waren Cirren vor der Sonne und ich glaubte nicht mehr an einen brauchbaren Sonnenuntergang. Da machte ich dann also eher allgemeine Schnappschüsse auf dem Eis:

Bild

bis ich endlich begriff, daß es sich doch noch lohnt! Zum Stativaufbau war nicht mehr genug Zeit, also mußte ich es aus der Hand, in einer Astgabel oder auf einem Betonpfeiler probieren. An eine Serie war so natürlich nicht zu denken. Immerhin gabs auch wieder ein Grünes Segment:

Bild

und sogar mal die Gelegenheit für ein Foto mit Menschen:

Bild

Das Ganze nun auch noch bei Temperaturen um -10 °C, aber das haben wir ja mehr oder weniger alle in den letzten Tagen erlebt.

Am Sonnabend, also dem 10.02., waren auch noch ein 46°-Ring und eine diffuse Lichtsäule als Glitzern auf der Schneedecke über dem Eis zu sehen. Merkwürdig, daß bei allen Schneedeckenhalos bei mir in dieser Saison der 22°-Ring zu fehlen schien... letztes Jahr gab es beide Ringe.

Viele Grüße,
Alex

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 15. Feb 2012, 21:35

Halo Alex,
glückwunsch zum grünen Segment! Deine Bilder irritieren mich etwas. Die Sonne ist knallrot, hat einen gelben "Ring" und doch erscheint ein grüner Schimmer. Bei meinen Versuchen ist es bisweilen umgekehrt. Wenn es ein wenig Grünes zu sehen gibt, dann ist die Sonne gelb, hat einen roten "Ring", oder soll ich besser Saum sagen? Nun es mag an verschiedenen Belichtungen und Nutzung von Programmen liegen, vielleicht auch an den Belichtungsreihen. Ich selbst habe noch keine Belichtungsreihen durchgeführt. Oder die Sonne sah wirklich so aus. Vielleicht bleibt mir ja so mancher grüne Pixel verborgen, wei ich etwas falsch mache. Deine Aufahmetechnik und die Bearbeitung würde mich interessieren.

Gruß
Sven

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 16. Feb 2012, 22:02

Hallo Sven,

also die Technik bei mir ist folgende: An meiner Kamera kann ich mit "Fremdobjektiven" nur mittenbetont die Belichtung messen. Das stört normalerweise nicht, bei einem Zeitraffer der durchlaufenden Sonne aber eben doch. Also kann ich nur die manuelle Belichtung benutzen. Stelle ich nun aber die richtige Belichtungszeit für die Sonne bei ca. 3/4 Grad über dem Horizont fest ein, werden die späteren Bilder völlig unterbelichtet, da die Helligkeit der Sonnnenscheibe durch die horizontnahe Absorption nochmal stark einbricht. Also mache ich statt Einzelbildern Dreierreihen, wobei die kürzeste Zeit genau wie eben beschrieben eingestellt wird. Die anderen zwei Bilder sind um den Faktor 4 bzw. 16 länger belichtet, also im Abstand von je zwei Belichtungsstufen.

Um einen Film daraus zu machen, kombiniere ich nun die drei Bilder zu einem einzigen Film-Einzelbild mit angepaßten Wichtungsfaktoren. D.h. zu Anfang des Films ist viel vom kürzestbelichteten Bild drin, da das dort korrekt passt. Am Ende kommt viel von der längsten Belichtung mit hinein. So erreiche ich ein (für mich) zufriedenstellendes Ergebnis. Zugegeben, ich hab dann noch ziemlich stark am Gammawert geschraubt.

Bei der Farbe versuche ich mich an der visuellen Beobachtung zu orientieren. Schaut man sich Sonnenauf- oder -untergänge an (natürlich passend gefiltert) so gibt es rote, orange und gelbe - je nach Zustand der Atmosphäre. Durch das automatisierte Auslösen habe ich ja Zeit, den Eindruck mit bloßem Auge zu bewerten. Hier nun war es ein Orange, was sich gegen Ende zu Rot entwickelte. Trotzdem kommt es zu grünen Segmenten - irgendjemand hat mal ausgerechnet, dass rot und grün die Farben sind, die am längsten "überleben" - deshalb sind ja auch die blauen Segmente so selten.

Ein wichtiger Punkt ist noch: Da wir heutzutage wahrscheinlich häufiger Fotos des Sonnenuntergangs sehen, als den Sonnenuntergang selbst, sind wir von dem Fotoergebnis vorgeprägt. Als Beispiel hier mal die Dreierreihe mit dem "besten" grünen Segment des Zeitraffers:

Bild
1/4000s

Bild
1/1000s

Bild
1/250s

Bei den beiden längeren Belichtungen ist der Rotkanal definitiv im Anschlag (sieht man im Histogramm), und das Grün zieht nach, so dass eine teilweise gelbe Sonne entsteht. Das sind die Bilder, wie man sie häufig sieht. Das Problem gibts auch in der analogen Fotografie, da wirken die Übergänge von Rot zu Gelb durch das Filmkorn noch "natürlicher" - dennoch zeigt nur die kürzeste Belichtung einen wirklichkeitsnahen Eindruck, da dort keiner der Farbkanäle übersteuert. Das grüne Segment ist aber auf diesem Bild kaum zu sehen. Das ist das gleiche Problem, wie wir es vor einigen Monaten am breiten Gelbstreifen in einem Regenbogenfoto diskutiert haben. Inzwischen glaube ich, daß es sehr schwierig ist, einfarbige Objekte korrekt zu fotografieren. Meist nehmen wir die (lokale) Übersteuerung eines Farbkanals in Kauf, zugunsten einer einer ausgewogeneren Gesamthelligkeit des Bildes. So entstehen dan gewisse Erwartungshaltungen an neue Bilder usw. Also die Dreierreihe ist definitiv etwas, was ich seit dem Umstieg in die digitale Fotografie zu schätzen gelernt habe!

Hoppla, nun ist das wieder so ein längerer Text geworden...

Viele Grüße, Alex

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