Startverbot für Ariane 5 Raketen / Rosetta bleibt am Boden

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Gunnar Glitscher

Startverbot für Ariane 5 Raketen / Rosetta bleibt am Boden

Beitrag von Gunnar Glitscher » 14. Jan 2003, 21:16

Rosetta wird nicht zum Kometen Wirtanen fliegen. Laut Arianespace sollen die Qualifikations-Routinen für die Trägersysteme neu festgelegt werden. Da das Startfenster Ende Januar zu geht, wird die Kometenssonde wohl ein anderes Ziel anfliegen. Aus dem Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt hörte ich inoffiziell, es könne
67P/Churyumov-Gerasimenko sein.

http://www.arianespace.com/site/news/03 ... index.html

Gruß,
Gunnar

Peter Wloch

Ist wohl wurscht, ahh, meinte Komet.. :) *o.T.*

Beitrag von Peter Wloch » 14. Jan 2003, 21:53

Ist wohl wurscht, ahh, meinte Komet.. :) *o.T.*

Gunnar Glitscher

Beim ESOC sind Arbeitssplätze betroffen

Beitrag von Gunnar Glitscher » 14. Jan 2003, 22:06

Und ob sich auf absehbare Zeit eine Ersatzmission fliegen läßt, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall kostet die Verschiebung viel Geld (Satellit runter von der Rakete und alles zusammen zurück in die Garage) und im Darmstädter Kontrollzentrum wohl auch Arbeitsplätze.

Gruß,
Gunnar

Ulrich Rieth

Mein Kommentar dazu aus d.s.r.

Beitrag von Ulrich Rieth » 14. Jan 2003, 22:08

...dabei ging es zunächst einmal um die doch recht aussagelose Pressemitteilung...

Hallo!

"Thomas B" Thomas@betti.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b01khr$7bp$05$1@news.t-online.com...
> Hallo,
>
> so stelle ich mir eine aussagekräftige Pressemitteilung vor....
>

[Pressemitteilung: Rosetta-Start verschoben]

> Nach Kenntnisnahme dieser Pressemitteilung stelle ich fest, dass immer
> noch die selben Fehler in der Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.
> Wenn etwas schief läuft wird verschleiert, verschwiegen und hingehalten.

Naja, in dieser Pressekonferenz, wie auch in der beschreibenden Mitteilung, ging es ja auch nur um die Konsequenzen aus dem jüngsten Ariane 5 Fehlschlag.
Zu diesem Fehlschlag gab es ja schon ausführlichere Mitteilungen, die das Problem beschrieben haben.
Daher ist es jetzt in der Rosetta Meldung nicht wirklich nötig, nochmal darauf einzugehen.
Ich muss Dir aber dennoch Recht geben, dass die Meldung trotzdem nichtssagend ist. Man hätte wenigstens mal reinschreiben können, mit welchem Zeitraum die Experten jetzt rechnen, bis wieder an einen Start zu denken ist. Denn so lange kann es ja auch nicht dauern das "Qualifikations- und Überprüfungsverfahren zu verifizieren", immerhin arbeiten die jeden Tag damit.
Wie dem auch sei, ich denke die Chinesen und Inder lachen sich heute Abend kaputt und Arianespace kann, wenn es ganz dumm läuft, zumachen.
Ich meine, die letzte Ariane 4 wird demnächst gestartet und der Nachfolger ist gegrounded.
Also hat man mal wieder nur laufende Kosten aber Null Einnahmen. Dass sowas nicht gut gehen kann, braucht man sich eigentlich nicht weiter auszumalen.
Schade, dass es soweit kommen musste, aber ich glaube schon, dass es nicht mehr lange eine europäische Raumfahrt geben wird.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Re: Ist wohl wurscht, ahh, meinte Komet.. :)

Beitrag von Ulrich Rieth » 14. Jan 2003, 22:23

Hallo Peter!

(Ich hoffe mal, dass ich Deinen Kommentar einfach nur falsch verstanden habe. Falls ja, dann bitte das folgende nicht auf Dich persönlich beziehen.)
Wenn ich sowas wie diese oT-Meldung lese, könnte ich glatt ausrasten.
Nicht nur, dass wir mit einer solchen Einstellung schon jetzt die Chancen der jungen Generation völlig versaut haben. (Siehe PISA, denn von irgendjemandem muss die Jugend dieses ignorante Denken ja gelernt haben.) Nein, es wird auch einfach munter so weiter gemacht, als ginge es uns wie vor 30 Jahren...Reichtum, Wohlstand, spitzen Wissenschaftler, kaum Verwaltung, etc.
Rosetta war wirklich noch eine hoffnungsvolle und größtenteils europäische Wissenschaftsmission, an der nicht nur mal eben so ein paar abgedrehte Professoren und Doktoren ihre Arbeit drangehangen haben, nein, hier ist es viel schlimmer, hier hängt eine komplett Zukunftsindustrie über Abgrund.
Mit diesem Misserfolg, denn eine Umplanung der Mission ist nur bedingt und mit mehr als 50% Abstrichen möglich, fällt wahrscheinlich der Großteil der europäischen, unbemannten Raumfahrt.
Nicht nur, dass wir zur Zeit faktisch kein einsatzbereites Trägersystem für den Start von Satelliten mehr haben, nein, auch die Mittel werden natürlich nach so einem Desaster mit Freuden zusammengestrichen. Wo kein sichtbarer Erfolg, da braucht man auch nicht das kaum vorhandene Geld zu investieren.
In Zukunft können wir uns jetzt also ansehen, wie die Chinesen und Inder, die eigentlich kein Geld für Raumfahrt haben, uns zeigen, wo der Hase langläuft. Im Herbst wird wohl die erste bemannte chinesische Mission in den Orbit starten und die Gerüchte über den ersten Chinesen auf dem Mond werden auch immer lauter.
Echt super hinbekommen. Und das nur, weil 95% der Deutschen, und das sind nunmal leider diejenigen, die bisher das Geld zusammengetrommelt haben, immer noch in dem Irrglauben verharren, dass die Teflonpfanne das einzige ist, was man bisher aus der Raumfahrt gewonnen hat. Und nichtmal das stimmt.
Aber mir solls ja recht sein.
Ich hoffe mal, dass ich hier schnellstmöglich fertig werde und dann kann ich mir hoffentlich irgendwo auf der Welt ein Plätzchen suchen, wo es nicht so extrem von Ignoranten wimmelt.
Gute Nacht Deutschland und jetzt wohl auch Gute Nacht Europa.

Ulrich

Peter Wloch

Re: Ist wohl wurscht, ahh, meinte Komet.. :)

Beitrag von Peter Wloch » 14. Jan 2003, 22:51

Hallo Urich,

Deine Aufregung in Ehren, aber ich habe nicht an der Rakete manipuliert :) !

Tja, und Arbeitsplaetze,
die Heiligen Kuehe Deutschlands, haben schon laengst keine Tabuzonen mehr, weder bei einfachen Jobs noch bei Spitzenmanagern (Roy Sommer :)), noch in der elitaeren Forschung...

Frueher sagte man, der Wurm ist drin. Oder in Rom spricht man vom Satan. Heute heisst es, da Rom das Zepter an Washington abgegeben hat eben zeitgemaess Murphy...

Als Schwabe sage ich Wurscht, Komet ist Komet...
Immer noch besser, als dass das Ding auf der Startrampe platzt,
Sylvester war doch schon.

Eine der groessten Gaben der Menschheit ist der Humor :)

Damit kann man alle Krisen meistern...

In diesem Sinne wuensch ich Dir Traeume voll goettlichem Lachen diese Nacht :D

Liebe Gruesse
Peter

> Hallo Peter!

> (Ich hoffe mal, dass ich Deinen Kommentar einfach nur falsch
> verstanden habe. Falls ja, dann bitte das folgende nicht auf
> Dich persönlich beziehen.)
> Wenn ich sowas wie diese oT-Meldung lese, könnte ich glatt
> ausrasten.
> Nicht nur, dass wir mit einer solchen Einstellung schon jetzt
> die Chancen der jungen Generation völlig versaut haben. (Siehe
> PISA, denn von irgendjemandem muss die Jugend dieses ignorante
> Denken ja gelernt haben.) Nein, es wird auch einfach munter so
> weiter gemacht, als ginge es uns wie vor 30 Jahren...Reichtum,
> Wohlstand, spitzen Wissenschaftler, kaum Verwaltung, etc.
> Rosetta war wirklich noch eine hoffnungsvolle und größtenteils
> europäische Wissenschaftsmission, an der nicht nur mal eben so
> ein paar abgedrehte Professoren und Doktoren ihre Arbeit
> drangehangen haben, nein, hier ist es viel schlimmer, hier hängt
> eine komplett Zukunftsindustrie über Abgrund.
> Mit diesem Misserfolg, denn eine Umplanung der Mission ist nur
> bedingt und mit mehr als 50% Abstrichen möglich, fällt
> wahrscheinlich der Großteil der europäischen, unbemannten
> Raumfahrt.
> Nicht nur, dass wir zur Zeit faktisch kein einsatzbereites
> Trägersystem für den Start von Satelliten mehr haben, nein, auch
> die Mittel werden natürlich nach so einem Desaster mit Freuden
> zusammengestrichen. Wo kein sichtbarer Erfolg, da braucht man
> auch nicht das kaum vorhandene Geld zu investieren.
> In Zukunft können wir uns jetzt also ansehen, wie die Chinesen
> und Inder, die eigentlich kein Geld für Raumfahrt haben, uns
> zeigen, wo der Hase langläuft. Im Herbst wird wohl die erste
> bemannte chinesische Mission in den Orbit starten und die
> Gerüchte über den ersten Chinesen auf dem Mond werden auch immer
> lauter.
> Echt super hinbekommen. Und das nur, weil 95% der Deutschen, und
> das sind nunmal leider diejenigen, die bisher das Geld
> zusammengetrommelt haben, immer noch in dem Irrglauben
> verharren, dass die Teflonpfanne das einzige ist, was man bisher
> aus der Raumfahrt gewonnen hat. Und nichtmal das stimmt.
> Aber mir solls ja recht sein.
> Ich hoffe mal, dass ich hier schnellstmöglich fertig werde und
> dann kann ich mir hoffentlich irgendwo auf der Welt ein
> Plätzchen suchen, wo es nicht so extrem von Ignoranten wimmelt.
> Gute Nacht Deutschland und jetzt wohl auch Gute Nacht Europa.

> Ulrich

Gunnar Glitscher

Aussagelos...

Beitrag von Gunnar Glitscher » 14. Jan 2003, 22:53

ist die Pressemitteilung ja leider nicht, denn ein komplettes Überarbeiten der Qualifikationen dauert länger als - wie Du weiter unten vermutest - nur ein paar Tage. Ob in diesem Jahr überhaupt gestartet werden kann, ist fraglich. Insofern ist auch klar, daß bei der Presseferenz hierzu nichts konkretes gesagt werden konnte: da hängt jetzt einiges in der Luft. Ich finde die Entscheidung nicht nur bedauerlich, sondern auch sehr ärgerlich, weil überzogen. Die für Rosetta vorgesehene Flugkonfiguration der Ariane 5 ist nicht identisch mit der verunglückten vom Dez. 02 und hätte die Sonde mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Weg zu Wirtanen gebracht. Wenn sich die Amerikaner in den sechziger Jahren aus Sorge vor Fehlschlägen derart in die Hosen genacht hätten, wäre bis zum heutigen Tag noch keiner auf dem Mond gewesen!

Gruß,
Gunnar

> ...dabei ging es zunächst einmal um die doch recht aussagelose
> Pressemitteilung...

> Hallo!

> "Thomas B" Thomas@betti.de schrieb im Newsbeitrag
> news:b01khr$7bp$05$1@news.t-online.com ...

> [Pressemitteilung: Rosetta-Start verschoben]

> Naja, in dieser Pressekonferenz, wie auch in der beschreibenden
> Mitteilung, ging es ja auch nur um die Konsequenzen aus dem
> jüngsten Ariane 5 Fehlschlag.
> Zu diesem Fehlschlag gab es ja schon ausführlichere
> Mitteilungen, die das Problem beschrieben haben.
> Daher ist es jetzt in der Rosetta Meldung nicht wirklich nötig,
> nochmal darauf einzugehen.
> Ich muss Dir aber dennoch Recht geben, dass die Meldung trotzdem
> nichtssagend ist. Man hätte wenigstens mal reinschreiben können,
> mit welchem Zeitraum die Experten jetzt rechnen, bis wieder an
> einen Start zu denken ist. Denn so lange kann es ja auch nicht
> dauern das "Qualifikations- und Überprüfungsverfahren zu
> verifizieren", immerhin arbeiten die jeden Tag damit.
> Wie dem auch sei, ich denke die Chinesen und Inder lachen sich
> heute Abend kaputt und Arianespace kann, wenn es ganz dumm
> läuft, zumachen.
> Ich meine, die letzte Ariane 4 wird demnächst gestartet und der
> Nachfolger ist gegrounded.
> Also hat man mal wieder nur laufende Kosten aber Null Einnahmen.
> Dass sowas nicht gut gehen kann, braucht man sich eigentlich
> nicht weiter auszumalen.
> Schade, dass es soweit kommen musste, aber ich glaube schon,
> dass es nicht mehr lange eine europäische Raumfahrt geben wird.
> Gruß

> Ulrich

Ulrich Rieth

Re: Aussagelos...

Beitrag von Ulrich Rieth » 14. Jan 2003, 23:14

Hi Gunnar!

> ist die Pressemitteilung ja leider nicht, denn ein komplettes
> Überarbeiten der Qualifikationen dauert länger als - wie Du
> weiter unten vermutest - nur ein paar Tage.

Dachte ich mir fast und halte es genauso für überzogen, wie Du (hätte auch den gleichen Vergleich gebracht [hab gerade Genesis-The man of Apollo 8 gelesen und A Man On The Moon ist auch so spannend, dass ich wohl bis Samstag durch bin.])

> Die für Rosetta vorgesehene Flugkonfiguration
> der Ariane 5 ist nicht identisch mit der verunglückten vom Dez.
> 02 und hätte die Sonde mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Weg
> zu Wirtanen gebracht.

Hier bin ich mir auch sicher, denn die normale Ariane 5 mit dem Vulcain 1 Triebwerk ist ja schon mehrmals problemlos gestartet.
Damit, dass man jetzt nicht startet, verliert man ja nicht nur das primäre Ziel, den Kometen Wirtanen, sondern auch die sekundären Vorbeiflüge an Otawara (in 2006) and Siwa (in 2008).
Außerdem funktioniert natürlich das gesamte Fly-by Schema nicht mehr, mit zweimal "Schwung holen" an der Erde und einmal an der Venus.
Es muss also eine vollständig neue Mission geplant werden, was mehr als ein Jahr dauern sollte.
Dann muss man wieder auf einen freien Ariane 5 Slot warten (so sie denn wieder fliegen darf) und bis dahin ist Rosetta total veraltet.
Schade drum, aber ich glaube die Milliarden kann man getrost komplett in den Wind schreiben.
Nach Contour jetzt Rosetta, das wars wohl mit den Kometen Sonden. Wir waren von Giotto und DeepSpace1 einfach zu verwöhnt.
Gruß

Ulrich

Peter Kuklok

Re: Aussagelos...

Beitrag von Peter Kuklok » 14. Jan 2003, 23:45

Hi Ulrich,

> Nach Contour jetzt Rosetta, das wars wohl mit den Kometen
> Sonden. Wir waren von Giotto und DeepSpace1 einfach zu verwöhnt.

ich bin zwar nicht ganz auf dem Laufenden, aber gibt es nicht noch die Stardust-Mission, sowie ein weiteres NASA-Projekt bei der ein Komet "beschossen" werden soll? Oder gab's da auch Probleme?

Das vorläufige Scheitern von Rosetta ist jedenfalls echt übel :-((
Mal sehen was morgen bzw. heute Vormittag auf der Pressekonferenz in Paris noch so erzählt wird.

Grüße
Peter

Ulrich Rieth

Re: Aussagelos...

Beitrag von Ulrich Rieth » 14. Jan 2003, 23:52

Hi Peter!

> ich bin zwar nicht ganz auf dem Laufenden, aber gibt es nicht
> noch die Stardust-Mission, sowie ein weiteres NASA-Projekt bei
> der ein Komet "beschossen" werden soll? Oder gab's da
> auch Probleme?

Also Stardust ist zur Zeit wohl die letzte nicht-Mars Mission die noch läuft. Dabei ist auch alles 100% zuversichtlich, dass der Vorbeiflug am Kometen Wild klappen wird.
Stardust ist aber hauptsächlich dazu gedacht, den Kometenstaub einzusammeln und sie hat auch nur einen einzigen Versuch.
Bei Contour und Rosetta wären die Langzeitbeobachtungen sehr interessant gewesen, sowie die Oberflächenaufnahmen.
Stardust hat dazu wohl nur eine recht grobe Kamera an Bord.

> Das vorläufige Scheitern von Rosetta ist jedenfalls echt übel
> :-((
> Mal sehen was morgen bzw. heute Vormittag auf der
> Pressekonferenz in Paris noch so erzählt wird.

Darauf bin ich auch gespannt.
Nun ja, als nächstes kommen dann hoffentlich die Starts (und dann schon bald die Landungen) der beiden Mars Rover.
Aber selbst hier gibt es noch kein finales GO, ob die Mission überhaupt stattfindet.
Echt grauenvoll, was im Moment alles bei den Planetensystem-Missionen passiert.
Gruß

Ulrich

Peter Wloch

Re: Mal sachte...

Beitrag von Peter Wloch » 15. Jan 2003, 00:15

Interessant, was alles so vorgetragen wurde.
Aber es ist doch auch viel Spekulation dabei...
Ich wuerde mal abwarten.
Ich traue den Verantwortlichen schon den Ueberblick zu;
Sie werden sich sicher noch besprochen haben mit ihren Beratern
und dem kleineren Uebel Vorzug gegeben haben.
Ausserdem sehe ich aus meiner Lebenserfahrung, das sich die Politiker
ihre Vorzeigeobjekte gern was kosten lassen.
Es strahlt ja auf sie zurueck :)

Wie gehabt, abwarten und Tee trinken.

Psychotherapeut Peter :)

> Rosetta wird nicht zum Kometen Wirtanen fliegen. Laut
> Arianespace sollen die Qualifikations-Routinen für die
> Trägersysteme neu festgelegt werden. Da das Startfenster Ende
> Januar zu geht, wird die Kometenssonde wohl ein anderes Ziel
> anfliegen. Aus dem Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt hörte ich
> inoffiziell, es könne
> 67P/Churyumov-Gerasimenko sein.

>
> http://www.arianespace.com/site/news/03 ... index.html
> Gruß,
> Gunnar

Bernhard Dorner

Re: Hahaha, wirklich witztig!

Beitrag von Bernhard Dorner » 15. Jan 2003, 01:12

Hallo Peter!

jaaaa, ich amüsier mich köstlich! Schon geil, wenn da mal wieder ein großes Raumfahrtprojekt platzt, oder? Könnte ruhig öfter passieren, man hat ja in diesen schweren Zeiten kaum noch was zu lachen und der Weltraum ist groß, da finden sich schon immer wieder neue Dinge, die man mal eben so anfliegen kann.

----
Das musste erst mal raus, jetzt geht ein weiterer Beitrag an.
----

Betreff: Na, heute 'nen Clown zu Abend gegessen?

Hi Peter!

(ich hätte nie gedacht, irgendwann man einen Spruch aus der Bundeswehr hier verwenden zu können, aber du hast es geschafft. Keine Ahnung, ob du dich jetzt drüber freuen brauchst.)

Ehrlich gesagt ärgere ich mich über den beantworteten Beitrag noch mehr als den ersten Kommentar. Oder weiß nicht, ob ich mehr den Kopf schüttele.

> Als Schwabe sage ich Wurscht, Komet ist Komet...

(Müsstest du als Schwabe nicht eher in Trauer ausbrechen, weil eine Verschiebung Geld kostet?)
Nicht ganz. Du bist dir wohl nicht im klaren, welchen Aufwand so eine Mission benötig in der Genehmigung, Planung von Missionsprofil und Sonde, Bau usw.? Gut, ich ehrlich auch nicht. Wenn ich aber mal an das US-Mondlandeprogramm denk, das 8-9 (?) Jahre bis zur ersten Landung dauerte und quasi mit allen verfügbaren Kräften daran gearbeitet wurde, kann man sich die Tragweite eines Missionsabbruchs ausmalen. Für die Ergebnisse mag es vielleicht egal sein, welchen Kometen man jetzt ansteuert, aber nicht für das ganze Drumherum. Zudem ist es besonders tragisch, da die Unterbrechung kurz vor dem Start kommt und der Satellit schon auf der Rakete sitzt.

> Eine der groessten Gaben der Menschheit ist der Humor :)

Richtig, aber ich denke (mit geballter Lebenserfahrung von 21 Jahren) dass die Fähigkeit Ereignisse und Aussagen in ihrer Bedeutung einschätzen zu können, etwas wichtiger ist und man damit weiter kommt, als nur mit Humor. Ich will dir diese Fähigkeit keinesfalls absprechen, aber mit scheint, du nimmst so ziemlich alles auf die leichte Schulter. Ehrlich gesagt bin ich da nicht anders (sonst wäre das Leben wohl unerträglich, es ist ja auch eines der schwersten), aber es gibt für mich gewisse Grenzen, wenn es ernsthafte und weitreichende Konsequenzen hat und _andere_ Menschen direkt in schwerer Weise betrifft (wozu ich auch den Verlust des Arbeitsplatzes zähle). Außerdem weißt du nie, wer denn in diesem Forum mitliest. Könnte ja auch dein zukünftiger Chef sein... und auf den will man ja sicher Rücksicht nehmen, oder? Mach dir übrigens keine Sorgen um Ron (Roy Black?) Sommer, der bekommt sicher genug Abfindung.
Ich empfinde die allgemeine Situation, auf die Ulrich losgegangen ist, nicht so drastisch wie er es dargestellt hat, wohl auch weil mir bis jetzt der Einblich in die Forschungslandschaft fehlt. Aber dass man alle Probleme nur durch einen Humorfilter betrachtet, ist der völlig falsche Weg.

> Damit kann man alle Krisen meistern...

Na prima, dann wünsche ich den Irakern, Israelis und allen anderen Bewohnern von Konfliktzonen auch so viel Humor wie dir! Dann haben sie ja nichts zu befürchten! Und ich glaube nicht, dass du beim Verlust deiner Arbeit, aus einem Grund, auf den du oder deine Firma keinerlei Einfluss hast, auch einen Freudentanz aufführst oder zumindest mit einem Grinsen einschläfst. Vielleicht nur dann, wenn du unbedingt zur größten Armee Deutschlands gehören wolltest. Btw: Ich hab mich schon gefragt, warum man das Heer der Arbeitlosen nicht auch zu Auslandseinsäzen verpflichtet. Den Zusatz, dass dann ein Hubschrauberunglück auch nicht mehr so schlimm wäre, bring ich nur um zu zeigen, wohin unreflektierte Fröhlichkeit führen kann: zu ziemlich miesem Zynismus. (Warum dann mir so was einfällt weiß ich nicht; lustig find ich es jedenfalls nicht.)

Noch ein zwei Addenda:

Tut mir leid, wenn der Ton etwas harsch erscheint, aber ich hab manchmal den Hang zu überzeichnen. Entschuldige bitte auch ein eventuelles Missverständnis deines Beitrags.
Es sind keine Smilies o.ä. enthalten, weil ich dabei keine Miene verziehe. Auftretende Ironie ist hoffentlich auffindbar.

Durchaus freundliche, aber keine fröhlichen Grüße
Bernhard

Bernhard Dorner

Hoppla .... witzig *o.T.*

Beitrag von Bernhard Dorner » 15. Jan 2003, 01:14

Hoppla .... witzig *o.T.*

Peter Wloch

Hallo Bernhard

Beitrag von Peter Wloch » 15. Jan 2003, 03:16

Ja guten Tag Bernhard,

ich freue mich sehr ueber Deinen Beitrag.

Endlich ist eine gewisse Langeweile in diesem Forum mal unterbrochen durch eine Kette von lebendigen, emotionalen Beitraegen !

Ha !

Aber mal zu Deinem Brief:
>>jaaaa, ich amüsier mich köstlich! Schon geil, wenn da mal wieder ein großes Raumfahrtprojekt platzt, oder? Könnte ruhig öfter passieren, man hat ja in diesen schweren Zeiten kaum noch was zu lachen und der Weltraum ist groß, da finden sich schon immer wieder neue Dinge, die man mal eben so anfliegen kann. >Betreff: Na, heute 'nen Clown zu Abend gegessen? >Zudem ist es besonders tragisch, da die Unterbrechung kurz vor dem Start kommt und der Satellit schon auf der Rakete sitzt.>Richtig, aber ich denke (mit geballter Lebenserfahrung von 21 Jahren) dass die Fähigkeit Ereignisse und Aussagen in ihrer Bedeutung einschätzen zu können, etwas wichtiger ist und man damit weiter kommt, als nur mit Humor. >wenn es ernsthafte und weitreichende Konsequenzen hat und _andere_ Menschen direkt in schwerer Weise betrifft (wozu ich auch den Verlust des Arbeitsplatzes zähle).>Aber dass man alle Probleme nur durch einen Humorfilter betrachtet, ist der völlig falsche Weg. Damit kann man alle Krisen meistern...

Schlag einen besseren Weg vor: Deutschen Ernst ?

>>Na prima, dann wünsche ich den Irakern, Israelis und allen anderen Bewohnern von Konfliktzonen auch so viel Humor wie dir! Dann haben sie ja nichts zu befürchten!>Ich hab mich schon gefragt, warum man das Heer der Arbeitlosen nicht auch zu Auslandseinsäzen verpflichtet.>Tut mir leid, wenn der Ton etwas harsch erscheint, aber ich hab manchmal den Hang zu Ÿberzeichnen.<<

Das tut jeder Karikaturist und Kabarettist, um die Objekte deutlicher ins Licht zu stellen. Ich auch manchesmal.

Zum Schluss:

Polarlichtforum. Treffpunkt derer, die sich fuer das Polarlicht begeistern koennen. Weil sie es gesehen haben.
Deswegen sind wir hier. Wir haben hier schon schoene und spannende Stunden miteinander gehabt, uns wunderbar bezaubernde Bilder gezeigt und vieles mehr.
Mir ist im Laufe der Zeit aufgefallen, das die Menschen es verlernt haben, ihre Begeisterung ueber diese wunderbare Phaenomen in Gedichten, Gesaengen, in Lobliedern, in gemalten Bildern, in Zeichnungen, in Taenzen oder in Musik auszudruecken.
Auch hier dominiert die Technik, die Kamera.
Manchesmal ist noch ein wunderbarer Erfahrungsbericht mit Bildern dabei. Das ist dann wirklich grossartig.
Oft aber geht alles durch einen technisch-emotionslosen Filter. Die Wissenschaftler haben die Oberhand. Ob Kamera, Verschlusszeiten, Filme, Digitalscanner...
Die Wenigsten trauen scheints noch ihren eigenen Faehigkeiten etwas zu.
Alles geht uebers grosse welt- und sichtbestimmende Filter der Technik.
Das ist unzweifelhaft die Doktrin dieser Zeit.
Wenn wir aber die Aurora selbst sehen, ist alles egal, bis auf dieses grossartige, einem dem Alltag enthebende Erlebnis...
Ich selber habe beim ersten Mal bewusst auf die Kamera verzichtet.
In uns ist ein noch ein ganz anders Wesen, das dann zum Vorschein kommt und mit dem fuehlen wir uns erst beseelt :)

Vielleicht ist sind die Farben und Bewegungen der Aurora eine Art Heiterkeit von Sonne und Erde :D

Die Griechen haettens so noch deuten koennen. Wir bevorzugen Diagramme, Messwerte...
Fuer uns alle aber sind die herrlichen Bilder, die unsere Freunde da oben im Norden fuer uns festhalten und uns daran teilhaben lassen, wohl die schoenste Kunde !
Nichts gegen die Kamera, aber nur...?

Ja, so ein Ariadnefaden...genug gesponnen.

:)


Peter Kuklok

Neue Mission voraussichtlich erst 2004/05

Beitrag von Peter Kuklok » 15. Jan 2003, 12:48

AP-Meldung von 13.15h:

Kometenmission «Rosetta» gescheitert

Paris (AP) Neuer Rückschlag für die europäische Raumfahrt: Einen Monat nach dem Absturz der vergrößerten Ariane-5-Trägerrakete hat die Raumfahrtagentur ESA den Start der Kometensonde «Rosetta» um mindestens ein Jahr verschoben. Die nach dem spektakulären Fehlschlag eingeleitete Überprüfung der Basisversion der Ariane-5 könne nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, hieß es.

Die «Rosetta»-Mission zu dem Kometen Wirtanen sei damit gescheitert, erklärte ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood am Mittwoch in Paris. Die Sonde hätte wegen der astronomischen Konstellation ihre acht Jahre lange Reise spätestens bis zum 31. Januar antreten müssen. Nunmehr sucht die ESA nach einem neuen Ziel für die drei Tonnen schwere Sonde. «Rosetta» dürfte erst in einem bis zweieinhalb Jahren in den Weltraum aufbrechen, sagte Southwood.

Southwood bezeichnete «Rosetta» als «eine der anspruchsvollsten Missionen, die je unternommen worden sind». Das Ein-Milliarden-Euro-Projekt sei wegen seiner wissenschaftlichen Bedeutung, aber auch wegen seiner komplexen und spektakulären Raumflugmanöver einzigartig. «Rosetta» sollte vor ihrer Ankunft auf Wirtanen drei Mal durch Vorbeiflüge an den Planeten Mars und Erde Schwung holen und insgesamt vier Mal die Sonne umkreisen.

Die Wissenschaftler erhofften sich Informationen über Kometen, die Aufschluss über den Ursprung des Sonnensystems geben könnten. Die Sonde sollte auch die Fragen beantworten helfen, ob Kometen zu den Anfängen des Lebens beigetragen haben.

Das vorläufige Scheitern der Mission ist auch ein Rückschlag für die europäische Trägerrakete Ariane-5. Nach dem Absturz der vergrößerten Version hatte es zunächst geheißen, es gebe keine großen Auswirkungen auf das Programm der Basisversion. Southwood sagte, es sei nicht möglich, eine Ariane-5 in aller Sicherheit zu starten, solange der Überprüfungsprozess nicht abgeschlossen sei. Der Absturz am 11. Dezember ging auf einen Fehler im neuen Haupttriebwerk zurück, das extra für die neue Ariane-5 entwickelt worden war.

Eric (Darmstadt)

Ja, ja, die ESA Politik ,verstehe ,wer wolle

Beitrag von Eric (Darmstadt) » 15. Jan 2003, 19:18

Hai,
ich verstehe die Politik der ESA Entscheidungsträger nicht so ganz.
Beim ersten Start einer Ariane 5 gingen alle 4 Cluster Satelliten verloren.
Danach hat sie sich aber als (einigermassen) zuverlässig erwiesen.
Nun haben sie eine Ariane 5+ ausgetüftelt, mit neuen Triebwerken und anderen Veränderungen.
Prompt wird das gute Stück wieder beim Erstflug mit wertvoller Fracht vollgeladen.
Rumms, das selbe noch einmal, die Versicherung zahlt ja, dass man Technologie erst ausreichend testet, bevor man sie einsetzt, zeigen uns doch alle sonstigen Raumfahrt-Organisationen, sogar die ergeizigen Chinesen. Warum haben die nicht schon in der ersten Shenzou ihre Taikonauten reingesetzt? Da wären bestimmt tausende Chinesen bereit gewesen, die Ehre zu erlangen als erster in einer chinesischen Rakete die Erde zu umrunden oder vielleicht auch als Held zu sterben. Und wenn es erst beim 80 Start geklappt hätte. Trotzdem gehen die dortigen Verantwortlichen den umständlichen Weg mit unbemenschten Raketen und testen erstmal ihr Werk. Nur bei der ESA wird gleich noch wertvolle Fracht oben auf die Rakete gepackt, könnte ja vielleicht mal klappen mit dem Erstflug.
Nun bleibt aber die bewährte Ariane 5 mit Rosetta unten, obwohl sie mit der 5+ zwar Verwandt aber nicht Baugleich ist. Eine Mission nach jahrelanger Arbeit für umsonst, aber nicht kostenlos wird einfach abgeblasen, warum? Hat da die Versicherung etwa bei der Ariane mit Versicherungsbeitragserhöhung gedroht nach dem Motto: Die Ariane bleibt unten, sonst geht der Beitrag hoch?
Ausser den Ariane Erbauern, die nun nachsitzen müssen, ist doch nun der Rest der ESA/ESOC zum Däumchen drehen verurteilt.
Mit einem Start der Ariane 5 hätte die ESA doch schön beweisen können, dass sie zuverlässig ist und damit hätte man bestimmt noch einige Aufträge an Land ziehen können. Jetzt steht man ja noch dümmer da, wie wenn die Mission Rosetta gestartet werden würde, auch als Steuerzahler.

Gruss Eric

> Rosetta wird nicht zum Kometen Wirtanen fliegen. Laut
> Arianespace sollen die Qualifikations-Routinen für die
> Trägersysteme neu festgelegt werden. Da das Startfenster Ende
> Januar zu geht, wird die Kometenssonde wohl ein anderes Ziel
> anfliegen. Aus dem Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt hörte ich
> inoffiziell, es könne
> 67P/Churyumov-Gerasimenko sein.

>
> http://www.arianespace.com/site/news/03 ... index.html
> Gruß,
> Gunnar

Martin Wagner

Alles zu seiner Zeit...

Beitrag von Martin Wagner » 15. Jan 2003, 19:22

Hallo Peter,
Du weißt (und hast es auch schon hier erwähnt) daß ich auch viel Humor habe, aber trotzdem finde ich einen humorvollen Umgang mit dem Thema Katastrophen, Arbeitslosigkeit, Israel usw. nicht richtig, dazu sind die Dinge zu ernst.

Du hast recht, es sind keine Menschenleben zu beklagen. Aber wieviel Arbeitszeit steckt in 1 Mrd Euro? 50 % des Geldes seien Lohnkosten (Alles nur fiktive Annahmen, die Fehlerbreite ist groß). Eine durchschnittliche Arbeitsstunde eines der beteiligten Wissenschaftlers koste ganz grob brutto 100 Euro. Bei 500 Millionen Euro entspricht das 5 Millionen Arbeitsstunden. Bei rund 40 Stunden in der Woche und 45 Wochen im Jahr ohne Urlaub macht das 1800 Stunden im Jahr. Das entspricht rund 2800 Arbeitsjahren (Ich mag den Ausdruck "Mannjahre" nicht, auch wenn sicher nicht viele Frauen dabei waren.) Oder: 400 Menschen arbeiten 7 Jahre an diesem Projekt. Und dann alles umsonst. Was würde in Dir vorgehen, wenn die letzten 7 Jahre Deines Lebens umsonst wären? Ok, die Leute haben ihr Geld behalten dürfen, aber eine Tätigkeit soll doch auch einen Sinn haben?
Gewiß, es gibt Wichtigeres auf dieser Erde als Raumfahrtmissionen, z.B. Einsatz für die Menschenrechte, Erhaltung der tropischen Regenwälder, der Kampf gegen den Hunger und Krankheiten und Perspektiven für arbeitslose Jugendliche, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.
Aber wie würde ich mich z.B. fühlen, wenn mein Hauptspiegel für 400 Euro (0,00004% von einer Milliarde) zerstört würde und dann jemand mit Humor käme? Würde ich da mitlachen?

Bitte nimm mir meine Bemerkungen nicht übel! Aber ich wollte nicht ganz dazu schweigen.

Alles Gute für Dich und allen anderen,
Martin

> Ja guten Tag Bernhard,

> ich freue mich sehr ueber Deinen Beitrag.

> Endlich ist eine gewisse Langeweile in diesem Forum mal
> unterbrochen durch eine Kette von lebendigen, emotionalen
> Beitraegen !

> Ha !

> Aber mal zu Deinem Brief:

> Es ist keine Katastrophe. Kein Menschenleben ist zu beklagen.
> Ich wuesste nicht, warum ich hier dem offiziellen Trauerfall
> verpflichtet sein sollte.

> Gut erkannt. Dir auch schon passiert :) ?

> Mal ernster: Es ist voellig belanglos, ob ich lache oder nicht.
> Das aendert nichts.
> Ein technisches Versagen.
> Keiner zu Schaden gekommen. Eher verhuetend.
> Muss ich jetzt der Technik, der Forschung, der Finanz meine
> Trauerkondolenz abstatten?

> (Müsstest du als Schwabe nicht eher in Trauer ausbrechen, weil
> eine Verschiebung Geld kostet?)
> Nein ! Ich hab keinen Cent weniger... :)

> Ha, ha, Ja. Sehr tragisch. Fast schon eine Bettgeschichte. Ich
> werd« immer froehlicher...

> Ich wuerde beides als wichtig ansehen. Aber irren kann man sich
> IMMER.
> Scheints auch der gesammte ESO Stab...:)

> Es gibt so etwas wie Lebensrisiko. Da ist der Verlust des
> Arbeitsplatzes in einem Sozialstaat geradezu human. Fuer
> deutsche Verhaeltnisse...

> Schlag einen besseren Weg vor: Deutschen Ernst ?

> Das ist das einzige, was sie sich nicht nehmen lassen...!

> Im Uebrigen sind wir selber eine Konfliktzone. Noch nicht
> bemerkt?
> Arbeitsplatz, Arbeitsplatz, Arbeitsplatz, Arbeitsplatz,
> Arbeitsplatz, Arbeitsplatz, Arbeitsplatz... Platz...
> Da ist unser Kriegsschauplatz. Ich koennte noch ein paar andere
> nennen...

> Eine dezente Art der Beseitigung :) ?

> Das tut jeder Karikaturist und Kabarettist, um die Objekte
> deutlicher ins Licht zu stellen. Ich auch manchesmal.

> Zum Schluss:

> Polarlichtforum. Treffpunkt derer, die sich fuer das Polarlicht
> begeistern koennen. Weil sie es gesehen haben.
> Deswegen sind wir hier. Wir haben hier schon schoene und
> spannende Stunden miteinander gehabt, uns wunderbar bezaubernde
> Bilder gezeigt und vieles mehr.
> Mir ist im Laufe der Zeit aufgefallen, das die Menschen es
> verlernt haben, ihre Begeisterung ueber diese wunderbare
> Phaenomen in Gedichten, Gesaengen, in Lobliedern, in gemalten
> Bildern, in Zeichnungen, in Taenzen oder in Musik auszudruecken.
> Auch hier dominiert die Technik, die Kamera.
> Manchesmal ist noch ein wunderbarer Erfahrungsbericht mit
> Bildern dabei. Das ist dann wirklich grossartig.
> Oft aber geht alles durch einen technisch-emotionslosen Filter.
> Die Wissenschaftler haben die Oberhand. Ob Kamera,
> Verschlusszeiten, Filme, Digitalscanner...
> Die Wenigsten trauen scheints noch ihren eigenen Faehigkeiten
> etwas zu.
> Alles geht uebers grosse welt- und sichtbestimmende Filter der
> Technik.
> Das ist unzweifelhaft die Doktrin dieser Zeit.
> Wenn wir aber die Aurora selbst sehen, ist alles egal, bis auf
> dieses grossartige, einem dem Alltag enthebende Erlebnis...
> Ich selber habe beim ersten Mal bewusst auf die Kamera
> verzichtet.
> In uns ist ein noch ein ganz anders Wesen, das dann zum
> Vorschein kommt und mit dem fuehlen wir uns erst beseelt :)

> Vielleicht ist sind die Farben und Bewegungen der Aurora eine
> Art Heiterkeit von Sonne und Erde :D

> Die Griechen haettens so noch deuten koennen. Wir bevorzugen
> Diagramme, Messwerte...
> Fuer uns alle aber sind die herrlichen Bilder, die unsere
> Freunde da oben im Norden fuer uns festhalten und uns daran
> teilhaben lassen, wohl die schoenste Kunde !
> Nichts gegen die Kamera, aber nur...?

> Ja, so ein Ariadnefaden...genug gesponnen.

> :)

Bernhard Dorner

Re: Kleine Berichtigungen

Beitrag von Bernhard Dorner » 15. Jan 2003, 22:04

Hi Peter!

Da ich diese Diskussion für wenig bis gar nicht ergiebig halte, nur noch ein paar Anmerkungen:

> Endlich ist eine gewisse Langeweile in diesem Forum mal
> unterbrochen durch eine Kette von lebendigen, emotionalen
> Beitraegen !

Ich halte wenig von emotinalen Postings, das artet zu leicht aus. Und eine Langeweile stört mich hier nicht, da hab ich genug andere Dinge am Hals.

> Es ist keine Katastrophe.

Das ist Ansichtssache.

> Ich wuesste nicht, warum ich hier dem offiziellen Trauerfall
> verpflichtet sein sollte.

Behauptet keiner, aber wunder dich nicht, dass du in einem "Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt" (siehe Titelzeile) mit so einer indifferenten Haltung aneckst. Das Gegenteil von fröhlich ist aber nicht gleich trauernd. Und es würde mich wohl weniger stören, wenn kein Kommentar dieser Art kommt, als wenn es scheint, man freue sich (und so kommt es teilweise rüber!).

> >>Richtig, aber ich denke (mit geballter Lebenserfahrung von 21
> Jahren) dass die Fähigkeit Ereignisse und Aussagen in ihrer
> Bedeutung einschätzen zu können, etwas wichtiger ist und man damit
> weiter kommt, als nur mit Humor. Ich wuerde beides als wichtig ansehen.

Ich hab nicht behauptet, Humor sei unwichtig (Text genau lesen!).

> >>Aber dass man alle Probleme nur durch einen Humorfilter
> betrachtet, ist der völlig falsche Weg. > Damit kann man alle Krisen meistern...

> Schlag einen besseren Weg vor: Deutschen Ernst ?

Stopp! Das meinte ich nicht. Es besteht kein Zusammenhang zwischen meinem und deinem Text, da war eine Leerzeile. Zumindest ist aber der rationelle Weg sicher erfolgreicher als wenn man sich seinem Schicksal lächelnd ergibt. Es kommt übrigens auf die Mischung an, das sind zwei stochastisch unabhängige Ereignisse, aber ich werd schon wieder wissenschaftlich... Aber die leisen Töne sind leider immer nur schwer hörbar.

> Eine dezente Art der Beseitigung :) ?

Genau diesen Zynismus wollte ich vermeiden. Fiel mir eigentlich nur wegen der Bezeichnung "Heer" ein.

So, ich mag nicht mehr dazu schreiben und den Rest weiter nerven. Das führt bei Grundsatzdiskussionen eh zu nichts.

Ciao
Bernhard

Ulrich Rieth

so langsam steig ich dahinter

Beitrag von Ulrich Rieth » 15. Jan 2003, 22:25

Hallo Eric!

Zunächst konnte oder wollte ich das Ganze auch nicht verstehen.
Ok, ich kenne keinen vom ESOC, daher bin ich nicht unmittelbar betroffen.
Aber in den Beiträgen in d.s.r. hat sich jetzt langsam eine Erklärung des eingeschlagenen Kurses herauskristallisiert.
Dort postet zumindest zu Rosetta regelmäßig ein Schweizer, der an der Mission beteiligt ist. Er rückt zwar nicht viel raus, aber im Zusammenhang kommt dann schon einiges rüber.
Das Problem, weshalb man jetzt alle Zertifizierungen nochmals überprüft, scheint wohl der spezielle Missionsverlauf beim Start von Rosetta zu sein.
Eigentlich hat sich die Ariane 5G in den bisherigen Flügen schon als halbwegs zuverlässig erwiesen. Der Fehlschlag beim Erstflug sollte nicht unbedingt mitgezählt werden (blöder Fehler).
Da es aber immer noch 2 teilweise Fehlschläge gab, an denen jeweils die zweite Stufe beteiligt war, ist man vorsichtig geworden.
Warum? Weil das Missionsprofil des Rosettastarts genau mit dieser zweiten Stufe eine Premiere vor hat. Um Rosetta auf den richtigen heliozentrischen Orbit zu bringen, wird nach dem Brennschluss der ersten Stufe eine Cruising Phase eingeschoben. Diese ist aber bisher noch nie durchgeführt worden, weil bei den "normalen" Arianeflügen, wo Satelliten in den GTO geschossen werden, eben die zweite Stufe direkt bei Brennschluss der ersten Stufe gezündet wird.
Um jetzt aber bei der Neuerung im Profil nicht in einen erneuten Fehler der Oberstufe zu laufen, hat man wohl entschieden, dass es besser ist, die komplette Mission neu zu planen und vorher mit der Ariane 5 wirklich wieder den 99% Zuverlässigkeitskorridor der Ariane 4 anzupeilen.
Nun denn, die Sonde ist fertig, die Neuplanung der Mission läuft, aber der Launcher ist am Boden.
Bleibt wohl jetzt primär zu hoffen, dass Arianespace seine Hausaufgaben macht und binnen 6 Monaten wieder eine startfähige Ariane 5G auf die Rampe bringt.
Danach, glaube ich, kann es mit einem neuen Versuch für Rosetta recht schnell gehen.
Wo die 100 Millionen Euro für die Verschiebung, den evtl. Rücktransport von Rosetta nach Europa und die nächste Startkampagne herkommen, weiss ich allerdings auch nicht.
Gruß

Ulrich

Peter Wloch

Re: dito, kleine Berichtigungen...

Beitrag von Peter Wloch » 15. Jan 2003, 23:17

Joladio, Bernhard,

nett von Dir zu lesen...

Mal zu Vorderst: Meine Kommentar zur Ariane war sicher einer der schwachen Sorte...
So was kommt vor, genauso wie die Arianepanne :)(
Nichts zeigt deutlicher, das wir Wesen sind und keine Goetter.
Sich nun an meinem schwaechlichen Kommentar abzureagieren mag herausfordernd sein. Letztendlich hat es aber zu meiner Freude doch mehr zur differenzierten Betrachtung des Gesamtproblems gefuehrt.
Fuer mich selber habe ich bei mir gedacht: "Sieh mal an, zu vielen guten Beitraegen bekomme ich ueberhaupt keine Resonanz und oft stimmt mich das eher resignierend. Hau« ich aber mal etwas zu schnell «raus und weiss schnell selber, das war nun nicht dein Bestes, du warst zu schnell und zu leichtsinnig, ist die Reaktion bemerkenswert, ja erstaunlich".
Ich will damit fragen, was macht man an mir fest ?
Ich engagiere mich hier und es macht mir Freude. Wir alle machen mal Fehler. Ich ziehe es vor, darueber zu lachen.
Es waere auch nett, wenn die anderen mir mal eher einen amuesierten Kommentar zukommen lassen, als das es gleich so bierernst zum moralischen Kampf kommt :)
Sicher haengt an so einem Riesenprojekt wie Ariane viel dran. Darueber konnte ich jetzt gut dazu lernen, nach den Reaktionen.
Es aendert aber wenig an der Tatsache, dass wir Menschen sind.
Und wir Menschen sind keine perfekten Formeln, sondern individuelle Versuche der Natur. Das ist ja das Grossartige. Von Vervollkommnung kann aber keine Rede sein. Das ist vielleicht menschliche Sehnsucht.
Und wenn wir diesen Ehrgeiz entwickeln, ist das zwar ein hohes Ziel, aber Pannen bleiben nicht aus.
Die Goetter lachen ueber all das...
Das ist Botschaft der aeltesten Art.
Deshalb ziehe ich den Humor vor...
Unser Ernst und unsere Rechthaberei hat schon viel Unheil angerichtet...
Zynismus ist die traurige Art des Lachens. Des vielleicht Lachen muessen«s, weil vieles so absurd ist...
Verzeih, dass ich jetzt, nach diesen Gedankengaengen nicht mehr im Einzelnen auf Deinen Brief eingehe, aber es langt mir,
fuer heute :)
Mit der Bitte um Verstaendnis...

Guten Himmel, leuchtende Aurora, gute Gefuehle...

Dein Kollege Peter


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