Hallo!
Nachdem mir die Wolken am Sonntagmorgen den dritten Teil der Saga "Mars am Sonntagmorgen" versaut haben, musste ich auf den Montagmorgen ausweichen.
Ich benenne das ganze daher einfach mal "Mars am Montagmorgen, Teil 3a".
Irgendwie scheint das mit Mars-Beobachtungen und -Missionen ja so eine Sache zu sein, denn auch die NASA hat mit MER-B "Opportunity" ihre Startschwierigkeiten (nächster Versuch morgen Früh).
Wie auch immer, heute Morgen um 00:30 MESZ war ich dann wiedermal in der Paul-Baumann-Sternwarte in Klein-Winternheim und der Himmel sah sehr gut aus. Klasse Transparenz (Grenzgröße +5.7mag) lud erstmal zu ein paar DeepSky Fotos ein.
Mit dem Provia 400F bin ich, dank des Rhein-Main-Himmels nach 20min meist an dem Punkt, wo der Hintergrund anfängt störend zu wirken.
Also hab ich einfach mal je 20min auf M17, M20 und M16 gehalten. Außerdem habe ich mit einer kleinen Plutoserie begonnen indem ich 10min auf die Position gehalten habe, die mir das LX200 für Pluto angesteuert hat.
Während der Belichtungen konnte ich mir sehr schön ohne Hilfsmittel die Milchstraße betrachten, die mal wieder in voller Pracht über dem RMG stand. Naja, volle Pracht geht hier eigentlich nicht, aber man nimmt, was man bekommen kann.
Zwischendurch immer mal einen Kontrollblick ins Fadenkreuz-Okular, aber dank des nicht vorhandenen Windes, lief die Nachführung sehr ruhig.
Beim Milchstraßen-Anstarren fiel hin und wieder eine schöne helle Sternschnuppe, meist scheinbar aus dem Schwan kommend. Die hellste schaffte sogar eine knapp 10 Sekunden Nachleuchtspur.
Gegen 02:30 MESZ war Mars dann langsam hoch genug gestiegen und ich steuerte ihn an.
Der erste Blick mit niedriger (86x) Vergrößerung zeigte gleich die bekannte südliche Polkappe, aber sonst keinerlei Strukturen.
Bei 300x gabs dann aber auch einige Dunkelgebiete unmittelbar angrenzend an die Polkappe. Außerdem noch die nördliche Polhaube. Mehr ging zunächst Dank des nur mäßigen Seeings nicht.
Da der Rest des 400F noch auf seine Photonenration wartete, hab ich ihn schnell vollbelichtet und dann nochmal ein paar Blicke riskiert.
jetzt ging auch die 400-fache Vergrößerung wieder einigermaßen, so dass man Blickweise am Ostrand des Mare Erythraeum eine lange Region auftauchen sah. War das evtl. das Mariner Tal? Außerdem gab es einige Wolken im Nordosten über den Tharsis Vulkanen. Staub in irgendeiner Form konnte ich nicht sehen, aber die prominenten Regionen, die vom Staub abgeschwächt werden, waren auch nicht im europäischen Sichtbarkeitsbereich.
Pünktlich zum Aufhören gegen 03:20 MESZ sah man dann Wolken im Norden aufziehen. Während ich noch schnell einen kleinen Logbucheintrag schrieb, legte ich die Kamera mit einem AGFA RSXII 50 ASA bei 28/3.5 einfach nach oben schauend aufs verschlossene Teleskop, um mal zu testen, was dieser Film so an Milchstraße zeigt.
Insgesamt wars wieder ein netter Morgen und jetzt fehlt nur noch das letzte Viertel der Marsoberfläche. Mal sehen, ob es wieder ein "Mars am Sonntagmorgen" geben wird.
Klaren Himmel!
Ulrich
PS.: Bilder der letzten 3 Sessions gibts evtl. heute Abend schon irgendwo online (wenn was vorzeigbares dabei ist)
Mars am Montagmorgen (ZM 96)
-
Gunnar Glitscher
Re: Mars am Montagmorgen (ZM 96)
Hallo Ulrich,
Andreas und ich hatten gestern morgen mit 8 u. 16 Zoll bei nicht gerade berauschender Luftruhe und V zwischen 200x u. 300x einen ähnlichen Eindruck: Südpolkappe und direkt angrenzende Dunkelgebiete sehr prägnant, Aurorae Sinus gut abgesetzt, Solis Lacus matt; mit Gelbgrünfilter Randaufhellungen (Dunst oder Wolken?) am West- und Nordrand. Zum 'Aufwärmen' gab's vorher einen Blick auf Pluto.
Gruß,
Gunnar
> Hallo!
> Nachdem mir die Wolken am Sonntagmorgen den dritten Teil der
> Saga "Mars am Sonntagmorgen" versaut haben, musste ich
> auf den Montagmorgen ausweichen.
> Ich benenne das ganze daher einfach mal "Mars am
> Montagmorgen, Teil 3a".
> Irgendwie scheint das mit Mars-Beobachtungen und -Missionen ja
> so eine Sache zu sein, denn auch die NASA hat mit MER-B
> "Opportunity" ihre Startschwierigkeiten (nächster
> Versuch morgen Früh).
> Wie auch immer, heute Morgen um 00:30 MESZ war ich dann
> wiedermal in der Paul-Baumann-Sternwarte in Klein-Winternheim
> und der Himmel sah sehr gut aus. Klasse Transparenz (Grenzgröße
> +5.7mag) lud erstmal zu ein paar DeepSky Fotos ein.
> Mit dem Provia 400F bin ich, dank des Rhein-Main-Himmels nach
> 20min meist an dem Punkt, wo der Hintergrund anfängt störend zu
> wirken.
> Also hab ich einfach mal je 20min auf M17, M20 und M16 gehalten.
> Außerdem habe ich mit einer kleinen Plutoserie begonnen indem
> ich 10min auf die Position gehalten habe, die mir das LX200 für
> Pluto angesteuert hat.
> Während der Belichtungen konnte ich mir sehr schön ohne
> Hilfsmittel die Milchstraße betrachten, die mal wieder in voller
> Pracht über dem RMG stand. Naja, volle Pracht geht hier
> eigentlich nicht, aber man nimmt, was man bekommen kann.
> Zwischendurch immer mal einen Kontrollblick ins
> Fadenkreuz-Okular, aber dank des nicht vorhandenen Windes, lief
> die Nachführung sehr ruhig.
> Beim Milchstraßen-Anstarren fiel hin und wieder eine schöne
> helle Sternschnuppe, meist scheinbar aus dem Schwan kommend. Die
> hellste schaffte sogar eine knapp 10 Sekunden Nachleuchtspur.
> Gegen 02:30 MESZ war Mars dann langsam hoch genug gestiegen und
> ich steuerte ihn an.
> Der erste Blick mit niedriger (86x) Vergrößerung zeigte gleich
> die bekannte südliche Polkappe, aber sonst keinerlei Strukturen.
> Bei 300x gabs dann aber auch einige Dunkelgebiete unmittelbar
> angrenzend an die Polkappe. Außerdem noch die nördliche
> Polhaube. Mehr ging zunächst Dank des nur mäßigen Seeings nicht.
> Da der Rest des 400F noch auf seine Photonenration wartete, hab
> ich ihn schnell vollbelichtet und dann nochmal ein paar Blicke
> riskiert.
> jetzt ging auch die 400-fache Vergrößerung wieder einigermaßen,
> so dass man Blickweise am Ostrand des Mare Erythraeum eine lange
> Region auftauchen sah. War das evtl. das Mariner Tal? Außerdem
> gab es einige Wolken im Nordosten über den Tharsis Vulkanen.
> Staub in irgendeiner Form konnte ich nicht sehen, aber die
> prominenten Regionen, die vom Staub abgeschwächt werden, waren
> auch nicht im europäischen Sichtbarkeitsbereich.
> Pünktlich zum Aufhören gegen 03:20 MESZ sah man dann Wolken im
> Norden aufziehen. Während ich noch schnell einen kleinen
> Logbucheintrag schrieb, legte ich die Kamera mit einem AGFA
> RSXII 50 ASA bei 28/3.5 einfach nach oben schauend aufs
> verschlossene Teleskop, um mal zu testen, was dieser Film so an
> Milchstraße zeigt.
> Insgesamt wars wieder ein netter Morgen und jetzt fehlt nur noch
> das letzte Viertel der Marsoberfläche. Mal sehen, ob es wieder
> ein "Mars am Sonntagmorgen" geben wird.
> Klaren Himmel!
> Ulrich
> PS.: Bilder der letzten 3 Sessions gibts evtl. heute Abend schon
> irgendwo online (wenn was vorzeigbares dabei ist)
Andreas und ich hatten gestern morgen mit 8 u. 16 Zoll bei nicht gerade berauschender Luftruhe und V zwischen 200x u. 300x einen ähnlichen Eindruck: Südpolkappe und direkt angrenzende Dunkelgebiete sehr prägnant, Aurorae Sinus gut abgesetzt, Solis Lacus matt; mit Gelbgrünfilter Randaufhellungen (Dunst oder Wolken?) am West- und Nordrand. Zum 'Aufwärmen' gab's vorher einen Blick auf Pluto.
Gruß,
Gunnar
> Hallo!
> Nachdem mir die Wolken am Sonntagmorgen den dritten Teil der
> Saga "Mars am Sonntagmorgen" versaut haben, musste ich
> auf den Montagmorgen ausweichen.
> Ich benenne das ganze daher einfach mal "Mars am
> Montagmorgen, Teil 3a".
> Irgendwie scheint das mit Mars-Beobachtungen und -Missionen ja
> so eine Sache zu sein, denn auch die NASA hat mit MER-B
> "Opportunity" ihre Startschwierigkeiten (nächster
> Versuch morgen Früh).
> Wie auch immer, heute Morgen um 00:30 MESZ war ich dann
> wiedermal in der Paul-Baumann-Sternwarte in Klein-Winternheim
> und der Himmel sah sehr gut aus. Klasse Transparenz (Grenzgröße
> +5.7mag) lud erstmal zu ein paar DeepSky Fotos ein.
> Mit dem Provia 400F bin ich, dank des Rhein-Main-Himmels nach
> 20min meist an dem Punkt, wo der Hintergrund anfängt störend zu
> wirken.
> Also hab ich einfach mal je 20min auf M17, M20 und M16 gehalten.
> Außerdem habe ich mit einer kleinen Plutoserie begonnen indem
> ich 10min auf die Position gehalten habe, die mir das LX200 für
> Pluto angesteuert hat.
> Während der Belichtungen konnte ich mir sehr schön ohne
> Hilfsmittel die Milchstraße betrachten, die mal wieder in voller
> Pracht über dem RMG stand. Naja, volle Pracht geht hier
> eigentlich nicht, aber man nimmt, was man bekommen kann.
> Zwischendurch immer mal einen Kontrollblick ins
> Fadenkreuz-Okular, aber dank des nicht vorhandenen Windes, lief
> die Nachführung sehr ruhig.
> Beim Milchstraßen-Anstarren fiel hin und wieder eine schöne
> helle Sternschnuppe, meist scheinbar aus dem Schwan kommend. Die
> hellste schaffte sogar eine knapp 10 Sekunden Nachleuchtspur.
> Gegen 02:30 MESZ war Mars dann langsam hoch genug gestiegen und
> ich steuerte ihn an.
> Der erste Blick mit niedriger (86x) Vergrößerung zeigte gleich
> die bekannte südliche Polkappe, aber sonst keinerlei Strukturen.
> Bei 300x gabs dann aber auch einige Dunkelgebiete unmittelbar
> angrenzend an die Polkappe. Außerdem noch die nördliche
> Polhaube. Mehr ging zunächst Dank des nur mäßigen Seeings nicht.
> Da der Rest des 400F noch auf seine Photonenration wartete, hab
> ich ihn schnell vollbelichtet und dann nochmal ein paar Blicke
> riskiert.
> jetzt ging auch die 400-fache Vergrößerung wieder einigermaßen,
> so dass man Blickweise am Ostrand des Mare Erythraeum eine lange
> Region auftauchen sah. War das evtl. das Mariner Tal? Außerdem
> gab es einige Wolken im Nordosten über den Tharsis Vulkanen.
> Staub in irgendeiner Form konnte ich nicht sehen, aber die
> prominenten Regionen, die vom Staub abgeschwächt werden, waren
> auch nicht im europäischen Sichtbarkeitsbereich.
> Pünktlich zum Aufhören gegen 03:20 MESZ sah man dann Wolken im
> Norden aufziehen. Während ich noch schnell einen kleinen
> Logbucheintrag schrieb, legte ich die Kamera mit einem AGFA
> RSXII 50 ASA bei 28/3.5 einfach nach oben schauend aufs
> verschlossene Teleskop, um mal zu testen, was dieser Film so an
> Milchstraße zeigt.
> Insgesamt wars wieder ein netter Morgen und jetzt fehlt nur noch
> das letzte Viertel der Marsoberfläche. Mal sehen, ob es wieder
> ein "Mars am Sonntagmorgen" geben wird.
> Klaren Himmel!
> Ulrich
> PS.: Bilder der letzten 3 Sessions gibts evtl. heute Abend schon
> irgendwo online (wenn was vorzeigbares dabei ist)
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