Hallo zusammen,
hier kommt mit etwas Verspätung ein kurzer Rückblick auf das Polarlichtjahr 2013.
2013 konnte in Mitteleuropa in 13 Nächten Polarlichter beobachtet werden, wobei es sich mit zwei Ausnahmen (02./03.10.2013 und 09.10.2013) um extrem lichtschwache und zumeist nur fotografisch erfassbare Displays handelte. Nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ blieb 2013 hinter dem Vorjahr, welches 21 Polarlichtnächten verzeichnet hatte, deutlich zurück. Eine Übersicht aller 13 Polarlichtnächte findet Ihr unter http://www.polarlichter.info/chronik.htm#y2013 . Wenn Ihr dort mit der Maus jeweils auf das Datum und auf die Helligkeit zeigt, werden weitere Informationen als "Tip-Tool" angezeigt. Die in der rechten Spalte verlinkten Zusammenfassungen öffnen sich jeweils in einem Pop-Up-Fenster (Javascript muss im Browser aktiviert sein).
Schauen wir uns nun die Entwicklung der Sonnenaktivität in 2013 an. Unter http://www.polarlichter.info/zyklus24.htm habe ich alle M-Class und X-Class-Röntgenflares des laufenden Zyklus aufgeführt (und hoffentlich keinen übersehen). Das Jahr brachte mit 101 M-Flares und 12 X-Flares etwa genauso viele wie 2011 (108 M-Flares, 8 X-Flares) und 2012 (124 M-Flares und 7 X-Flares); in 2010 gab es lediglich 21 M-Flares und keinen X-Flare. Bei der Klassifikation habe ich mich diesmal ausschließlich an SolarSoft orientiert, weil die Zuordnung zu den Aktiven Regionen dort nunmehr konsequent geführt wird.
Obwohl 2013 zahlreiche starke Röntgenflares auftraten, überwogen die Zeiträume mit geringer Aktivität bei weitem. Etwa 2/3 aller M-Class-Flares und sämtliche X-Class-Flares konzentrierten sich auf lediglich 2 längere Episoden verstärkter Sonnenaktivität Mitte Mai und vor allem im Oktober/November, wobei jeweils mehrere aktive Regionen beteiligt waren. Nur die letztgenannte Aktivitätsphase zog in Mitteleuropa ein schwaches Polarlicht (30./31.10.2013) nach sich. Von den 4 kleineren Aktivitätsperioden (Anfang Januar, Anfang Mai, Mitte Oktober und Ende Dezember) brachte lediglich die Mitte Oktober eine fotografische Aurora hervor. Die übrigen 11 Polarlichter, darunter auch die beiden oben bereits erwähnten etwas helleren, traten in Phasen geringerer Sonnenaktivität auf. Davon war fünfmal eine CME die Ursache, viermal ein Coronal Hole. Die solare Quelle von zwei fotografischen Polarlichtern (03.03. und 15.08.2013) ließ sich nicht klären; der sekundäre Auslöser war in beiden Fällen ein geomagnetischer Substorm mit günstiger Ausrichtung des IMF.
Als Fazit des Jahres 2013 bleibt wie in den beiden Vorjahren festzuhalten, dass Episoden mit mehreren aktiven Regionen und zahlreichen starken Röntgenflares auf der Sonne zwar die Chancen auf Polarlichter in Mitteleuropa steigern, aber keine zwingende Voraussetzung für deren Auftreten sind. Schwache Polarlichter können in Norddeutschland auch nach eher unscheinbaren Events auf der Sonne (C- und sogar B-Class-Flares, CHs) beobachtet werden, wenn die Ausrichtung des IMF günstig ist und/oder zum passenden Zeitpunkt ein Sektorwechsel im HCS erfolgt. Das Beispiel vom 15.08.2013 hat belegt, dass offenbar sogar spontane Fluktuationen im Sonnenwind schwache Polarlichter hervorbringen können. Die Ereignis vom 03.03.2013 hat mit einem nachträglich errechneten Kp-Wert von 2, einer Sonnenwindgeschwindigkeit von etwa 450 km/s, einer Dichte von 4 und einer Stärke des IMF von lediglich -4nT die Grenze für Polarlichtsichtungen in Mitteleuropa noch einmal nach unten verschoben.
Die beachtliche Anzahl an Nachweisen auch sehr schwacher Polarlichter hängt unverändert mit der großen Anzahl von engagierten Beobachtern und deren Ausrüstung mit Digitalkameras zusammen. Anders als im Vorjahr wurde in 2013 bemerkenswerter Weise keine Aurora ausschließlich durch automatische Himmelsüberwachung nachgewiesen.
Viele Grüße aus Bonn,
Stefan
Rückblick auf das Polarlichtjahr 2013
Moderator: StefanK
- StefanK
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Re: Rückblick auf das Polarlichtjahr 2013
Hallo zusammen,
den Rückblick gibt es in etwas überarbeiteter/erweiterter Form jetzt auch hier:
http://polarlichter.info/2013.htm .
Viele Grüße aus Bonn,
Stefan
den Rückblick gibt es in etwas überarbeiteter/erweiterter Form jetzt auch hier:
http://polarlichter.info/2013.htm .
Viele Grüße aus Bonn,
Stefan
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Anja Verhöfen
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Re: Rückblick auf das Polarlichtjahr 2013
Guten Morgen, Stefan!
Dankeschön für Deinen Bericht. Ja, ich habe auch eine Datenliste, wo ich jeden M- und X-Flare und auch die Polarlichtnächte mit Helligkeitsangaben aufzeichne.
Liebe Grüße und Clear Skies,
Anja Verhöfen
Dankeschön für Deinen Bericht. Ja, ich habe auch eine Datenliste, wo ich jeden M- und X-Flare und auch die Polarlichtnächte mit Helligkeitsangaben aufzeichne.
Liebe Grüße und Clear Skies,
Anja Verhöfen
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