Animation von Nebensonnen

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Michael Großmann

Animation von Nebensonnen

Beitrag von Michael Großmann » 15. Jan 2011, 18:38

Hallo zusammen,

ich öffne jetzt einfach mal einen neuen Beitrag um etwas näher auf die Entstehung von Nebensonnen und Horizontalkeis einzugehen. Andere Animationen von anderen Haloerscheinungen werden noch folgen.

Wie einigen bekannt ist, hatten wir am Sudelfeld ja einige "Halos", wenn auch nur künstlich erzugen könne, zwar mit anderen Winkeln, aber das ist erst mal zu vernachläsigen.

Wie schon im anderen Beitrag erwähnt, simulierten wir mit nur einem Kristall beide Nebensonnen und den Horizontalkreis, abhängig von der (Tschen)lampenposition. Die Drehbewegung verursacht eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausrichtungen des Plättchenkristalles, das Auge kann diese Auflösung nicht verarbeiten und dadurch "verschmiert" das Ganze zu dieser Abbildung, wo am Himmel Millionen von Kristallen verantwortlich sind....

Bild

Um dieses "verschmieren" zu beseitigen, machte ich 12 Einzelbilder bei einer Rotation von 60° (also von einer Seitenfläche zur nächsten) und erstellte diese kleine Animation mit Endlosschleife.

http://www.lightsearcher.de/Z/Versuche/ ... 111_01.gif

Man kann erkennen wie das gebrochene Licht den minimalen Ablenkungswinkel erreicht (in der Realität die deutliche Abgrenzung des roten Lichtes der NS zur Sonne hin).
Scheinbar im Hintergrund "huscht" immer wieder ein weißer Fleck entlang, der durch die schnelle Bewegung den Horizontalkreis darstellt.
Das der Fleck weiß ist, zeigt deutlich, dass es sich nur um ein Spiegelungeffekt handelt und nicht um eine Lichtbrechung.

Mit so einem Modell ist es eine klasse Sache, die Entstehung von Halos besser kennen zu lernen. Ich hoffe sehr, dass ich Euch damit nicht langweile, denn es wird sicher noch einige "Versuche" geben. Weitere Animationen werden dann in diesen Beitrag mit gepostet.

Viele Grüße
Micha
Zuletzt geändert von Michael Großmann am 16. Jan 2011, 13:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 15. Jan 2011, 21:58

hoi Micha,

ach das war Dein "Versuch"... Toll! Claudia hätte das jetzt gerne mit hollow needles waagerecht... 8)
Im Ernst - ich habe auch schon gedacht, mal non-standard-Kristalle in Plexiglas zu giessen und so zu beleuchten. Dein Ergebnis ermuntert sehr!

Bertram

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Beitrag von Elmar Schmidt » 15. Jan 2011, 22:17

Hallo Michael,

langweilen, wie weit gefehlt, das ist doch su-su-suuper, weil sonst nur in SW-Fotos in trockenen Lehrbüchern versteckt.

Ähnlich zum Nebensonnen-AVI würde mich vor allem eines mit den beiden Parrys interessieren, vor allem wegen deren Phasenverschiebung(?),

Gruß Elmar

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 15. Jan 2011, 22:38

Hi Elmar,

ich glaub die Phasenveschiebung lag daran, das die obere waagerecht ausgerichtetet Seitenfläche des Prismas eben nicht so exakt waagerecht war, deshalb der Wechsel bei jeweils 180°. Im Moment bin ich dabei das zu realisieren und zu dokumentieren, Animation folgt dann....

Grüße Micha

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Beitrag von Elmar Schmidt » 16. Jan 2011, 01:04

Hallo Micha,

wie die NS rechts und links den Mimimumsabstand ereichen, sieht ungleich aus, und der Zeitpunkt scheint auch nicht exakt derselbe, wobei letzteres empfindlich von der Taschenlampenorientierung und -strahlsymmetrie abhängen dürfte.

Die einzige andere "Symmetriebrechung" liegt in der Drehrichtung des Kristalls; es könnte sich daher lohnen, die mal umzukehren, und den Zeitablauf zu vergleichen.

Gruß Elmar

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 16. Jan 2011, 01:22

Hi Elmar,

ich vermute mal durch die Rotation im Uhrzeigersinn, erreicht die linke Seite den Minimalablenkungswinkel, während der rechte Teil wieder wegwandert. Event. hängt es auch vom nicht 100% zentriertem Lichtstrahl der Taschenlampe auf den Kristall ab. Ich werd morgen nochmal drüber nachdenken, ist jetzt zu spät ;)

Gruß Micha

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Beitrag von Claudia Hinz » 16. Jan 2011, 11:18

Lieber Micha,

die iss ja klasse geworden, freu mich schon auf die anderen. Ja, die Parrysimu wird wohl mit die interessanteste!

Micha hat mir ja ein Plättchenkristall vermacht (vielen lieben Dank nochmal!!!) und es ist echt der Hammer, was man damit simulieren kann. Habe echtes Sonnenlicht benutzt und unser kleines Dienstschlafzimmer, weil sich da alles überblicken läßt.

Es lassen sich sowohl die Verbindungsbögen zwischen Neben- und Unternebensonne simulieren:

Bild

als auch ein gewisser Blauanteil an der 120°-Nebensonne:

Bild

@Micha: Funzt letzteres eigentlich bei Dir auch oder geht das nur im Sonnenlicht?

Danke nochmal für alles! Das ist echt das beste, was es für Leute wie mich geben kann, die sich mit der Theorie ziemlich schwer tun ...

LG Claudia

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Beitrag von Elmar Schmidt » 16. Jan 2011, 11:32

Hallo Claudia,

wie drehst Du denn Deinen Kristall, etwa auf'em Dienstbleistift...?

Gruß und schönen Sonntag

Elmar

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Beitrag von Claudia Hinz » 16. Jan 2011, 11:37

Nein, Micha hatte mir so einen Pippus reingebohrt, der super in den Akkuschrauber paßt ;o)))

LG Claudia

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 16. Jan 2011, 15:43

Hi Zusammen,

ich hab hier noch einige Animationen...

@Claudi: Ich hab es heut auch mal im Sonnenlicht ausprobiert, die hat sich auch mal wieder blicken lassen ;) Die 120° Nebensonne hat auch mit der Lampe geklappt...

http://www.lightsearcher.de/Z/Versuche/ ... 111_01.gif

...hier ein Bild der 120° Nebensonne bei einfallendem Sonnenlicht und Rotation des Kristalles...

Bild


...dann noch 3 Bilder von einer Nebensonne (vom Beobachter der zur Sonne blickt wäre es die linke, auf der Projektion an die Wand ist sie rechts !), einer Nebensonne bei einem Sonnenstand von ca.30°, und noch Untersonne mit Unternebensonnen...

Bild

Bild

Bild

...und zu Schluß noch ein paar Animationen von beiden Nebensonnen Ich hab den Kristall absichtlich so geneigt, das eine Sonnenhöhe auf Horizontniveau vorliegt...
http://www.lightsearcher.de/Z/Versuche/ ... 111_01.gif

...und Parrybögen. Man sieht alle 180° ein kurzes aufblitzen des konvexen Parrybogens unterhalb des konkaven Bogens. Es ist auch nicht einfach die Orientierung des Seitenffläche horizontal auszurichten, in Bezug auf Einfallwinkel Taschenlampe, da ist noch etwas "Versuchen" angesagt.
Ebenso ist der Lichtfleck der den Horizontalkreis und den Sonnenbogen erzeugt sichtbar.

http://www.lightsearcher.de/Z/Versuche/ ... 111_02.gif


Viele Grüße
Micha

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Beitrag von Elmar Schmidt » 16. Jan 2011, 16:04

Toll, Michael,

die Demos werden immer klarer, auch das mit den gegenphasigen beiden Parrys zeigt sich schön, wenn ich davon ausgehe, daß der "sonnkave" mit dem bei Dir fast geraden Stück gleichzusetzen ist.

Seltsamerweise scheint es aber auch bei den NS unverändert so, daß die Minimumspositionen rechts und links fast gegenphasig auftreten. Nicht, daß ich sicher sagen möchte, das dürfte NICHT so sein, obwohl ich es von der Kristallsymmetrie her (mit Gleichheit alle 60 Grad und somit eben auch bei 180 Grad) eigentlich erwartete.

Über den symmetriebrechenden Einfluß der Drehrichtung muß ich noch nachdenken, wiewohl der doch eigtl. nur das "Hinlaufen" des Lichtflecks zu den "Minimumsonnen" betreffen und ggf. vertauschen sollte, aber nicht deren letztlich zu erwartendes gemeinsames Auftreten für eine solche Kristallstellung, in der eine Spitze zur Taschenlampensonne zeigt, oder unterliege ich damit einer Täuschung?

Gruß Elmar

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Beitrag von Reinhard Nitze » 17. Jan 2011, 04:38

Hallo Claudia!

Vielleicht kannst du ja mal in Position der Nebensonne bzw. Verbindungsbereich zurück in den "Kristall" blicken, um festzustellen, wie die Verbindung zustande kommt. Gegebenenfalls mal ein Foto von dort machen.

Ach ja, verwende dazu aber besser kein Sonnenlicht sondern eine schwächere Lichtquelle :!: :wink:

Viele Grüße, Reinhard!

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Beitrag von Alexander Haußmann » 17. Jan 2011, 21:51

Hallo zusammen,

erstmal noch herzlichen Dank an Micha für die Animationen, da kann ich mir doch etwas besser vorstellen, wie die Sache "in echt" aussieht. Dass zwischen den Minimalablenkungspositionen der linken und rechten Nebensonne ein Phasenunterschied (oder Drehwinkelunterschied) besteht, ist vom Strahlengang her nicht überraschend, oder meint ihr etwas anderes? Ich denke, von der einen zur anderen Minimalposition muß man um 36,5° weiterdrehen (das sollten die 22° in der "Plexiglaswelt" sein). Bei Bedarf kann ich auch mal eine kleine Zeichnung dazu machen. Die Parry-Strahlengänge finden sich unter http://www.atoptics.co.uk/halo/parry1.htm. Für die oberen Bögen dürfte das in der Tape-Sprache 3-5 ("sonnenkav") und 4-8 ("sonnenvex") sein, bzw. beim Halomator wegen der Projektion umgekehrt. Eigentlich müßten beide alle 180° zu sehen sein.

Gruß, Alex

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 17. Jan 2011, 22:00

Hallo zusammen,

erstmal noch herzlichen Dank an Micha für die Animationen, da kann ich mir doch etwas besser vorstellen, wie die Sache "in echt" aussieht. Dass zwischen den Minimalablenkungspositionen der linken und rechten Nebensonne ein Phasenunterschied (oder Drehwinkelunterschied) besteht, ist vom Strahlengang her nicht überraschend, oder meint ihr etwas anderes? Ich denke, von der einen zur anderen Minimalposition muß man um 36,5° weiterdrehen (das sollten die 22° in der "Plexiglaswelt" sein). Bei Bedarf kann ich auch mal eine kleine Zeichnung dazu machen. Die Parry-Strahlengänge finden sich unter http://www.atoptics.co.uk/halo/parry1.htm. Für die oberen Bögen dürfte das in der Tape-Sprache 3-5 ("sonnenkav") und 4-8 ("sonnenvex") sein, bzw. beim Halomator wegen der Projektion umgekehrt. Eigentlich müßten beide alle 180° zu sehen sein.

Gruß, Alex

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Beitrag von Elmar Schmidt » 17. Jan 2011, 23:08

Hallo Alexander,

klar hast Du recht, in letzter Zeit sogar gern zweimal :-). Die NS MÜSSEN zeitversetzt auftreten, mein Denkfehler war, daß ich mit den Strahlen schon IM Kristall war, jeweils parallel zur Prismenbasis, dabei aber vergessend, daß natürlich links und rechts eine andere EINTRITTSsrichtung erforderlich ist. Man sollte doch öfters mal Strahlengänge zeichnen.

Pardon für die Verwirrung, und Michael, Du brauchst nix dahingehend zu verändern.

Bei den Parrys war der "Phasenversatz" sehr deutlich, wobei Michael meinte, daß es schwer war, die Kristallseitenflächen bodenparallel zu halten. Vielleicht ist das der Grund für den Effekt.

Gewöhnungsbedürftig bei den Versuchen bleibt, daß man jene Einzelstrahlinformation vorgeführt bekommt, die in der Natur natürlich von den Kristallkollektiven weggemittelt wird und ohne eine hinreichende Kohärenz auch nicht mehr zu entschlüsseln ist, das wären andernfalls wohl Halo-Hologramme.

Gruß Elmar

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