In den letzen Tagen war ich ein wenig auf der Suche nach Schneedeckenhalos. Aufgrund der dünnen Schneedecke war dies Unterfangen wohl schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es war kaum eine ebene Fläche zu finden und es gab kaum vernünftige Kristalle. Außerdem hat der steife Ostwind vermutlich alles halotaugliche Material weggeblasen. Also versuchte ich in geschützten Westhanglagen fündig zu werden. Zudem wollte ich der Frage nachgehen, ob nicht auch Reifkristalle auf dem Schnee halotauglich sind, denn ich erinnerte mich, dass diese gerne in eine Richtung wachsen. Warum dass so ist weiß ich nicht.
Ich konnte zwei Stellen mit Reifkristallen finden. Bei meinem ersten Besuch am 01.02.2012 hatten sie bereits eine beachtliche Größe. Eine Lichtung im Wald besuchte ich vor zwei Tagen ein weiteres mal und konnte Reifkristalle von >2cm Durchmesser betrachten. Die Bilder sehen teilweise unterbelichtet aus, was daran liegt, dass ich die Kontraste stark erhöhen musste, damit die Strukturen auch gut ersichtlich sind. Wenn alles weiß ist, dann wird es für die Kamera schwierig und es hilft nur EBV.
Die Bilder werden durch anklicken größer und durch mehrfachklicken werden sie teilweise so groß, dass sie nicht mehr auf den Schirm passen
Hier sieht man schon den gereiften Pelz, es hat etwas kuscheliges an sich:
Hier noch mal von oben. Es ist durchaus eine Hauptausrichtung erkennbar, jedoch scheint die Ausrichtung auch der Topografie zu folgen:
Sobald es etwas eben wird, schauen alle in eine Richtung:
Hier ein Bild von einer Waldlichtung. Jede Menge Eistannenbäume:
Von diesen habe ich dann auch einige Makros geschossen, um ihre Struktur besser untersuchen zu können. Ich vermute mal, dass jedes Segment einen Tag-Nacht-Rhythmus darstellt, so zu sagen "Tagesringe":
Hier die gleiche Stelle vor zwei Tagen. Das Wachstum ist deutlich sichtbar, auch ohne Makro:
Hier nochmal in ganz nah:
Hier mal ein 3 cm Reiffächer:
Als ich dann das Gefühl hatte, selbst am Boden festzufrieren, entschied ich mich, Reinhards Methode anzuwenden und brachte einige Kristalle auf eine CD auf. Hier sind die feinen Abstufungen besonders gut zu sehen:
Interessant war auch, dass diese Reifkristalle nur auf der Lichtung zu finden waren. Im lichten Buchenwald drumherum, konnte ich nicht ansatzweise welche finden. Dort lag genauso viel bzw. wenig Schnee, wie auf der Lichtung. Mit einem Infrarotthermometer habe ich dann mal die Oberflächentemperaturen gemessen. Auf der Lichtung hatte der Boden durchgehend 10,5° C. Wenige Meter entfernt im Wald lag die Bodentemperatur (auch schnebedeckt) zwischen 6° und 8° C. Ich vermute, dass hier biologische Prozesse im Waldboden, ähnlich wie im Komposthaufen, für Wärme sorgen. (Wer aus dem Forum kann ein Thermografiebild von so einer Situation machen? Da war doch jemand)
Nun sind das schon recht extreme Reifkristalle, welche ab einer bestimmten Größe auch nicht mehr aufrecht stehen. Dennoch frage ich mich, ob ihre kleineren Verwandten auch Halos hervorbringen können.
Haben die hexagonalen Eisplätchen in der Luft auch solche Abstufungen und wie wirken die sich auf ihre Halofähigkeiten aus?
Genug der Fragen und der pretty Pictures
Ab Sonntag soll es ja Schnee geben, vielleicht werde ich dann fündig.
Viele kristalline Grüße
Sven