Hallo Dennis,
Dennis Hennig hat geschrieben:Das wird nie passieren. Bei einer Bahnneigung von 51,6° schafft es die ISS ja nichtmal mehr über Berlin - 53,5° Nord - bis in den Zenit.
Ja, das ist mir klar. Ich bin schließlich nur in den philosophischen Teil der Diskussion eingestiegen.

Tatsächlich würde die ISS wegen Impulserhaltung ja auch nicht senkrecht runterfallen können. Weiterhin kann sie von einem Punkt exakt oberhalb des geografischen Südpols mathematisch gesehen zwar nur nach Süden fallen, aber egal welchen der unendlich vielen Südwege sie einschlagen würde (ich hatte deswegen gemeint, "man kann ja nie wissen") - man würde merken, ob sie einem auf den Kopf fallen wird oder nicht. Man kann also natürlich doch wissen.
Was Du weiterhin meinst, verstehe ich leider nicht.
Dennis Hennig hat geschrieben:Richtung Polarstern ist übrigens auch nicht die Nordrichtung auf der Erde.
Unter Nordrichtung
auf der Erde (um es genau zu definieren, auf der Erdoberfläche) verstehe ich die Richtung, die entlang eines Meridians in Richtung Nordpol verläuft. Dabei unterscheide ich noch zwischen geografischem und magnetischem Nordpol, letzterer tut für mich hier nichts zur Sache.
Dennis Hennig hat geschrieben:Dein Nordhorizont ist dort, wo ein gedanklich vom Polarstern gefälltes Lot senkrecht auf den Horizont trifft.
Sicher? Ich habe gelernt, dass der Himmelsnordpol dort ist, wo sich der Fluchtpunkt der gegen Norden verlängerten Erdrotationsachse befindet. Rein zufällig befindet sich dort in der Nähe Polaris, wobei Nähe relativ ist. Soweit ich weiß, hat der Kreis, den Polaris bei Rotation um den Himmelsnordpol beschreibt, immerhin etwa die dreifache Fläche der Vollmondscheibe.
Mein Nordhorizont liegt daher in geografischer Nordrichtung. Diese gibt es auf jedem Punkt der Erdoberfläche, mit Ausnahme des geografischen Norpols (von dort gehen alle Richtungen geografisch nach Süden). Ein Lot muss ich dazu nicht fällen (auch nicht korrekterweise vom Himmelsnordpol ausgehend): Zum Glück nicht, denn sonst hätte ich am Südpol arge Navigationsprobleme.
Dennis Hennig hat geschrieben:Erschwerend kommt mal wieder hinzu, dass die Erde rund ist. Je weiter Du Dich dem Nordpol näherst, umso unmöglicher wird es, wirklich nach Norden voran zu kommen. In der Nähe des Nordpoles gehst Du, in den Himmel hinaus projeziert, immer nach Westen oder Osten. Nach Norden haste praktisch keine Chance, ...
Hier steige ich leider komplett aus.
Wenn ich mich auf der Erdoberfläche bewege, habe ich theoretisch absolut kein Problem, solange nach Norden zu laufen, bis ich exakt am Nordpol angekommen bin. Schwierig wird es nur, weil es immer eisiger wird.

Wenn ich mich oberhalb der Erdoberfläche auf elliptischen Bahnen bewege, gilt meines Erachtens das Gleiche, mit dem Unterschied, dass alle Meridiane und Pole sich eben auf einer gedachten Schale um die Erde befinden. Auf den Himmel projizieren muss ich doch nichts?
Dennis Hennig hat geschrieben:nach Süden ist auch ganz schwierig, denn Du bewegst Dich ja nahe des Nordpoles auf einer Fläche, die leider zur Nord-Süd-Richtung orthogonal steht.
Du meinst hier vermutlich, "auf einer Fläche, die senkrecht zur Erdrotationsachse steht"? Die Meridiane ("Nord-Süd-Richtungen") liegen in Polnähe natürlich näherungsweise auf einer solchen "Ebene" (mathematisch genaugenommen ein Kleinkreis sehr geringer Krümmung). Entlang eines Meridians bewege ich mich aber auch in Polnähe immer in Nord-Südrichtung (oder zurück).
Dennis Hennig hat geschrieben:Und jetzt hab ich selbst den Faden verloren, was ich eigentlich sagen wollte

Belustigte Grüße
Georg
